Molnár Attila et al.: Jöttek - mentek. Langobardok és avarok a Kisalföldön - A Győr-Moson-Sopron Megyei Múzeumok Kiállításvezetője 3. (Győr, 2008)

Horváth Eszter: Régi leletek - új eredmények. Ékkövek és egyéb ásványi anyagok a langobartok ötvöstárgyaiban

Zu den herausragendsten Vettetem der materiellen Kultur der Langobarden zählen die aus Bronze, Edelmetallen hergestellten Körperschmuckgegenstände, die dank sorgfältiger Feinheit der Schmiedearbeit, der Verwendung besonderen Rohmaterials und zusammengesetzter Techniken von herrlichem Anblick sind. Die mit verschiedenen Steinen und Glas verzierten, vielseitigen Trachtenelemente waren allgemein Teil westgermanischer Mode. Unter ihnen waren die Kunstschmiedegegenstände am populärsten, deren Oberfläche mit roten, grünen oder weißlichen Intarsien oder mit deren Kombinationen geschmückt waren. Der Stil erscheint als Verbindung von antiken und barbarischen Merkmalszügen im frühen Mittelalter in Europa, seine Blütezeit fällt zum Teil mit dem Aufenthalt der Langobarden in Transdanubien zusammen. Neben der Vorstellung des künstlerischen Werts der Funde ist es das Flauptziel der Archäologie, je mehr Details in der Herstellung, deren Hintergründe und Umstände zu beleuchten. Dies macht oft die Hilfe anderer Wissenschaftszweige, besonders naturwissenschaftlicher Untersuchungen notwendig. Diese Untersuchungen machen die Interpretation archäologischer Funde mit der Identifikation messbarer Eigenschaften möglich (Archäometrie). Also sind die Bestimmung der in der langobardischen Schmuckherstellung verwendeten Mineralien und die Rekonstruktion der Arbeitsprozesse zwei solche Aufgaben, für deren Lösung die Untersuchungsmethoden und Instrumente von Geologie und Gemmologie (Wissenschaft von den Edelsteinen) unentbehrlich sind. Die Ergebnisse können auf solche Fragen der Archäologie Antwort geben, die sich u.a. auf Rohstoffbeschaffung, Handel, Ausrüstung der Kunstschmiede, auf das Niveau ihrer Arbeit und die Traditionen einzelner Werkstattbezirke beziehen. Bezüglich des Fundmaterials aus der Langobardenzeit im Komitat Győr-Moson-Sopron stammen die hervorragendsten Stücke der intarsischen Schmiedekunst aus den Gräbern der Friedhöfe in Bekenje—Paprét, Hegykő und Fertős^entmiklós. Interessant ist, dass wir eben über die am frühesten entdeckten Schmuckgegenstände über die neuesten Erkenntnisse verfügen. In der nahen Vergangenheit sind die Granatplättchen aus Bezenye-Paprét und einige Kleinfibeln aus Hegykő zum Gegenstand naturwissenschaftlicher Analysen geworden. Die untersuchten Zierelemente sind in Wahrheit millimeterstarke geschliffene Edelstein- und Glasplättchen, die in eingefasstem Zustand von dicht nebeneinander gelöteten Edelmetallbändern umgeben sind. Diese sog. Fächer sind mosaikartig zueinander verbunden, oft bedecken sie die gesamte Oberfläche des Gegenstandes. Der Aufbau der Fassungen lässt sich am besten an beschädigten oder mangelhaften Fundstücken studieren: Unter den dünnen Einlagen sieht das zur Befestigung und Ausfüllung benutzte Bindemittel {Kittmasse) hervor, die meist aus einer Mischung von zu Pulver zerriebenen Mineralien (Quarz, Kalzit, Dolomit usw.) besteht. Die Stoffanalysen beziehen sich also außer den Einlagen auch auf dieses Kittmaterial, wegen seines abweichenden Charakters und Gebrauchs ergeben sich aber auch andere Fragen. Ziel der Einlagenuntersuchungen ist in erster Linie die Abgrenzung einzelner Mineralarten bzw. des Glases, zweitens die Umstände ihrer Herausbildung, im Idealfall die Identifizierung geologischer Fundplätze, konkreter Rohstoffquellen. All das basiert auf der Beobachtung der in den Steinen wahrnehmbaren Merkmalen {Einschlüsse) und der Kenntnis ihrer chemischen Zusammensetzung. 66

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