Alba Regia. Annales Musei Stephani Regis. – Alba Regia. Az István Király Múzeum Évkönyve. 25. – Szent István Király Múzeum közleményei: C sorozat (1995)
Rei Cretariae Romanae Fautorum Acta XXXIV - Zabehlicky–Scheffenegger, S.: Der Italiener in Ephesos. p. 253–271.
КАЛА, KEPAOS, ХАРЕ können als "Grußstempel" Zuneigung und Glückwunsch ausdrücken (Comfort 1940, 1301) oder das Gefäß als glück- und nutzbringende Gabe auszeichnen. Doch soll auch bei diesen Fällen die Möglichkeit von Namensangaben nicht ausgeschlossen werden. Von den griechischen Töpfernamen sind 6 im Nominativ, 7 im Genitiv angegeben. Die anepigraphen Stempel lassen sich in vier bildinhaltliche Gruppen teilen: 1. Rechteckstempel mit Punktdekor (Nr. 35-36), 2. Rosetten (Nr. 37-39), 3. Delphin (Nr. 40) und 4. konzentrische Kreise (Nr. 41-44), wobei bei letzteren nicht sicher ist, ob sie nachträglich eingestempelt oder schon auf der Drehscheibe als Rillenverzierung angebracht worden sind. Die bisherige Ansicht (Hayes 1985, 51), daß anepigraphe (vor allem Rosetten-) Stempel erst in der Spätzeit der ESB I auftreten, muß durch diesen Fund revidiert werden. Die Formen der stempeltragenden Gefäße gleichen völlig denen der fühen Töpfer, u.a. des C.Sentius. Datierung: Die Einheitlichkeit der Auffüllung deutet auf eine kurze Periode hin. Gleiche Formen und Stempel traten in unterschiedlichen Tiefen auf, sodaß mit keiner längeren Auffüllungszeit zu rechnen ist. Auch die übrigen Beifunde engen den Zeitraum ein: ESA ist kaum mehr vertreten, die arretinische Sigillata nur mit mittel- bis spätaugusteischen Formen (Consp. Form 18.2, 19.2, 22.1; nur Reschteckstempel). Die Lampenfunde beschränken sich auf "Ephesos"-Lampen, von den in tiberisch-claudischer Zeit in Ephesos häufigen "red-on-white" - Lampen ist kein Fragment vorhanden. Die Münzfunde wurden allerdings noch nicht bestimmt. Der Beginn der ESB-Produktion wurde stets (zuletzt Hayes 1985, 51) um die Zeitenwende angesetzt, wozu die Datierung der italischen Mutterfima des C.Sentius bestens paßt. Wir fassen hier also die Produktion der ersten Töpfergeneration(en) der ESB in mittel- bis spätaugusteischer, eventuell noch frühesttiberischer Zeit. Dies widerspricht den Datierungen von einigen Formen, die H a y e s (1985) erst im zweiten Viertel oder um die Mitte des 1. Jh. n. Chr. angesetzt hat. Doch ist wahrscheinlicher, daß einige Formen schon früher als bisher angenommen eingesetzt haben, als daß so viele Gefäße der Frühzeit ein halbes Jahrhundert lang überdauert hätten. Für eine einheitlich Datierung spricht auch, daß die unterschiedlichen Formen mit den gleichen Stempeln versehen sind. Produktion: Eine genaue Lokalisierung der ESB-Produktion kann noch nicht mit Sicherheit gegeben werden. Sie wird seit langem an der Westküste Kleinasiens vermutet. Der von Plinius n.h. 35.161 genannte Ort Trallis erhält nach Hayes (HAYES 1972, 9f.; Hayes 1985, 49) durch ESBStempel mit der Aufschrift EKKAI/CAPHAE (Demangel - Laumonier 1923, 385, Nr. 2), dem offiziellen Namen von Tralles in der frühen Kaiserzeit Caesarea, eine Bestätigung. Genauere Hinweise werden hoffentlich die großangelegten Keramik- und Tonuntersuchungen bringen, die U. О u t s с h a r gemeinsam mit А. V e n d 1 (Hochschule für Angewandte Kunst, Wien) für die Ostküste der Ägäis anstellt. Es ist verlockend, zumindest einen Teil der Produktion im Raum von Ephesos zu vermuten, wo bereits vielfache Keramikproduktion aus glimmerhaltigem Ton nachzuweisen ist: Modelfunde belegen die Erzeugung von "megarischen" Bechern, Medaillonschalen und "Ephesos"-Lampen (Vetters 1981, 141, Taf. 7; Seiterle 1982, 148, Taf. 26.3; Mitsopoulos Leon 1985; MITSOPOULOS - LEON 1991, 58-60 u. Taf. 67-69, С 13 - С 17). Der charakteristische, je nach Brand zimtbraune oder graue, glimmerhältige, schiefrig geschichtete Ton läßt auch für andere Gefäßgattungen eine entsprechende, wohl lokale Produktion vermuten (MITSOPOULOS - LEON 1991, 17, 43, 56, 67, 76, 78, 131; Outschar 1991, 319). Der schon eingangs erwähnte Mangel an Benützungsspuren bei unserem Material läßt darauf schließen, daß die Gefäße nocht nicht in Gebrauch waren. Bemerkenswert sind auch die vielen stempelgleichen Gefäße. Es könnte sich also um Töpfereiabfall handeln, was aber unwahrscheinlich ist, da keine in einem Fehlbrand verformten Fragmente festzustellen waren. Eine andere, wahrscheinlichere Möglichkeit zur Deutung des Befundes ist, darin den Inhalt eines abgebrannten Händlerdepots zu sehen, das für den lokalen Bedarf oder eine Verschiffung vom Hafen von Ephesos aus bestimmt war. C.Sentius: Aus der Sondage -1/88 sind nur drei Stempeltypen vorhanden. Die 64 mit dem Namen des C.Sentius gestempelten Gefäße verteilen sich sehr ungleich auf einen Teller, 62 Schalen und Schälchen und einen großen Kelch. Die vertretenen Ganz- und Bodenformen, geordnet nach den drei Stempeltypen und mit Angabe der jeweiligen Stückzahl, sind auf Abb. 12 dargestellt. Seit der ersten Publikation eines Sentius-Stempels auf ESB aus Priene (Zahn 1904, 437, Nr. 153) wurde zwar immer wieder über den aus diesem einzigen Stempel erschlossenen Filialbetrieb geschrieben, jedoch sind bisher erst 5 weitere Stempel aus Ephesos publiziert (Heberdey 1906, 168-169, Nr. 5-8; MITSOPOULOS - LEON 1991, 120, H 198 mit einem vierten Stempeltyp: CSE), dazu noch einer aus Sardis (Wrabetz 1977, 195) und weitere (wie viele?) aus Korinth (Hayes 1973, 468 Anm. 111) erwähnt, insgesamt also vielleicht ca. 10-20 Stück. Der Zuwachs von 64 Stempeln auf ESB aus einem einzigen "Loch" ist also gewaltig. Die übrigen SentiusStempel aus dem östlichen Mittelmeerraum in Alexandria (O.-C. 1732.46), Athen (O.-C. 1732.39), Eleusis (O.-C. 1732.36), Korinth (O.-C. 1732.37+38), Notion (O.-C. 1732.45), Oboda (NEGEV 1974, 33 Nr. 113), Pergamon 257