Alba Regia. Annales Musei Stephani Regis. – Alba Regia. Az István Király Múzeum Évkönyve. 25. – Szent István Király Múzeum közleményei: C sorozat (1995)

Rei Cretariae Romanae Fautorum Acta XXXIV - Cociş, S. – Ruscu, D.: Reliefmedaillons und Tonmatrizen aus Dakien. p. 121–135.

festlichkeit des Kultes Roms und des Augustus in Pergamon, wobei die Gaben aus Kuchen und Brand­opfern bestanden (Kornemann 1901, 100). Ähnliche Zeremonien fanden auch in anderen Teilen des Reiches statt; dies beweist auch eine Stelle aus der História Augusta, vita Taciti (Alföldi 1938, 317), die besagt, daß man für die, vota publica auf dem Altar des Kaisers Kuchen als Opfergaben niederlegte. A. A 1 f ö 1 d i unterstreicht den Ausdruck libamina ponerentur und weist auf die Möglichkeit hin, daß auch die Medaillons selbst als Opfergaben dargebracht werden konnten, wie im Falle jener, die einen Standring haben (1938, 314, Abb.l). Zu den Medaillons mit kaiserlicher Thematik gehören auch die Darstellung des Septimius Severus auf einer Matrize aus Porolissum (Nr. 21) und des kaiserlichen Paares Septimius Severus und Iulia Domna auf einer Matrize aus Ulpia Traiana Sarmizegetusa (Nr. 20). Wir müssen vermerken, daß die Qualität der letzteren hervorragend ist, was zu der Vermutung verleitet, daß die Matrize nach einem Bronzepositiv gearbeitet wurde. (Vertet 1969, 121). Ebenfalls dem Kaiserkult scheint auch die Darstellung einer aquila auf einem Medaillon aus Tibiscum (Nr. 19) gewidmet zu sein, der, nicht ohne Grund (Alföldi 1938, Nr.25), als wahrscheinliches Legionszeichen betrachtet wurde (Cocis-Rogozea-Chitu, 1988, 247). Aber die Tatsachen, daß es einerseits in der zivilen Niederlassung und nicht im Lager entdeckt wurde und daß andererseits auf der Rückseite Ceres dargestelt ist, lassen annehmen, daß die Thematik des Stückes eher der religiösen als der militärischen Symbolik angehört. Die Vergöttlichung des Kaisers erhält, insbesondere gegen das Ende des III. Jahrhunderts, neue Züge, sein Bild erscheint immer öfter mit der Strahlenkrone, und den Höhepunkt stellt die Identifizierung mit Sol dar (beispielsweise bei Aurelian). All dies spiegelt sich auch in den behandelten Gegenständen wider, wie im Falle des Medaillons aus Ilisua (Nr. 23), von dem nur ein Fragment mit der Darstellung eines von Strahlen umgebenen Hauptes erhalten ist. Bilder des Triumphes des Sol als Darstellungen der göttlichen Macht des Kaisers treten in Romula (Nr. 4) und in Tibiscum (Nr. 22) auf. Bemer­kenswert ist die Tatsache, daß dieser Darstellungstyp keine Analogien in jenen Gegenden aufweist, die als Herstellungszentren der Reliefmedaillons gelten. Ebenfalls in Verbindung mit dem Kaiserkult scheinen auch die Medaillons mit Darstellungen des Mars, der Minerva oder der Victoria zu sein. Diese Hypothese beruht auf einem Medaillonfragment aus Apulum (Nr. 16) mit der Darstellung der Victoria, des Mars (Minerva?) und - nach Ansicht von V. Moga (1978, 163) - eines genius. Dieses Medaillon hat eine gute Analogie in Savaria, mit der Darstellung von Mars, Minerva und Victoria, und darunter der Inschrift CONSERVATIO AVGVSTI (Alföldi 1938, Nr.42). Auf dieser Grundlage könnte man dem Kaiserkult auch das Medaillon mit Mars aus Napoca (Nr.25) zuschreiben, sowie auch jene aus Acidava (Nr. 15) und Dierna (Nr. 17). Eine andere Gelegenheit, bei der man als Opfergaben Ritualkuchen darbrachte, war das Fest der Göttin Isis vom 5.März (Alföldi 1938, 314; (WuiLLEUMiER - AUDIN 1952,119). Interessant ist die Tatsache, daß, beginnend mit dem 2. Jahrhundert, dieses Fest am 3.Januar gefeiert wird, gleichzeitig mit den vota publica (Alföldi 1938, 3/4). Das ist auch der Grund, weshalb Septimius Severus auf den Darstellungen der gallischen WUILLEUMIER ­AUDIN 1952, Nr. 202, 335, 336) und pannonischen Medaillons (Alföldi 1938, Nr. 1, 2, 3) zusammen mit Iulia Domna als Serapis und Isis erscheinen. In Dakien erscheinen solche Darstellungen in Cristesti (Nr. 13), Micasasa (Nr. 11-12) und Apulum (Nr. 14). In diesem Zusammenhang muß auch das Medaillon erwähnt werden, das - wahrscheinlich - aus Alburnus Maior stammt (Nr.l), mit der Inschrift:EIAQC MOI О СЕРАШС KAI Ol 0EOI riANTEC. Schließlich scheint dem Kaiserkult auch die Matrize aus Bologa gewidmet zu sein, mit der Inschrift: [PROP1] TIVM GENIV[M], wahrscheinlich Habeas propitium genium (Ruscu 1992,129). Die Ikonographie der uns bekannten Medaillons aus Dakien erlaubt aber auch die Identifizierung anderer Feste als derer, die in der bisherigen Fachliteratur bekannt waren. In deren Rahmen, insbesondere jener, die mit Agrarkulten in Verbindung standen, sind Opfergaben von Ritualkuchen und Gefäßen mit Wein oder Honig ebenfalls vorhanden. In Verbindung mit dem Kult des Liber Pater, ursprünglich einer Agrargottheit, bezeugen die antiken Auroren, wenn sie sich auf das Liberalienfest vom 17. März beziehen, Gaben von Ritualkuchen, die von Priesterinnen des Gottes hergestellt wurden (Varro, 6 L;L; 3, bei Forcellini 1865, s.v. Liberalia). Diese Fladen haben auch einen eigenen Namen - liba -. womit man sie von den anderen ähnlichen Produkten unterscheiden kann, die allgemein crustula genannt werden. In diesen Zusammenhang gehört die Matrize mit großen Abmessungen aus Napoca (Nr. 26) sowie auch jene aus Drobeta (Nr.3) und Porolissum (Nr. 27). Ebenfalls in Verbindung mit dem dionysischen Kult steht die zweischalige Matrize aus Apulum (Nr. 29). Diese stellt einen siegreichen auriga dar, ein aus der gallischen Ikonographie entlehntes Thema, weist aber außer einer diesem ikonographischen Typ zugehörigen Inschrift: NI(CA) - LO(GISMVS), auch'das Wort GENIVS auf. Diese Tatsache, sowie auch der Entdeckungsort (das Heiligtum des Liber Pater) führen zur Vermutung, daß der Hersteller etwas anderes als bloß einen Sieg bei einem Wettrennen darzustellen beabsichtigte (s. Ruscu 1992, 132). Wenn man sich Rechenschaft darüber gibt, daß, beginnend mit dem 2. Jahrhundert, der indische Triumph des Dionysos immer öfter dargestellt wird - auf Sarkophagen (Gaspari 1986, 565) oder auf Medaillons aus 122

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