Alba Regia. Annales Musei Stephani Regis. – Alba Regia. Az István Király Múzeum Évkönyve. 15. 1974 – Szent István Király Múzeum közleményei: C sorozat (1976)

Tanulmányok – Abhandlungen - Gábler Dénes – Kocztur Éva: Terra sigillata Depotfund von Gorsium. XV, 1974. p. 65–88.

TERRA SIGIILATA DEPOTFUND AUS GORSIUM In die Ausgrabungssaison des Jahres 1969 wurde die Freilegung der Eingeborenensiedlung (vicus) von Gorsium fortgesetzt( 1 ) ; im Laufe dieser Arbeiten kam ein bemerkenswerter Fundkomplex zum Vorschein. Während der Abzeichnung des östlichen Schnittes des Profils Nr. M 3 —N 3 /ll (Abb. 1) wurden neben der Mauer eines spätrömischen Gebäudes (Abb. 2.) in einer Hüttenlehmschuttschicht, auf durch­gebranntem Fußbodenniveau, ineinander gelegte Ter­ra-Sigillata-Gefäße und-Schüsseln sichtbar (Abb. 3). Die Oberfläche dieser Profile war größtenteils von einer äußerst stark gebrannten, lehmigen, 20—40 cm dicken Schuttschicht bedeckt, die viel Keramik ent­hielt^ 2 ) Nachdem die erhebliche Menge Lehmschutt entfernt wurde, kamen auf dem durchbrannten Fuß­bodenniveau Fragmente von Bronzebeschlag, ver­mutlich Spangen eines Kästchens (Taf. II. — Inv. Nr. 69, 206. 1, Székesfehérvár — die weiteren Funde sind ebenda zu finden.) zum Vorschein. Das Fuß­bodenniveau war an der östlichen Seite von einer, die beiden Profile durchquerenden Abschluß mauer ab­geschlossen, nach deren Abbruch folgendes festgestellt werden konnte: Der Fundkomplex nahm in einer Brandschicht des Fußbodens einer in Humus gebauten Mauer einen rechteckigen Platz ein. An ihrer Seite (1) J. FITZ, The Excavations in Gorsium. AArchHung, XXIV, 1972, 31—32; É. KOCZTTJR, FolArch, XXIII, 1973, 43—58. (2) Daä keramische Material ist für die Mitte des 2 Jh. bezeichnend. Die zahlreichen marmoriert bemalten Bruchstücke lassen einen Farbstof von guter Quali­tät erkennen. Es dürfte sich um eine Zwischenphase zwischen der früheren feinen Maltechnik und der etwas verschmierten Pinselführung der Töpfer­werkstatt von Gerhát bei Szőny handeln. wertvolleren Kleidungsstücke — Tuch, Kopftuch — Juwelen, Perlen, Riechwarenbehälter, die man mit den sonstigen Wertgegenständen des Hauses ver­steckte. Diesbezügliche Andeutungen : die blauen und weißen geschmolzenen Glastücke (Inv. Nr. 69. 206. 10—11) und die grünliche, gefurchte Glasflußperle (Inv. Nr. 69. 206. 12).( 3 ) Auch die erwähnte Eisenglocke galt als Wertge­genstand, dessen Entwendung gemäß der Lex Salica mit schwerer Geldbuße geahndet wurde. ( 4 ) Es han­lagen 6 ineinander gesteckte größere Tassen Typ Dr. 33, alle mit Töpfermarken versehen, ferner 6 Teller Dr. 31, bis auf eine mit Namensstempel, sowie 4—5 Tasser Drag. 33 und 3 oder 4 Teller Drag. 18/31, große Stücke mit Namensstempel. (Taf. IV — V .). Die genaue Stückzahl der letzgenannten zweierlei Gefäße konnte erst nach der Restaurierung klarge­stellt werden. Die kleinen Tassen wurden zwischen die zweierlei flachen Teller gelegt. Unter den gro­ßen Schüsseln lagen Eisenreifen (Abb. 2. — Inv. Nr. 69. 206. 6). Unter den Eisenreifen befanden sich große Eisennägel {Taf. 1.1—4. — Inv. Nr. 69. 206. 5), auf denen die Schüsseln standen. Als die Eisen­reifen entfernt wurden, wurde darunter das vierek­(3) B. HETJKEMES, Römische Keramik aus Heidelberg. Bonn, 1964. Bei der Aufzählung bzw. Untersuchung der Beigaben des Brandgrabes Nr. 80 einer Frau konnten wir eine sehr starke Ähnlichkeit zwischen den vergrabenen und den verborgenen Wertgegen­ständen beobachten (p. 99). Im Grab des Gräber­feldes an der nach Ladenburg führenden Straße konnten wir das Zubehör eines Kästchens und einer größeren Kiste erkennen — Henkel, Beschlag, Spangen, Schlüssel —, in der vermutlich Frauen­kleider mit der Toten vergraben bzw. verbrannt wurden. Eine kleine Niete konnte nämlich als Hau­benschmuck identifiziert werden. (4) Á. SALAMON, Jntercisa II. AHung, XXXVI, 1957, 375—376. 5 Alba Regia XV. (55

Next

/
Oldalképek
Tartalom