Székely Zoltán (szerk.): Arrabona - Múzeumi Közlemények 48/2. (Győr, 2010)

Tanulmányok - Mennyeiné Várszegi Judit: Dr. Kovács Pál (1808. július 1 - 1886. augusztus 13.) Válogatott bibliográfia

CLAUDIA WUNDERLICH EINE UNGARISCHE KARTENMALER' UND KUNSTLERFAMILIE... hatten die Neffen nach der Zwangsversteigerung des Elternhauses mehrere Möbel und Bilder zur Auf­bewahrung im Haus neben der Johanneskapelle abgegeben. Bei den Ölgemälden handelte es sich neben den beiden bereits erwähnten, die im Besitz der Budapester Nationalgalerie sind, um die hei­lige Maria mit Jesus, Johannes (la Vierge au bas-relief), die heilige Familie, ein „kleineres” Bild, das einen Knaben beim Abrichten eines Hundes zeigte, ein „großes”, das die Taufe des heil. Stephan König von Ungarn darstellte, sowie das ebenfalls schon erwähnte Judith-Bild. Möglicherweise wurden wei­tere Werke versteigert. 44 Zwar wird im Testament nicht erwähnt, welches Motiv die Bilderuhr hatte, aber es ist am wahr­scheinlichsten, dass auch sie die selbe ist, die dort aufgeführt ist. 45 Wir können dabei zurecht annehmen, dass er die Bilder von Alajos in seiner Jugendzeit gezeigt bekam. 46 FHL Zensus Győr Belváros Hausbogen 210/XV 47 KB Győr Belváros 48 KB Győr Belváros 49 Der Vater von Sándor Liezen-Mayer betrieb zu dieser Zeit seine Apotheke im gleichen Haus. (Schwai­ger 1856) 50 KB Győr Belváros; GYMJVL RPI 870/8 51 Wann genau die Zwangsversteigerung erfolgte, konnte aufgrund der lückenhaften Quellenlage nicht ermittelt werden, jedoch scheint erstmals ein neuer Besitzer des Hauses im Steuerbuch von 1878 auf. (GYMJVL Steuerbuch/Adóösszeírás Győr belváros 878, Haus 11-13) Fest steht auch, dass das Ge­schäft von József 1874 aufgelöst wurde. (RP II 874/34) 52 FAUMWM Bild 1/2010 53 Vgl. jedoch Strafsache in Wehrdienstangelegenheit GYMJVL RP I 880/3 54 KB Győr Belváros 55 GDA Schularchiv LXXXI. Doboz Zeichenschule 1840 56 GYMJVL Steuerbuch/Adóösszeírás 1856, Haus 260 57 GYMJVL RP II 874: 34, Összeirási és kivetési lajstroma Győr városi község... 1868 évre. Bei dieser Adresse — später Széchenyi tér 205 — handelte es sich um das Llyod-Gebäude, obwohl in alten Stadt­plänen des Xántus-Museums das ehemalige Prälatenhaus mit der Hausnummer 205 angegeben ist. Je­doch ist dessen Hausnummer im Zensus von 1857 die 210 und die 205 ist im Besitz von Vince Wakatzek, dem damals das Llyod-Haus gehörte. (Jenei 1959, 30) 58 Gleichzeitig sind die Karten auch ein sprachliches Kulturzeugnis, ähnlich wie der Zensus von 1857, der die bilinguale Übergangssituation zu Gunsten der ungarischen Sprache spiegelt. War Mátyás se­nior noch (zumindest primär) monolingualer Sprecher des Deutschen und die Beschriftung seiner Spielkarten eher auf Deutsch, so sind die seines Sohnes überwiegend zweisprachig oder ungarisch. Dabei war das Deutsch teilweise stark dialektal geprägt, wie die Aufschrift „feine teidsche” verrät. (Jánoska - Horváth 2006, 60.) Es ist somit auch ein Zeugnis der damaligen deutschen Volkssprache, also Vernakularen, des westlichen Transdanubiens. Es zeigt auch, wie sich die Familie Unger zuneh­mend assimilierte und zu „schweren Ungarn”, also besonders patriotischen, wurden, wie Tochter Ma­riid über den jüngeren Alajos Unger am 2. November 1943 auf einer Postkarte schrieb. (FUMWM) 59 Karten aus dem Techn. Museum Wien Inv. Nr. 17863,17860. (Wunderlich 2011) Die Ergebnisse re­sultieren aus einem Studierendenprojekt zur historischen Spielkartenproduktion an der Fachhoch­schule Salzburg unter Leitung von Prof. Dr.-Ing. Jürgen Wunderlich (jetzt Hochschule Landshut). Über die Karten schrieb Reisinger auf einem handschriftlichen Zettel im Technischen Museum Wien, dass eine besondere Auffälligkeit im Kartendesign der Unger-Karten die großen Köpfe sind. 60 Konzessionen für Trafiken, die auch in Ungarn seit 1850 dem Staatsmonopol der Österreichischen Tabakregie unterstanden, wurden bevorzugt an Invalide oder unverschuldet in Not geratene Hand­werker vergeben. 61 Auch dürfte die Kartenproduktion nicht gerade der Gesundheit zuträglich gewesen sein, da das Alu­miniumderivat Alaun eine wichtige Rolle im Herstellungsprozess spielte. (Krünitz 1773-1858, Spiel­karte) Ob die Demenz von Mátyás senior als Berufskrankheit einzustufen ist, müsste noch untersucht werden und mit den Todesursachen anderer Kartenmaler verglichen werden. Dass bestimmte Hand­werke zu schlimmen Krankheiten führen konnten, wurde nicht zuletzt literarisch in der Person des verrückten Hutmachers {Mad Hatter) in Lewis Carrolls Alice im Wunderland verarbeitet. 153

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