Bíró Szilvia - Molnár Attila: Fogadó a határon. Római kori útállomás Gönyün - A Győr-Moson-Sopron Megyei Múzeumok Kiállításvezetője 4. (Győr, 2009)
Szőnyi Eszter: Római őrtorony Gönyű-Proletáron
Wegen ihres dürftigen finanziellen Rahmens wurde bei der Grabung in Gönyű, Feldflur „Proletár-dűlő” vor 30 Jahren die Freilegung von lediglich 350 Quadratmetern möglich. Die unter der Pflugschicht, teils durch Bodenbearbeitung zerstört zum Vorschein gekommenen Gebäudereste erlaubten nur ganz wenige sichere Feststellungen. Zu beobachten waren die später ausgegrabenen Mauerreste, bzw. z. T. der Fundamentsgraben, jedoch nicht die genauen Maße, Form und Typ des Wachturms. Aufgrund der Steinschuttreste an der Oberfläche war wenigstens das untere Geschoss sicher aus Stein gebaut, das Dach mit Ziegeln bedeckt. Dies beweisen ganz eindeutig die bei Geländebegehungen sporadisch oder im Schutt gefundenen Dachziegeln mit Stulpe (tegula) und Firstziegeln {imbrex). Aus dem in Quadratform mit abgerundeten Ecken und mit einer Seitenlänge von 2-3 m vorgekommenen Steinschutt ist ein mehrgeschossiges Steingebäude von quadratförmigem Grundriss und etwa 15 m Seitenlange konstruierbar, Dicke der Mauern ist wenigstens 150 cm. Das Oberflächenniveau außerhalb ist völlig vernichtet, zwei kleine Mörtelflecke im Innern des Turms, etwa 20—30 cm unter der jetzigen Oberfläche könnten Fußbodenfragmente sein. Das Gebäude war in einer Entfernung von etwa 4-5 m von einem wahrscheinlich ovalen Graben umgeben, dieser war aber nicht überall zu beobachten. Der Graben selbst ist auch ziemlich zerstört, liegt lediglich 10—20 cm tiefer als die Grundmauern, nur der allerunterste Teil ist verblieben. Damit das Ganze besser vorstellbar wird, demonstrieren wir die Rekonstruktion zwei anderen, auf einem anderen Gebiet des Reichs geborgenen Turms. Der Turm kann aufgrund der geborgenen Funde ins 2—3. Jh. datiert werden, wie wir in der Folge ausführlich vorstellen. In seiner Zusammenfassung zählt Zsolt Visy ihn zu den burgus-Türmen des 2. Jh.s. In jener Zeitperiode ist der Großteil der Wachtürme Pannoniens wahrscheinlich aus Holz gebaut worden, auf sie können wir aufgrund der verbliebenen Umzäunungsgräben schließen. Die aus Stein errichteten Wachtürme von ähnlichem Alter sind in noch schlechterem Zustand als der unsere verblieben, so können wir uns nur auf den aus der Gegend von Pilismarót stammenden Solva Nr. 20 berufen, der ganz sicher ein Steinturm war, mit 16 m Seitenmaß. 115