Alba Regia. Annales Musei Stephani Regis. – Alba Regia. A Szent István Király Múzeum Évkönyve. 34. 2004 – Szent István Király Múzeum közleményei: C sorozat (2005)

Tanulmányok – Abhandlungen - Fitz, Jenő: Gorsium–Herculia. Teil I: Forschungen 2. XXXIV. p. 45–80. T. I–XVIII.

- , die Siedlung vollständig freizulegen. 94 Aus Luftauf­nahmen geht hervor, dass sich das gesamte Gelände, auf dem Gebäudespuren und Straßenverläufe zu erkennen sind, auf zirka 200 Hektar erstreckt. Während der 42 Jahre hindurch erfolgenden Ausgrabungen konnten davon kaum 2 Prozent ans Tageslicht gebracht werden, die voll­ständige Freilegung bedeutet noch eine Arbeit von mehre­ren Jahrzehnten. DIE STATUSFRAGE DER SIEDLUNG Was den Status der Siedlung anbelangt, darüber teilen sich die Meinungen in der Forschung bis heute. Bálint Kuzsinszky - der noch nichts von der Tácer Siedlung wusste - hielt Gorsium/Herculia trotz seiner bedeutenden Tempel in den ersten Jahren des 20. Jahrhunderts für eine zu Aquincum gehörende Gemeinde (yicus) (Kuzsinszky 1902, 896). Der gleichen Meinung war in den sechziger ­achtziger Jahren auch András Mócsy. 95 Ihm zufolge wurde die nach der Besetzung organisierte eraviscus civitas in unveränderter Größe Territorium von Aquincum, als dieses den Rang einer Stadt erhalten hatte. Seine Zugehö­rigkeit zum Territorium Aquincums konnte gut durch die charakteristischen an die Eravisker zu knüpfenden Funde und Grabsteine bestimmt werden. Ja, selbst seine westli­che Ausdehnung konnte durch einen in Csajág gefunde­nen Altarstein bestätigt werden (AÉ 1977, 635), der von zwei Aquincumer Dekurionen aufgestellt worden war. Die südliche Grenze des Stadtgebietes konnte - ebenfalls unter Berufung auf einen Dekurio (CIL III, 3365) - süd­lich von Vajta bis zum Kanal Sió gereicht haben. Trotz der städtischen Ausmaße und des städtischen Gepräges innerhalb des Aquincumer Raumes musste sich Gorsium mit dem bescheidenen Titel vicus begnügen. Bei den auf den Tácer Steindenkmälern ohne Nennung der Stadt an­geführten Beamten handelte es sich um Bürgermeister (duumviri) und Magistratsmitglieder (decuriones). Eine erneut vorgenommene Lesung des Textes auf dem Altar aus Vajta-Őrspuszta allerdings bestätigte den Deku­rio nicht. 96 Aquincumer Beamte und Mitglieder des Ma­gistrats (ordo) sowie Veteranen der Aquincumer Legion haben niemals südlich der bereits erwähnten Straße nach Aquileia, das heißt südlich der Linie Balaton - Velence­see - Érd, Altare oder Grabsteine aufgestellt. Ganz offen­sichtlich nicht aus uns unbekannten Überlegungen heraus, Die Ausgrabungsberichte siehe in der Literatur das Kapitel „Ausgra­bungen". Mit den einzelnen Gebäuden und der Stadtstruktur befassen sich die weiteren Kapitel. Mócsy 1962, 698. - Zuletzt in: Pannónia régészeti kézikönyve (Handbuch der Archäologie Pannoniens). Budapest 1990, 60, Anm. 63 ( Mócsy 1990a - b). - Auch V. Lányi betrachtet Gorsium als vi­ews (Lányi 1990,221). Die ursprüngliche Lesung siehe: Alföldy 1959, 22, die Richtigstel­lung siehe: Fitz 1993/97, 419-420. sondern ganz einfach, weil sie dort keine Güter hatten, dieses Gebiet gehörte nicht zum Munizipium. Auch das Argument, wonach die Erklärung Aquincums zu einer Stadt auch gleichzeitig eine Rangerhebung für den Bezirk der eraviskischen Bevölkerung bedeutet hätte, erwies sich nicht lange als stichhaltig. Die civitas hörte nicht auf zu bestehen, sie ist ganz bis Ende des 3. Jahr­hunderts in Inschriften erwähnt (CIL III, 10418; - Soproni 1990, 133-142). Südlich der erwähnten Straße, wenigs­tens bis zur Sió, in einem bedeutenden Teil des Komitats Fejér, existieren keine Beweise über ihre Zugehörigkeit zum Munizipium Aquincum, dieses Gebiet gehörte immer zum Bezirk der autochthonen Bevölkerung. Gorsium befand sich also nicht in der Mitte eines - sich auf ein Drittel der Provinz Niederpannonien erstreckenden ­riesigen städtischen Territoriums, sondern in einem davon ohne Schwierigkeiten abzusondernden Winkel, der im Norden an die Zone der Aquincumer Dekurionen und im Osten an die eraviskischen Dörfer grenzte. Es ergibt sich noch ein überzeugendes Argument gegen die Theorie Mócsys. Die Tácer städtische Siedlung kam auf einem eingestellten Militärlager zustande. In der rö­mischen Praxis ist es nirgendwo vorgekommen, dass das Territorium eines Militärlagers nach seiner Einstellung einer civitas der einheimischen Bevölkerung angeschlos­sen worden wäre. Entweder verblieb es in staatlichem (militärischem) Besitz oder an seiner Stelle wurde eine selbständige Stadt gegründet. Das Tácer Militärlager ließ Kaiser Trajan einstellen (die Auflösung des Lagers nahm ein Sondertrupp der legio X Gemina vor). Die Erhebung Aquincums in den Rang einer Stadt war das Werk Hadri­ans, ein oder anderthalb Jahrzehnte nach der Gründung der Area sacra, als Gorsium zusammen mit zwei anderen Städte den Rang einer Stadt erhalten hatte. Wahrschein­lich hat der heilige Bezirk zu diesem Zeitpunkt seine Tätigkeit aufgenommen. Aufgrund der erwähnten Praxis konnten der auf dem Gelände des Militärlagers errichtete heilige Bezirk und die sich daneben entwickelte Siedlung mit städtischem Gepräge nicht zum Territorium Aquincums gehört haben. Die großen Ausmaße der Siedlung und der auch aus den Luftaufnahmen festzustellende städtische Charakter (das Straßensystem mit sich im rechten Winkel kreuzenden Straßen) machen es an sich bereits unwahrscheinlich, dass in der Urbanisation - ausgenommen das südlich der Bern­steinstraße und der Drau liegende Gebiet - in einer auf so geringer Weise entwickelten Provinz wie Pannonién eine so große Siedlung städtischen Gepräges ohne Magistrat und Stadtrang geblieben wäre. Die Annahme eines selbständigen Territoriums wird durch das größte Amphitheater in den beiden pannoni­schen Provinzen unumstritten gemacht. Auf dem Gelände eines vicus ist dieser Typ von Gebäude unvorstellbar. Die Größe der Siedlung, die in bedeutendem Maße den Durchschnitt der pannonischen Städte übertraf, das städti­sche Gepräge und das Amphitheater bekräftigen das, was 73

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