Bíró Szilvia et al.: A Vagongyár alatt - A vagongyár előtt. Római temető és középkori település a győri Árkád területén - A Győr-Moson-Sopron Megyei Múzeumok Kiállításvezetői 2. (Győr, 2007)

Daróczi Szabó László et al.: Csontok és magvak. A természettudományos vizsgálatok eredményei

Unter den Gerstenkörnern konnte man die charakteristisch zuspitzenden, geradeaxigen Hüllspelze-Körner der zweireihigen, mit anderen Namen Biergerste erkennen (die Gerste war damals noch ein Bestandteil der mensch­lichen Nahrung). Merkwürdige Weise haben wir keine Hirse gefunden, obwohl zu dieser Zeit die Hirse eine wichtige Volksernährungsquelle: eine Breipflanze war. Es kam hingegen der Futter­hafer vor, welche an den Fundorten in der Ungarischen Tiefebene aus der Árpádenzeit meistens fehlt. Es ist eine grosse Frage, ob die Getreidearten aus dem Getreidebestand vom Objekt der Waggonfabrik im nachhinein vermischt wur­den, oder sie wurden schon so angebaut, also sie wuchsen schon im vornhinein auf dem Acker, ein Bild eines gemischten Getreidefeldes bietend. Es ist nicht ausgeschlossen, dass all das nur ein Ergebnis einer zufälligen Untermischung ist, aber der gleichzeitige Anbau von Weiten und Roggen war für das ungarische Mittelalter charakteristisch. Darauf weist die Anordnung von László I. hin, dass das Zehntel nicht in gemischtem Getreide, sondern getrennt zu entrichten sei („In annona vero commixtum non accipiat, sedseparatim”). Weizen und Roggen wurden angeblich aus Sicherheitsgründen gemischt gesät: falls die eine Art nicht reif sein sollte, konnte die andere noch immer eine gute Ernte sichern. Ausser den Getreidesorten haben wir Reste von nur acht Unkrautplanzen gefunden. Diese sind solche, in erster Linie die herbstliche Aussaat befallende Unkrautarten, deren Samen (z. B.: Weizenkorn nachahmende Melanpyrum arvense L.), oder Oberfläche (z. B. mit Widerhaken ausgestatte Agrostemma githago) — so beschaffen ist, dass sie sich mittels herkömmlicher Reini­gung (in erster Linie durch Winden) — nicht oder nur in geringem Masse vom Weizen trennen Hessen. Das starke Unkrautaufkommen der Fundorte aus der Árpádenzeit vor Augen führend, kann man den eindeutigen Schluss ziehen, es handelt sich hier um einen gereinigten Getreidebestand. Unter diesen Unkrautsorten kommen hoch-, mittel- und niedrigwüchsige gleichermassen vor, folgüch dürfte man mit Sense geerntet haben. 127

Next

/
Oldalképek
Tartalom