Alba Regia. Annales Musei Stephani Regis. – Alba Regia. A Szent István Király Múzeum Évkönyve. 28. – Szent István Király Múzeum közleményei: C sorozat (1999)
Die Grabbauten des A. Murcius Obulaccus und Aefinonius Rufus in Sarsina sind dagegen rechteckig. Sie besitzen eine Rückwand und eine prostyle Säulenstellung, die von einem hohen Gesims zusammengefaßt wird (Gabelmann 1979, 20, Abb. 12, 13, 14; Ortalli 1987, 169, Abb. 48; Hesberg 1992, 128, Abb. 74.). Bei beiden Grabbauten bekrönen korinthische Kapitell die geschweifte Dachpyramide, auf denen Urnengefäße auf einem Sockel stehen. Der Grabbau des L. Poblicius im Römisch-Germanischen Museum von Köln zeigt eine ganz ähnliche Auffassung (Precht 1975; Gabelmann 1979, 22 ff, Abb. 18, 19; Gabelmann 1987, 292 f.). Auch hier läuft das geschweifte Schuppendach in einem Kapitell aus. Im späteren 1. Jh. n. Chr. wurden im Rheinland die offenen Säulenfronten der Grabbauten in Reliefs übersetzt und der Typus des Pfeilergrabmals geschaffen (Gabelmann 1987, 292 f.). Zu den berühmtesten Vertretern gehört die Igeler Säule, die ebenfalls mit einem von Schuppen bedeckten Pyramidendach und einem Kapitell abschließt (DragendorfF-Krüger 1932, 87 ff, Abb. 62-65.). Auf dem Figuralkapitell folgt ein Aufsatz mit vier Frauenbüsten, aus dem ein Pinienzapfen wächst. Auf diesem schließlich sitzt der Adler mit Ganymed als Abschlußszene. Alle diese Beispiele belegen die Verwendung der Pyramidenspitze 64 aus Gorsium. Ein besonders originelles Detail sind die herzförmigen Blätter an den Seiten der Pyramide. Sie sind auf flachen Sockeln über die kleineren Blattschuppen des Daches herausgehoben. An Grabdenkmälern erscheinen häufig Efeuranken mit herzförmigen Blättern {Intercisa 1954, 204, Ädiculawände Nr. 156, 157.). Efeu ließ als immergrüne Pflanze auf Unsterblichkeit hoffen. Über dem abschließenden Torus folgte sicher ein weiteres Bauglied, entweder ein Kapitell mit einem unteren Durchmesser von ca. 40 cm, ein Pinienzapfen oder eine Skulptur. Im Ruinengarten von Gorsium finden sich zwei Figuren, die auch für eine derartige Verwendung in Frage kommen. Zur Figur des Ikarus (Fitz 1976, 68 f; Fitz 1996a, 24.), der das Entschweben der Seele des Verstorbenen versinnbildlicht, gibt es Parallelen in Aquincum (Hampel 1889, 157 f; Ziehen 1890, 47 f, Abb. 2, 3; Abb. 2, 3; Kuzsinszky 1934, 96, Nr. 18, Abb. 44; 189, Nr. 271; Nagy 1942, 480, Taf. 71,3; Erdélyi 1974, 104, Nr. 142-145.), Carnuntum (Krüger 1970, 33, Nr. 243, Taf. 38. Das Stück könnte eine Wandplatte einer Ädicula darstellen.) und Noricum (Modrijan-Weber 1965, 57 ff, Nr. 129, 133, 135, 137.). Dieses Motiv war besonders beliebt, da ohne besondere Mühe acht Rundskulpturen und ein Relief aufzuzählen sind. Andere geflügelte Gestalten im Zusammenhang mit Grabbauten sind Sphingen. Als geflügelte Bewohnerin der Lüfte erinnert sie an das Heraustreten aus der Erdenschwere, andererseits bewacht sie seit der ägyptischen Zeit die Grabmäler als furchterregendes Ungeheuer. Eine Sphinx wurde in der Nähe des Gräberfeldes am Aranyhegyi árok in Aquincum gefunden (Kuzsinkszy 1934, 164.). Auf dem Dach der Ennier-Ädicula in Sempeter saß ein Greif, ein weiteres mythisches Flügelwesen; ein zweiter, größerer Greif kann keiner der rekonstruierten Ädiculen zugewiesen werden (Klemenc u.a. 1972, Ennii: 78, Taf. 30, nicht zuweisbar: Abb. S. 65,Taf. 40.). Auch kleine Figurengruppen wurden als Aufsätze von Grabbauten verwendet. Der aus dem zerstörten Troja fliehende Äneas, der seinen greisen Vater Anchises und seinen Sohn Ascanius mit sich führt, gehört ebenfalls in den sepulchralen Bilderkreis. Eine solche Skulpturengruppe wurde auch in Gorsium gefunden (Fitz 1976, 68 f; Fitz 1996a, 24.). Das Grabmal des L. Poblicius in Köln wird von einer Äneas-Gruppe bekrönt (Gabelmann 1979, 22: später aufgesetzt; Gabelmann 1987, 291.), die Flucht des Äneas wird auch auf einem Relief von einer Grabädicula aus Intercisa und einem weiteren Exemplar in Székesfehérvár dargestellt {Intercisa 1954, 213, Nr. 183, Taf. 62,3. Székesfehérvár: Nr. 184, Taf. 62,4.). Auch diese Szene zeigt den Aufbruch in eine neue Welt, den der Verstorbene unternommen hat. 1.9 Bestandteile von Grabumfassungen 1.9.1 Reliefierte Wandplatten 2 Reliefplattc mit Kranz B:71,H: 109, H: 16. Die Platte weist am unteren Rand einen 26 cm hohen, leicht vorspringenden und gröber bearbeiteten Sockelstreilen auf. In diesem Bereich war die Platte ursprünglich nicht sichtbar. Ein 10 (seitlich) bis 13 cm (unten) breiter Randstreifen umfaßt das Bildfeld, in dem ein großer Kranz mit flachen glatten Blattschuppen dargestellt ist. Am oberen Ende treffen die Kranzhälften unter einer ovalen Metallspange zusammen, um unteren Ende ist der Kranz von einer Schleife mit flatternden Bändern umwunden. Das linke Band ist im oberen Bereich verdreht und rollt sich unten ein. Beide Ecken der Oberseite sind gebrochen, links ist jedoch der untere Teil eines Dübelloches noch sichtbar. (Abb. 40; Taf. XXXII) 26 Reliefplattc mit Kranz B:69, H: 112, H: 16,5. Das Stück entspricht der Platte 2, nur ist die Form des Kranzes leicht in die Breite gedrückt. Die Blätter sind eckiger, die Schleife ist schematischer dargestellt. Die flatternden Bänder sind hier breiter und plumper, die Oberfläche ist in diesem Bereich gröber. Im Gegensatz zu den Details des Stückes 2 scheint das Motiv hier unfertig zu sein. Die Oberseite des Steins zeigt bis zu 10 (links) bzw. 15 cm (rechts) vom Rand hereinreichende, 1 cm tiefe Klammerabdrücke. Die rechte Klammer ist etwas schräg nach hinten gestellt. Die Platte war also auf beiden Seiten mit gleich hohen Elementen verbunden. {Abb. 40; Taf. XXXII) Die beiden gleich großen Platten gehörten offensichtlich zu einem Grabdenkmal. In der Ausführung zeigen sich Unterschiede in dem Sinne, daß die Platte 26 schlechter ausgeführt bzw. unfertig zu sein scheint. Interessant ist die geringe Stärke der Platten (16 cm) und der grob bearbeitete, 25 cm breite Streifen am unteren Rand. In diesem Bereich waren sie nicht sichtbar, sondern vermutlich eingemauert. Aus diesem Grund ist anzu27