Székely Zoltán (szerk.): Arrabona - Múzeumi Közlemények 48/2. (Győr, 2010)

Tanulmányok - Mennyeiné Várszegi Judit: Dr. Kovács Pál (1808. július 1 - 1886. augusztus 13.) Válogatott bibliográfia

CLAUDIA WUNDERLICH EINE UNGARISCHE KARTENMALER- UND KUNSTLERFAMILIE... Die Familie im Lichte der oralen Tradierung und der Quellenlage Ausgangsbasis war somit das Familieninsiderwissen, ohne das viele Rekon­struktionen, wenn überhaupt, nur stark erschwert hätten durchgeführt werden kön­nen. Dieses wurde durch alte Familienfotos gestützt und das Wissen über die in diesen Fotos abgebildeten Personen dominierte die mündliche Überlieferung.8 Um ein vollständigeres Bild über die Familie zu bekommen, musste daher weitere Evidenz herangezogen werden. Anders als bei Forschungen, bei denen systematisch ein Quellentyp, wie z.B. Steuerbücher, ausgewertet werden, stellt sich der Familienhistori­kerin jedoch das Problem, im Zweifelsfall nach der Nadel im Heuhaufen zu suchen, um Informationen über bestimmte Personen aufzuspüren. Neben den Kirchenbüchern, die in Győr zu einem toten Punkt geführt hatten, da weder der Spielkartenmaler Mátyás Unger senior noch seine Frau hier geboren waren, erwies sich der Zensus von 1857 als besonders wertvolle Quelle.9 Nur dadurch wurde bekannt, dass er in Sopron geboren war und der Stammbaum konnte weiter zurückverfolgt werden. Mátyás senior und Anna Brandeimayer Mátyás (Mathias) senior wurde in der Soproner Vorstadt (külváros) als Sohn des Wirtschaftsbürgers János György (Johann Georg) Unger und dessen zweiter Frau Erzsébet (Elisabeth) geboren und am 29. Mai 1789 katholisch getauft.10 Das Elternhaus, ein Haus mit Weinkeller, befand sich in der Halász utca 1. Somit be­trieb die Familie Weinbau.11 Der Vater dieser alteingesessenen Soproner Familie war Mitglied des äußeren Stadtrates (Házi 1982, 911.), in dessen Fußstapfen ab 1805 Mátyás’ Bruder Márton (Martin) trat. Mátyás muss somit bei einem der So­proner Kartenmaler das Handwerk erlernt haben. (Kolb 1938; Csatkai 1958) Zwei weitere seiner Geschwister erreichten laut Quellenangaben ebenfalls das Erwach­senenalter: der Weinbauer Mihály (Michael), der später das Elternhaus übernahm sowie Anna Mária Magdolna (Anna Maria Magdalena). 1808 erbat Márton, Soproner Stadtschreiber und Kirchenvater von St. Mi­chael, beim Soproner Stadtrat ein Wanderbuch („Wanderpüchl”) für Mátyás.12 De­tails zu seiner Wanderschaft sind uns unbekannt, sicherlich aber führte sie ihn nach Wien, als eine der wichtigsten Städte für Kartenmaler und Handwerksgesellen der Monarchie.13 (Steidl 2003) Am 22. Jänner 1811 heiratete Mátyás senior in Sopron die vier Jahre ältere Anna Brandeimayer, Tochter des aus Wien stammenden Bürstenbindermeisters Fe­renc (Franz) Brandeimayer.14 (Házi 1982, 158.) Mátyás’ Berufsbezeichnung lau­tete „Kartenmahler”.15 Sicherlich eine gute Liaison, da sie das unternehmerische Denken und die manuelle Geschicklichkeit einer Handwerksfamilie in die Ehe ein­brachte. Da Kartenherstellung ein sehr kapitalintensives Handwerk war, weil dafür umfangreiche Gerätschaften und Materialien benötigt wurden (Krünitz 1773- 1858, Spielkarte) und Mátyás mit nur 21 Jahren heiratete, ist anzunehmen, dass die Familie ihm ein entsprechendes Startkapital beisteuerte. 141

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