Bíró Szilvia et al.: A Vagongyár alatt - A vagongyár előtt. Római temető és középkori település a győri Árkád területén - A Győr-Moson-Sopron Megyei Múzeumok Kiállításvezetői 2. (Győr, 2007)
Tomka Péter: A honfoglalás korától a török időkig. Amit Győr középkori történetéről megismertünk
Später wurden sie abgerissen, und im Freien stehende Backöfen nahmen ihren Platz ein, dabei die teils weniger, teils mehr aufgefüllten Gruben ausnutzend. Inzwischen (oftmals fast unmittelbar nach den früheren Häusern, sogar an der Stelle von drei vorherigen „kleinen Häusern”) wurden neuere, größere, etwas abweichend konstruierte Häuser erbaut. In der zweiten Hälfte der Arpadenzeit, bzw. zum Ende hin nahmen noch größere Bauten den Platz der früheren ein, zu der Zeit grub man auch zahlreiche große Mieten. Der Nutzen dieser Schichtungen ist nahezu unschätzbar für die sich mit dem Mittelalter befassenden Archäologen: uns wurde somit ermöglicht, die exakte chronologischen Bestimmung der in Győr entdeckten Funde aus der Arpadenezit vorzunehmen (in erster Linie der Gefäße, denn da hier Aufschüttungen und Planierarbeiten vorgenommen worden waren, gerieten die Gefäßfragmente größtenteils zum Müll). Die dritte Überraschung verursachten die Häuser der Siedlung aus dem Frühmittelalter - und dies gilt fast als archäologische Sensation! Hauptsächlich deshalb, weil sie - unseren bisherigen Erkenntnissen zufolge - aus einer Zeit stammen (lO.Jahrhundert, nahezu unmittelbar im Anschluss an die ungarische Landnahme), aus welcher Zeit wir kaum Spuren kannten, die auf eine ständige Ansiedlung hinwiesen (geben wir es ruhig zu: die größeren Ausgrabungen der letzten Jahre versprechen auch auf diesem Gebiet Veränderungen, und nicht nur in der Region um Győr). Es kann keine Rede sein von Unterkünften der Nomaden, die ungarische Gesellschaft zur Zeit der Landnahme war wesentlich entwickelter als lange angenommen. Die Datierung führen wir auf die Keramik-Funde von außerordentlicher Formenvielfalt zurück. Die auf langsamer Scheibe mit hohem fachlichen Wissen aus vorbereitetem (gemagerten) Ton aufgezogenen, gründlich ausgebrannten Gefäße sind von einer im Hinblick auf die Arpadenzeit altertümlichen Verzierung: Wellenlinien- und Linienbänder, die gesamte Oberfläche bedeckende dichte Linienverzierungen, einfache Wellenlinien und spiralförmig umlaufende Linien. Überraschend — und auch unsere Datierung bekräftigend — ist das nahezu komplette Fehlen der im 11-13. Jahrhundert auch in Győr charakteristischen Gefäßform (des Tonkessels) und der Art der Verzierung (die Verwendung des Rundsiegels — im Fachjargon Rädchen). Noch überraschender (und die Datierung weiter bekräftigend, ja sogar auch die Art der Siedlung in gewissem Maße erklärend) ist das Auftauchen der von Österreich aus importierten frühen Graphittonkeramik. 71