Arrabona - Múzeumi közlemények 8. (Győr, 1966)
Dávid L.: Die volksdemokratische Revolution im Komitat Győr-Moson 1945–1948
Nachdem sich die Gegner der Linksverschiebung im Parlament nicht durchsetzen konnten, zettelten sie eine Verschwörung an. Im Januar 1947 wurde der Komplott entdeckt, an dem im Komitat Györ-Moson vornehmlich Vertreter der Partei der kleinen Landwirte teilgenommen hatten. Die rechtlichen Maßnahmen der Staatsmacht, unterstützt durch die Stellungnahme der Mehrheit der Bevölkerung, die bereits einer Massenbewegung gleichkam, zeitigten eine vollständige Liquidierung der Verschwörung. Die Abwehr des feindlichen Angriffs hatte auch die Einheit der Arbeiterpartei nur noch gefestigt, die neben dem Vollzug politischer Zielsetzungen auch dazu unerläßlich notwendig war, um der revolutionären wirtsehaiftlichen Aufbauarbeit einen Auftrieb zu geben. Die wirtschaftliche Lage des Komitats war — trotz eines offensichtlichen Fortschritts — sehr schwer. Im Zuge der Rekonstruktion hatte man (bis 1947) die wichtigsten Straßen, Brücken und Eisenbahnlinien wiederhergestellt, die Mehrzahl der Betriebe arbeitete bereits mit einer 65 %-igen Kapazität. Die bedeutsamsten Ergebnisse hatte die Abteilung für Brücken- und Waggonenbau der Győrer Waggonfabrik zu verzeichnen. In der Textil- und Lebensmittelindustrie fehlte es am nötigen Rohmaterial und an Treibstoff. Dies war eine der Ursachen, warum die Arbeitslosigkeit nicht liquidiert werden konnte. Die Binnengewässerschäden und Überschwemmungen im Frühjahr und die sommerlichen Dürreperioden verursachten in der Landwirtschaft katastrophale Schäden. Die Mißernten führten zu Stockungen in der Lebensmittelversorgung, die von Spekulanten nur noch gesteigert und ausgenützt wurden. Die Reichstagsabgeordnetenwahlen des Jahres 1947 hatte die politische Atmosphäre des Komitats stark erregt und arteten in einem regelrechten politischen Kampf aus. Die Beziehung der Kommunisten zu den Sozialdemokraten verschlechterte sich, es kam zu einer Zersplitterung der demokratischen Kräfte. Diese Lage war naturgemäß für die Rechte äußerst günstig: so kam es, daß die Rechte bei den Wahlen in unserem Komitat sogar den Landesdurchschnitt weit übertraf. Im Wahlkreis stand die demokratische Volkspartei mit rechtsseitigem Programm mit 42,6 % der Stimmen an erster Stelle. Den zweiten Platz errang die kommunistische Partei mit 20,7% der Stimmen, während die Sozialdemokraten 17,7 % der Stimmen erhielten. Somit war der Block der Linken mit 3,2 % der demokratischen Volkspartei überlegen. Die Parteien, die sich in der Unabhängigkeitsfront zusammengeschlossen hatten, erhielten 50,9 % der Stimmen, erlangten somit auch mi Wahlkreis eine absolute Mehrheit. Am 1. August 1947 lief der Dreijahrplan mit der Zielsetzung an, daß die im Krieg erlittenen Schäden behoben, der Produktionsstand der Vorkriegszeit erreicht und der allgemeine Wohlstand gehoben werden müsse. Im Komitat handelte es sich vornehmlich um eine beschleunigte Entfaltung der Landwirtschaft, Steigerung der Nahrungsmittelproduktion und um die Wiederherstellung von Bauwerken, Straßen und Brücken. Die Werktätigen verpflichteten sich, den Plan aus eigener Kraft, ohne auswärtige Hilfe zu Ende zu führen. Daß es ihnen — dank ihrer begeisterten Entschlossenheit, mit der sie ans Werk gingen — gelang, beweisen die erzielten Ergebnisse. Vom Herbst 1947 auf das Frühjahr 1948 vollzog sich der revolutionär-wirtschaftliche Umschwung. Die Verstaatlichung der Banken (November 1947) stärkte den sozialen Sektor. Die in den Banken deponierten Aktien der Betriebe gelangten in den Besitz, des Staates, so daß mehr als 50 % der Betriebe unseres Komitats zu staatskapitalistischen Betrieben geworden waren. Mit dem am 28. März 1948 vorgenommenen Verstaatlichungen war dieser Prozeß beendet. In Győr wurden 9, in Mosonmagyaróvár 2 Fabriken, bzw. Betriebe Staatseigentum. 1947 begann innerhalb der sozialdemokratischen Partei eine Linksverschiebung, deren Folge der Ausschluß der rechtsgerichteten Parteileiter war. Die Auswirkungen dieser Aktion waren im Komitat, das stets eine Hochburg der rechten Sozialdemokraten gewesen war, stark fühlbar. Der oben und unten gleichzeitig einsetzende Reinigungsprozeß wuchs (im Laufe der Zeiten) zusammen, so daß nunmehr auch in unserem Komitat die Voraussetzungen der Vereinigung der beiden Arbeiterparteien geschaffen waren. Mit der Gründung der Ungarischen Arbeiterpartei des Komitats Györ-Moson am 23. Mai 1948 war dieser revolutionäre Prozeß, der zur Proletardiktatur führte, beendet. L. Dávid 324