Bíró Szilvia (szerk.): Rómaiak nyomában… Az elmúlt 15 év római koros ásatásai Győr-Moson-Sopron megyében - A Győr-Moson-Sopron Megyei Múzeumok Kiállításvezetői 1. (Győr, 2006)
Gabrieli Gabriella: Scarbantia – Isis-szentély
In der Innenstadt von Sopron, auf dem Gebiet des einstigen Franziskaner-, später Benediktinerklosters werden seit Jahren archäologische Ausgrabungen durchgeführt. Im Herbst 2002 kam eine richtige Sensation bei der Ausgrabung im Hof zum Vorschein: die Ruinen eines Iseums. Der Kult der ägyptischen Göttin Isis erschien bereits in der Mitte des I. Jahrhunderts in Pannonién. Ihr in Savaria freigelegtes Heiligtum ist seit langem bekannt, ein anderes an der Bernsteinstrasse neugefundenes stand in Scarbantia. Da dieser Kult nicht zur offiziellen römischen Religion gehörte, wurde er im Reich lange nur geduldet. Deshalb durfte dieser am Anfang bloss ausserhalb der Stadtmauern seine Kultbauten erhalten. Isis ist als Personifikation des Mondes die Göttin der Fruchtbarkeit, der Ehe und so auch des Lebens. Die genauen Riten ihres Kultes, in dem der Tod und die neue Aufstehung ihres Mannes und Bruders Osiris bzw. das den Nil - als lebendsgebenden Fluss - symbolisierende Wasser eine wichtige Rolle spielten, durften nur die Eingeweihten kennen. Es konnten jedoch nur ein Teil der nördlichen Begrenzungsmauer des heiligen Bezirkes, die daneben gelegene Lauffläche aus Gneisplatten daneben und der unmittelbar an der Mauer stehende, der Göttin geweihte Stein mit einer Inschrift freigelegt werden. Aufgrund seiner Stellung und seiner Abmessungen könnte der Stein mit der Inschrift die Statue von Isis getragen haben. 65