Alba Regia. Annales Musei Stephani Regis. – Alba Regia. A Szent István Király Múzeum Évkönyve. 34. 2004 – Szent István Király Múzeum közleményei: C sorozat (2005)
Tanulmányok – Abhandlungen - Fitz, Jenő: Gorsium–Herculia. Teil I: Forschungen 2. XXXIV. p. 45–80. T. I–XVIII.
Alba Regia XXXIV, 2005 JENŐ FITZ GORSIUM - HERCULIA Teil I: Forschungen 2 FRAGE DER NACH INTERCISA VERSCHLEPPTEN INSCHRIFTEN UND BEARBEITETEN STEINE Gemessen an der Größe und vorausgesetzten Rolle, welche die Siedlung im Leben der Provinz eingenommen hatte, sind im Laufe der Ausgrabungen nur sehr wenige Inschriften zum Vorschein gekommen. In die bis zu ihren Fundamenten ausgehobenen Stadtmauern wurden - ähnlich der verbliebenen westlichen Stadtmauer - an der Wende vom 3. zum 4. Jahrhundert zahlreiche bearbeitete Steine aus dem Steinmaterial der zerstörten früheren Stadt eingemauert, die dann im 11. Jahrhundert nach Stuhlweißenburg gelangten. In diesem Material aber kommen, wenn auch nur in geringer Zahl, Reliefe und Skulpturen vor, die im 2./3. Jahrhundert die vermuteten Hallen der Provinzversammlung, die Säle und Tempel des Kaiserkults verziert haben können. Die Forschungen László Barkóczis lenkten die Aufmerksamkeit noch auf eine andere mögliche Steinverschleppung. Die an die Tácer Siedlung zu knüpfenden Steine sind hinsichtlich ihrer Qualität, ihres Stiles und ihrer Ausführung dem Steinmaterial aus Intercisa (Dunaújváros) in so großem Maße ähnlich, dass sie in ein und derselben Werkstatt - im Gegensatz zu den früheren Annahmen nicht in Aquincum, sondern in Gorsium - angefertigt worden sein können (Barkóczi 1984, 170-193). Diese Entdeckung gibt nicht nur eine Antwort auf die Frage nach den fehlenden Steinen in Tác eine Antwort, sondern auch auf einen Teil der Fragen, die sich auf den Ursprung des unbegründet riesigen Steinmaterials beziehen, das in Intercisa zum Vorschein gekommen ist (Fitz 1991, 53-62). Auf dem Gelände dieses Militärlagers an der Donau, mit zuerst 500, dann 1000 Mann Besatzung, wurden - ausgenommen die vier Legionslager und die dazu gehörenden Städte (Vindobona, Carnuntum, Brigetio und Aquincum) - mehr bearbeitete Steine gefunden (Fitz 1991, 53-62) als im gesamten pannonischen Limesabschnitt insgesamt. Von den in der Serie Die Römischen Inschriften Ungarns (RIU) beschriebenen Inschriften stammen 2 aus Ad Flexum (Magyaróvár) {RIU 235-236), 34 aus Arrabona (Győr) (RIU 240-273) und 9 aus Ad Statuas (Ács-Vas puszta) (RIU 640-648). Aus Azaum (Almásfüzitő) sind 10 Inschriften (RIU 699-708), aus Crumerum (Nyergesújfalu) 8 (RIU 749-756), aus Cirpi (Dunabogdány) 14 (RIU 826-839), aus Ulcisia Castra (Szentendre) 69 (RIU 864932), aus Vetos Salina (Adony) 21 (RIU 1441-1461), aus Lussonium (Bölcske) 4 (RIU 1015-1018) und aus Lugio (Dunaszekcsö) 8 (RIU 1038-1045) angeführt. Aus Intercisa sind in dieser Serie 244 Inschriften beschrieben (RIU 1051-1297). Diese Zahl ist kaum geringer, als die Zahl der Inschriften, die aus Brigetio (Oszony) bekannt ist, wo eine Legion, bestehend aus 6000 Mann Besatzung, stationiert war und neben dem Legionslager zwei Städte, eine Zivilstadt im Rang eines Munizipiums und eine das Lager umgebende größere Siedlung, canabae, entstanden waren. Von hier sind 262 Inschriften bekannt (RIU 373-634). Die unverhältnismäßig große Zahl der Inschriften aus Intercisa wird noch auffälliger, wenn man sie mit Städten wie Savaria (Szombathely), von wo 122 Inschriften (RIU 1-122) veröffentlicht wurden, oder Scarbantia (Sopron) mit 50 Inschriften (RIU 161-211) vergleicht, oder aber mit den 113 Inschriften aus der größten Stadt der Provinz, aus Sirmium (Mitrovica). Dem kann man noch hinzufügen, dass die weiteren in Intercisa zum Vorschein gekommenen bearbeiteten Steine, wie Skulpturen, Reliefe und architektonische Elemente, die Zahl der in den zitierten Städten gefundenen in einem ähnlichen Verhältnis übersteigt. Die unverhältnismäßig und unbegründet große Zahl der Inschriften und Steinmetzarbeiten in Intercisa fiel bereits bei den zu Beginn des vergangenen Jahrhunderts durchgeführten Ausgrabungen auf. Antal Hekler war der Erste, der es im Jahre 1912 als unwahrscheinlich erachte45