Bíró Szilvia et al.: A Vagongyár alatt - A vagongyár előtt. Római temető és középkori település a győri Árkád területén - A Győr-Moson-Sopron Megyei Múzeumok Kiállításvezetői 2. (Győr, 2007)
Tomka Gábor: Elvermelt leletek. Üvegedény és csontveretes ládika egy középkori gödörből
iß Die in der Kölner Sankt Gereon und der ebenfalls Kölner Sankt Andreas Kirchen aufbewahrten flachdeckeligen Holzkästchen und auch das hausförmige Rehquiar von Liege werden von zweizackig verzweigenden Metallbändern zusammengehalten. Das aus Fritzlar bei Naumburg stammende Holzkästchen ähnelt sich nicht nur in seiner Deckelform und in seinen Proportionen, aber auch in der Form der zweizackig verzweigenden Metallbändern dem Győrer Kästchen. Die Datierung von einfacheren Knochenschnitzereien anhand der Stilgeschichte ist unmöglich. Mit den einfachen Werkzeugen hat man ja in jeder Epoche identische Motive geschaffen. Das auf dem Győrer Kästchen zu beobachtende zweizackige Wiedenband tritt bereits auch an dem auf das 5-6. Jahrhundert datierbaren Kästchen von Heilbronn auf. Die Einsetzung des Flechtbandes begleitet die Geschichte der Knochenbeschläge bis hin zum auf das 13. Jahrhundert datierbaren hitzackerer Fund. Auch die Vezahnung in entgegengesetzter Richtung und die durch schräge Linien verbünde Punktekreise sind räumlich und zeitlich wiederkehrende Motive: es soll hier nur ein Hinweis auf das mit völlig übereinstimmenden Motiven derkorierte, vermutlich aus Nord- Hispanien stammende und zur Zeit im pennsylänischen Bryn Athyn aufbewahrten Pitcairn-casket genügen. Die Datierung der unversehrt überdauerten Kästchen ist oft nur aufgrund ihrer Stilmerkmale möglich: auch bei Prunkexemplaren kann die abweichende Bewertung von Forschern in der Datierung zu einer Streuung von mehreren Jahrhunderten kommen. Aufgrund der anderweitigen Beigaben bieten nach den auf das 6-7. Jahrhundert datierbaren Kästchen der Völkerwanderung einen sicheren kronologischen Anhaltspunkt der jüngst beispielhaft bearbeitete Reliquiarschrein von Werden (zweite Hälfte des 8. Jahrhundert) und das mit Otto-Münzen dekorierte wunstorfer Kästchen (Ende des 10. Jahrhunderts). In Emden datierten die Gefassbruchstücke die Knochenbeschläge auf das 11. Jahrhundert. Auf archäologischen Methoden basiert die Datierung auch bei mehreren englischen Exemplaren: Die Kästchenbeschläge von Castle Acre wurden in einer mittels zwischen 1140-1158 geprägter Münzen datierbaren Schicht gefunden. In York lässt sich der gesamte Kästchendeckel auf die Mitte des 11. Jahrhundert datieren, es kamen aber sporadisch Knochenbeschläge auch aus Schichten des 11-12., sogar aus denen des 13-14. Jahrhunderts zum Vorschein. Der bei dem Wohnturm des Fundorts Fritzlar—Wüstung Holzheim gefundene Kästchendeckel kann um das Jahr 1100 geschätzt werden. m « (-111