Alba Regia. Annales Musei Stephani Regis. – Alba Regia. Az István Király Múzeum Évkönyve. 25. – Szent István Király Múzeum közleményei: C sorozat (1995)
Rei Cretariae Romanae Fautorum Acta XXXIV - Krekovie, E.: Glasierte Keramik aus Gerulata. p. 95–100.
Alba Regia, XXV, 1994 E. KREKOVlC GLASIERTE KERAMIK AUS GERULATA Glasierte Keramik aus Gerulata (Auxiliar-Lager ungefähr 20 km östlich von Camuntum) ist von drei stellen bekannt:, aus zwei Gräberfeldern (I und III) und dem Militärlager. Es handelt sich um die spätrömische glasierte Keramik - die frührömische ist vorläufig auf dieser Fundstelle nicht vertreten. Die Mehrheit der Funde stammt aus Gräbern insgesamt sind es 11 Gefäße. Im Gräberfeld I wurden neun (Kraskovská 1974, Gräber 1, 11, 18, 21, 29, 36, 55, 102, 167) und im Gräberfeld III zwei Gefäße (Kraskovská 1974a, Gräber 5 und 9) gefunden. Es ist interessant, daß jedes Gefäß einem anderem Typ angehört. Gefäße mit plastischer Halbmondverzierung: Zwei vasenartige Gefäße können wahrscheinlich Varianten desselben Typs sein. Sie sind mit plastischen Halbmonden, die in senkrechten Reihen angeordnet sind, verziert. In einem Fall bilden die Halbmonde eine Ansammlung auch zwischen den Reihen (Abb. 1.,7-8). Beide sind braunglasiert und bieten die Möglichkeit einer chronologischen Einordnung ähnlich verzierter Gefäße. Die höhere Vase (Gräberfeld I, Grab 29) wurde zusammen mit einer Münze des Constantius Chlorus (293 - 306) gefunden. Diese Datierung bestätigt auch das Vorkommen einer Zwiebelknopffibel vom Typ 1 nach KELLER (1971,32) aus den Jahren 290 - 320. Auch das zweite Gefäß (Gräberfeld III, Grab 9) wurde zusammen mit Münzen vom Beginn des 4. Jh. - nochmals Constantius Chlorus und Maximinus Daia - gefunden. Die Münzen in beiden Gräbern, vor allem in dem zweiten, sind nicht abgenützt und sehr gut erhalten. Diese Tatsache ermöglicht uns die Vermutung, daß die mit plastischen Halbmonden verzierten vasenartigen Gefäße schon am Anfang des 4. Jhs. hergestellt wurden. Was die Form betrifft, so stehen der größeren Vase aus Gerulata drei Gefäße mit identischer Verzierung am nächsten - die plastischen Halbmonde sind aber rosettenförmig angeordnet. Das entfernteste Vorkommen dieses Gefäßtyps ist aus Noricum, von der Fundstelle Lauriacum-Enns, bekannt (Ruprechtsberger 1980, 37, Abb. 9). Die anderen zwei stammen aus Arrabona (Szönyi 1979, 32, T. VL2) und Höflein (Mus. Carnuntinum, Inv. 7819). Zur Verzierung der erwähnten Vase sind die nächsten Parallelen aus Intercisa (Póczy 1957, Abb. 39,34a) und Aquincum (Bonis 1980, Abb. 66,20) bekannt - bei beiden sind die plastischen Halbmonde in vertikalen Reihen angeordnet. Zur kleineren Vase aus Gerulata stammt die nächste Parallele - was Form und Vezierung betrifft - wieder aus Intercisa. Dieses Gefäß hat aber leicht eingedrückte Wände (Bonis 1991, Abb. 26,1). In Intercisa wurden auch Vasen ohne Hals gefunden die Halbmondverzierung bildet waagrechte Bänder {ibid. Abb. 26,2,3). Ein ähnliches Gefäß wurde auch im südlichen Pannonién in Cibalae gefunden (BRUKNER 1981, T. 59,25). Alle genannte Exemplare haben einige gemeinsame Merkmale: es sind vasenartige Formen mit Abstufung der gelben bis braunen Glasur, die Halbmonde sind in gewissen Mustern oder Reihen angeordnet. Vielleicht bilden sie eine Gruppe, deren Verbreitungszentrum im nordwestlichen Pannonién liegt. Anhand der Funde aus Gerulata kann sie in die ersten Jahrzehnte des 4. Jhs. eingereiht werden. Es gibt gewisse Anzeichen, daß eine etwas lockerere, weniger geordnete Verzierung dieser Art auch später, doch auf anderen Gefäßtypen, vorkommt. In dem Gräberfeld Somogyszil wurde ein grünbraunglasierter Krug, verziert mit plastischen Halbmonden, zusammen mit einer Münze des Constantius II. aus den Jahren 355 - 361 gefunden (Burger 1979, 29. T. 34,2). 95