Alba Regia. Annales Musei Stephani Regis. – Alba Regia. A Szent István Király Múzeum Évkönyve. 34. 2004 – Szent István Király Múzeum közleményei: C sorozat (2005)

Tanulmányok – Abhandlungen - Fitz, Jenő: Gorsium–Herculia. Teil I: Forschungen 2. XXXIV. p. 45–80. T. I–XVIII.

Zu den nach Stuhlweißenburg verschleppten bearbeite­ten Steinen gehört auch eine Inschrift der Syrier aus Inter­cisa, die zu Ehren ihrer Landsgenossin - der Kaiserin ­aus Anlaß des Besuches von Septimius Severus im Jahre 202 dem Deus Sol Elagabalus einen Tempel errichtet hatten. 75 Zwei weitere Inschriften können an den Panno­nien-Besuch Caracallas geknüpft werden. Von diesen ist die über die Vorbereitungen zu dem Kaiserbesuch berich­tende Inschrift von Bedeutung: Der Schauplatz des Emp­fanges war ganz eindeutig Gorsium. Das angeführte In­schriftmaterial spricht für die im Kaiserkult eingenomme­ne Rolle Gorsiums. Weitere Inschriften weisen auf die hervorgehobene Bedeutung des Ortes. Sie wurden von Städten, Gemeinschaften aufgestellt, die dadurch, dass sie dafür diesen Ort gewählt hatten, ihrem Ehrfurchtgefühl besonderen Ausdruck verleihen wollten. Und dieser Ort von hervorgehobener Bedeutung war der Sitz der Provinz­versammlung und der heilige Bezirk des Kaiserkultes. Die ihren Ursprung in Gorsium habenden (und teilwei­se nach Stuhlweißenburg) verschleppten Inschriftsteine ergänzen die Bestimmung Mommsens. Weder in Aquin­cum noch anderswo sind diese Feststellung widerlegende, in Frage stellende Elemente zum Vorschein gekommen. Es wurden nirgends solche architektonischen Überreste gefunden, die der Gründung von Pannónia Inferior fol­gend als heiliger Bezirk des Kaiserkultes und Sitz der Provinz Versammlung in Betracht kommen könnten. Die Ansicht Mommsens bezüglich des Schauplatzes für den Kaiserkult in Niederpannonien teilte A. Alföldi nicht. Seiner Meinung nach kam es dort zu einer Tren­nung von provinziellem Kaiserkult und Reichsadministra­tion, wo die traditionellen Versammlungsorte der Einge­borenen für Feierlichkeiten der offiziellen Verehrung des Herrschers benutzt wurden. Als Beweis für diese Feststel­lung aber führte er keine dafür bekannten Kultstätten an. In Pannónia Inferior war zweifellos das Stammeszentrum und der heilige Ort der Eravisker in Aquincum. Aber in Pannónia Superior hatte das concilium provinciáé seinen Sitz nicht in Carnuntum, 76 dem Zentrum der Provinz, sondern in Savaria, von wo weder Spuren eines Stammes­sitzes noch eines örtlichen Kults bekannt sind. Bei der Auswahl kamen also andere Gesichtspunkte in Betracht. 77 Das sich auf Aquincum beziehende Argument kann nicht überzeugen. In den Donauprovinzen, wo sich die provin­zielle Organisation des Kaiserkultes unter Trajan oder nach diesem herausbildet hatte, ist diese in keiner einzi­Die Inschrift ist aus den Ruinen der mittelalterlichen königlichen Basilika in Stuhlweißenburg zum Vorschein gekommen. Die Annahme, die in dem in Pfaffenberg freigelegten heiligen Bezirk Carnuntums den heiligen Bezirk des Kaiserkultes der Provinz vor­aussetzt, ist irreal. Es ist unwahrscheinlich, dass der heilige Bezirk einer Legion Pannónia Inferiores den Pannónia Superiors in seiner Größe, Bedeutung und seinen Bauten auf unvergleichbare Weise ü­bertraf. Das ist um so wahrscheinlicher, weil dann in Pannónia Superior, wenn das für Aquincum angewandte Argument gültig gewesen wäre, die Wahl auf Carnuntum gefallen wäre. gen Provinz an den Sitz des Statthalters geknüpft (Fitz 1993/97, 423). Bei der Bestimmung der Kultstätten in den Donauprovinzen zeigte sich noch eine andere Überein­stimmung: Das concilium provinciáé kam überall neben einer Siedlung mit Stadtrang zustande. Unter Trajan hatte in Pannónia Inferior eine einzige Siedlung, nämlich Sir­mium, den Rang einer colonia, wo aber bis heute nicht einmal der Verdacht vom örtlichen Wirken einer Provinz­versammlung aufgekommen ist. Neben Sirmium konnte ­unter Trajan - noch eine andere Siedlung in Betracht kommen, nämlich Gorsium. Das Mitte des 1. Jahrhun­derts an der Überquerungsstelle der Sárvíz errichtete Militärlager löste Trajan zur Zeit des zweiten dakischen Krieges auf. Das Territorium des aufgelassenen Militärla­gers konnte der römischen Praxis entsprechend nicht wieder in den Besitz der civitas Eraviscorum zurückgege­ben werden, der man es einst genommen hatte. Da Aquin­cum erst unter Hadrian ein Munizipium wurde, war in den zwei nördlichen Dritteln der Provinz - mit Ausnahme der Limeslager - das Territorium des aufgelassenen Militär­lagers das einzige staatliche Gebiet, das zur Errichtung eines heiligen Bezirks zur Verfügung stand. Wäre der traj anzeitlichen Praxis entsprechend als Schauplatz des concilium provinciáé nicht ein durch eine Legion ver­stärkter Statthaltersitz, sondern eine Stadt der Provinz ausgewählt worden, könnte diese nur dann mit Gorsium identifiziert werden, wenn bei der Auswahl des Ortes mit der Errichtung des heiligen Bezirks begonnnen und die Stadtrangverleihung gleichzeitig, aber spätestens bei Beendigung der Bauarbeiten erfolgt wäre. Die Auflösung des Militärlagers in Gorsium wurde aufgrund der im nörd­lichen Lager gefundenen Ziegelstempel von der legio X Gemina vexillatio vorgenommen (Fitz 1981, 203, 210, Nr. 10). Ziegelsteine der gleichen vexillatio kamen auch aus den frühen Schichten von Gebäude XL und LXX zum Vorschein. 78 Die Legion hatte unter Trajan Pannónia Inferior verlassen, man kann also den nach 106 einset­zenden Aufbau des heiligen Bezirks als bestätigt ansehen. (Über die Stadtrangverleihung der Siedlung siehe das folgende Kapitel.) Den Sitz des concilium provinciáé in Gorsium bestätigen neben den angeführten Argumenten in nicht geringem Maße die bei den Freilegungen bekannt gewordenen Funktionen, die für ähnliche heilige Bezirke charakteristischen Bauten (zentraler Tempel, Altar, Gäs­tehaus, Speisehallen, das nicht wegzudenkende Amphi­theater) und die Steindenkmäler, die - aufgrund der Re­liefserien - an die Feierlichkeiten zum 900. und 1000. Jahrestag des Bestehens Roms an Gorsium geknüpft sind. Auf dem Bauinschriftfragment aus Sárpentele ist von dem Namen der Gottheit nur ein einziger Buchstabe, nämlich das D, erhalten geblieben. Solange wie die For­schung es nur mit epigraphischen Methoden versuchte, konnte die Debatte bezüglich der Deutung der Inschrift und des concilium provinciáé nicht entschieden werden. Unveröffentlicht. 67

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