Molnár Attila et al.: Jöttek - mentek. Langobardok és avarok a Kisalföldön - A Győr-Moson-Sopron Megyei Múzeumok Kiállításvezetője 3. (Győr, 2008)

Tomka Péter: Langobard temető Gyirmót-Homokdombon

1994 wurde auch die unmittelbare Umgebung von Győr in die Liste der langobardischen Fundorte eingetragen. Damals kamen bei der Freilegung des Fundorts Gyirmót— Homokdomb 36 Langobardengräber zum Vorschein, dann 1995 und 1997 folgte das Territorium, auf dem das Einkaufszentrum Ménfőcsanak errichtet wurde. Es handelt sich um zwei gleichaltrige Gräberfelder in kaum einem Kilometer Entfernung voneinander, in Sichtweite voneinander, und dennoch jeweils eine ganz andere Welt! Es gibt bezüglich der Datierung des Gräberfeldes mit 36 Gräbern in Gyirmót (erste Hälfte 6. Jh., Zeit der pannonischen Herrschaft der Langobarden) trotz der Plünderung keinerlei Zweifel. Von den Männertrachten (die von István Bóna als sowieso puritan bezeichnet wurde) ist außer Eisenschnallen, Eisenringen, Messern kaum etwas geblieben. Dieses Etwas jedoch ist keinesfalls ohne Interesse. Als Seltenheit gelten die zwei kleinen schildförmigen Beschläge aus Grab Nr. 9; die Tracht war im merowingischen Norden verbreitet, bei uns könnte sie Importware gewesen sein. Die Schnalle der Gürteltasche aus Grab Nr. 17 ist vorerst die erste in der pannonischen Phase. (In Italien ist sie etwas später, schon auf das 7. Jh. datiert zum Vorschein gekommen, bei uns ist sie auch in der Awarenzeit bekannt.) Zur Gürteltasche aus Grab Nr. 37 gehörte eine kleine Schnalle, wieder im merowingischen Kulturkreis (und in der Hegykö-Gruppe) bekannt und ein sekundär verwendeter (römerzeitlicher ?) Aufhängebeschlag. Viele Waffen sind im langobardischen Gräberfeld Gyirmót nicht verblieben. (Erwähnenswert sind der leichte Wurfspeer aus Grab Nr. 9 und die schwere Lanzenspitze aus Grab Nr. 17.) Zu den Besonderheiten der Frauentracht gehören die den Hals dicht umschließenden Perlenschnüre (darunter auch Bernsteine), die Haarnadel (gilt auch bei den alemannischen als Besonderheit), die tauschierte Eisenschnalle aus Grab Nr. 1 (ebenso eine Seltenheit im damaligen Pannonien), die neben der Gürtelschnalle vorkommenden — die letzte „Pariser Mode” ärmlich nachahmenden — Schuh- und Knieschnallen (Grab Nr. 10) und die schmuckhaften Kleidernadeln (Fibeln). Die Angaben zur Art des Tragens der Fibeln sind auf Grund der Durchwühlungen zweifelhaft, ihre Typen sind jedoch erwähnenswert: im Grab Nr. 24 ist in Pannonien die nunmehr vierte Fibel vom Typ Podbaba-Schwechat zum Vorschein gekommen. Im Grab Nr. 27 waren ein S-förmiger Kleiderhaken und im Grab Nr. 31 zwei Scheibenfibeln, die der Fachliteratur zufolge auf starken fränkisch— alemannischen Handel hinweisen. Eine Frage ist es, ob die zweiseitigen Knochenkämme (nach antikem Muster gefertigt) (Gräber Nr. 10 und 15) zur Tracht gehörten. Im Falle schon früher geöffneter Gräber ist das nicht belegbar, trotzdem ist suspekt, dass in Grab Nr. 15 der Kamm in Schädelnähe gefunden wurde. Aus 5 Gräbern stammen 6 Gefäße (Gräber Nr. 17, 24, 27 und 37), großteils im nördlichen (frühen) Teil des Gräberfeldes, unter ihnen eine typisch pannonische doppelkonische, tiefe, auf Scheibe getöpferte Schüssel, der mit eingeglättetem Netzmuster verzierte Becher, auf langsamer Scheibe getöpferte Töpfe in gedrückter Kugelform, deren Verzierung, Technik und teüweise Form sich kaum von der der Gefäße der spätantiken Restbevölkerung aus der Zeit vor den Langobarden unterscheiden. Alle diese Gegenstände sind trotz ihrer Besonderheiten doch als üblich zu bezeichnen. Eine wirkliche Überraschung lieferte die Knochenschnalle aus Grab Nr. 21. Ihr abgenutztes 40

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