Bíró Szilvia et al.: A Vagongyár alatt - A vagongyár előtt. Római temető és középkori település a győri Árkád területén - A Győr-Moson-Sopron Megyei Múzeumok Kiállításvezetői 2. (Győr, 2007)

Daróczi Szabó László et al.: Csontok és magvak. A természettudományos vizsgálatok eredményei

In der modernen archäologischen Forschung spielen diverse naturwissenschaftliche Zuordnungen, welche nicht nur das anhand der archäologischen Funde gewonnenes Bild ergänzen, sondern in vielen Fällen die einzige Möglichkeit bieten, gewisse spezielle Fragen zu beantworten, eine immer grössere Rolle. Mit Hilfe der Methoden der Archaeogoologie (archäologische Tierkunde), Malakologie (Weichtierkunde), Xylotomie (Baumartenbestimmung), Archaeobotanik (archäologische Planzenkunde) und Antropologie (Menschenkunde) können wir uns ein genaueres Bild von der natürlichen Umwelt und den Bestatttungsbräuche der römischen Epoche, von der Lebensweise und wirtschaftlichen Verhältnisse des Mittelalters bilden. Im Laufe der Behandlung des römischen Gräberfeldes wurde schon erwähnt, dass sich in einigen Fällen die Möglichkeit bot, die im Grab gefundenen üerischen und pflanzlichen Überreste zu bestimmen. Die Speisebeigabe war ein völlig gänglicher Bestandteil der römischen Bestattungsriten, im überwiegenden Teil der Fälle weisen bloss die Gefässe darauf hin, dass der/dem Tote/n Speise und Trunk auf den langen jenseitigen Weg mitgegeben wurde. Ein zuträglicher Umstand ist es, wenn auch Fleisch neben die/den Verstorbene/n gelegt wurde, die erhalten gebliebenen Knochen geben nämlich viel über sich selbst preis in den Händen des sachkundigen Archäozoologen. Dank dessen wissen wir, dass auf einen der terra sigillata Schüsseln des 60. Grabes ein Schweinshaxe gelangte - was auf dem anderen Schüssel lag und womit der kleine Napf des Grabes gefüllt war können wir leider nicht wissen, weil - falls sie überhaupt etwas beinhalteten — das organische Material sehr rasch zersetzt wird. In Ermangelung einer feuchten Umgebung (Brunnen, Morast etc.) können wir mit der Erhaltung von pflanzlichen Überresten rechnen, wenn sie verbrannt werden und in verkohlem Zustand sich nicht weiter zersetzen. So geschah es bei den Samen, die aus dem 507. Grab geborgen wurden, deren überwiegender Teil sich ah grosssamige Linse, der kleinere Teil als kleinsamige Pferdebohne im verkohlten Zustande erkennen gab. Die archäobotanischen Untersuchungen haben ergeben, dass neben den auf dem Scheiterhaufen oder während eines anderen Opferritus angesengten/sich absengenden Hülsengewächsen auch andere Unkrautsamen (Chenopodium album L, Polygonum aviculare, Melilatus officinalis) in der Analyse beinhaltet waren, aufgrund derer Vorkommen, besonders Letzterwähnter, können wir Folgerungen auch auf den Errichtungsort (Wiese) des Scheiterhaufens tätigen. Das Grab Nr. 356 barg eine noch viel auf­regendere Beigabe: Neben das 1,5-2,5 jährige Kind legte man - in mehreren Häuflein - Muschelschalen. Die Muscheln sind zwei Arten zuzuordnen — Donax f. dentiger Eichwald.^ b%iv. Cardium vindobonense (Partsch) — , beide Gruppen sind fossile (versteinerte) und verbreitete Arten der Meeresfauna im oberen Miocén. 121 1

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