Alba Regia. Annales Musei Stephani Regis. – Alba Regia. Az István Király Múzeum Évkönyve. 14. 1973 – Szent István Király Múzeum közleményei: C sorozat (1975)
Közlemények – Mitteilungen - Kovács Péter: Der königliche Palast von Székesfehérvár. XIV, 1973. p. 343–346.
lika identifiziert werden. Ihre Dimensionen entsprechen den ehemaligen Beschreibungen, und dürften einen überwältigenden Eindruck gemacht haben. Gegenüber der Basilika sieht man auf dem Stich einen Häuserblock, in Längs- und Querrichtung durch zahlreiche Gassen zerstückelt, in dem wir den königlichen Palast wohl schwerlich entdecken könnten( 6 ). Bei der Untersuchung des Stiches stellt sich unwillkürlich die Frage, ob man den Palast nicht eher im befestigten Block suchen sollte, der von der Basilika zum Ofner Tor reicht und mit Mauern umringt ist. Mit anderen Worten: Wäre es nicht möglich, daß das (die) Gebäude der Probstei und der königliche Palast ein einziges Objekt darstellten( 7 )? In diesem Falle hätten wir nicht nur den Palast gefunden, sondern könnten sogar auch Sibmacher Gerechtigkeit widerfahren lassen. Dann wäre es nämlich vorstellbar, daß seine „Burgk" eben die Basilika mit dem anschließenden Block der Probstei bzw. des königlichen Palastes ist. Des weiteren wollen wir die Aussagen der schriftlichen Quellen in Augenschein nehmen. Es fällt unvorteilhaft auf, daß die Forschung keine einzige zeitgenössische Urkunde aufzuweisen vermag, die von topographischem Nutzen wäre( 8 ). Das Schreiben, das Papst Innozenz IV. im Jahre 1243 an den Prior der Dominikaner von Székesfehérvár richtete, ist nur hypothetisch mit der dortigen königlichen Residenz in Verbindung zu bringen( 9 ). Auch die Urkunde der Königinwitwe Elisabeth aus dem Jahre 1272 ist nicht viel konkreter, in der sie eine gegen sie gerichtete Verschwörung beschreibt. Allenfalls deutet der darin enthaltene Ausdruck „in nostre maiestatis domum", wenn auch nicht auf den Palast, so doch auf das eigene Haus des Königs hin( 10 ). Das Leben von Székesfehérvár im 14—15. Jh. ist in einem relativ reichhaltigen Archivmaterial illustriert. Kaufverträge sowie Aufzeichnungen über Flurbegehungen und verschiedene Rechtssachen sind hier г Lichermaßen zu finden( u ). Es dürfte uns zumindest ne erdenklich stimmen, daß in keiner di ^ser Urkunden auch nur ein Hinweis auf das königliche Domizil enthalten ist, und daß wir neben den Leuten der Probstei, der latinischen Bürger („hospites Laiini") oder der Kreuzritter kein einziges Mal dem königlichen Dienstvolk begegnen. Ebenso auffallend ist die Tatsache, daß wir auch im Text der damaligen Legenden und Chrtniken keinen konkreten Hinweis auf die königliche Residenz in Székesfehérvár finden. Zugleich ist den letzteren Quellen und der Datierung der Urkunden zu entnehmen, daß Székesfehérvár allenfalls in der Zeit zwischen Stephan 1. und der Thronbesteigung von Béla IV. eine der Städte war, wo sich die Ungarnkönige am meisten aufhielten. Mit Hilfe der Angaben von Béla S e b e s t y é n( 12 ) läßt sich feststellen, daß unsere Könige in den Jahren 1000 — 1100 — statistisch berechnet — etwa dreimal so viel Zeit in Székesfehérvár verbrachten wie in Esztergom (Gran). Auch im Jahrhundert 1101 — 1200 betrug die hier verbrachte Zeit noch das Doppelte. Seit 1200, genauer: seit Béla IV. verlor die Stadt allmählich diese zahlenmäßig erfaßbare Bedeutung. Seit Beginn des 13. Jh. gibt es auch immer weniger Angaben darüber, daß die Könige den üblichen Gerichtstag am Stephanstag in Székesfehérvár abgehalten hätten( 13 ). (6) Cf. Anm. 4. (7) Die Frage wurde schon früher von Jolán Balogh gestellt. .T. BALOOH, A művészet Mátyás király udvarában (Die Kunst am Hof des Königs Matthias). Budapest, I960, 182. (8) Cf. Anm. 2. (9) Fejér, Cod. Dipl. IV. 1. 301. (10) Ibid., V, 2, 131 -132. (11) Cf. Gr. ÉRSZEGI, Fejér megyére vonalhozó oklevelek a székesfehérvári keresztes konvent magánlevéltárában. (Auf das Komitat Fejér bezügliche Urkunden im Privatarchiv des Kreuzritterkonvents von Székesfehérvár). 1193 — 1542. Fejér megyei Történeti Évköny, V, 1971, 177-264. (12) В. SEBESTYÉN, A magyar királyok tartózkodási helyei (Aufenthaltsorte der ungarischen Könige). Budapest, о. J. v.13) Cf. GY. BONIS, A székesfehérvári, törvénynaptól az ,,ország szabadságáig" (Vom Gerichtstag in Székesfehérvár bis zur ,, Freiheit des Landes"). Székesfehérvár Évszázadai, II, 1972, 83-102. Seit dem Ende des 12. und dem Beginn des 13. Jh. wurde zunächst Obuda (Altofen) und dann Buda (Ofen) das repräsentative Zentrum des Königreichs( 14 ). Demgegenüber spielte Székesfehérvár seit dem 14. Jh. (genauer: seit den Anjou-Königen) bis 1543 (Eroberung der Stadt durch die Türken) vielleicht eine noch wichtigere sakrale Rolle als unter den Arpaden. Es war geradezu unvorstellbar, daß königliche Krönungen, Hochzeiten oder Beisetzungen nicht in Székesfehérvár stattfinden. Mangels konkreter topographischer Angaben müssen wir uns also der Meinung anschließen, wonach es in Székesfehérvár schon sehr früh, jedenfalls um 1007 (Geburtsjahr des Prinzen Emmerich), aber spätestens seit 1018, als laut Györffy die königliche Residenz von Esztergom nach Székesfehérvár verlegt wurde, in irgendeiner Form einen königlichen Wohnsitz geben mußte( IS ). Die Richtigkeit der während der Untersuchung der Stiche aufkommenden Hypothese, wonach der königliche Palast und das Probsteigebäude gleichzusetzen wären, scheint S( it dem 15. Jh. in mehreren schriftlichen Quellen bestätigt zu sein. Zuerst steht es im Tagebuch der Ilona Kot tanner konkret geschrieben, daß man die Nacht nach der Krönung des Kindes Ladislaus V. mit der Königin im Probsteigebäude verbracht hat( ie ). Bei der Beschreibung der Hochzeit von Matthias Corvinus und Beatrix nennt der Breslauer Peter Eschenloer den genauen Ort des Quartiers und des Festmahls zwar nicht, benützt aber mit auffallender Konsequenz die Ausdrücke .seine Herberge, Königliche Herberge, wenn es um die Ereignisse in Székesfehérvár geht( 17 ). Daß er hier bewußt Worte wie Schloß oder Palast vermeiden wollte, wird aus der gleichen Konsequenz deutlieh, mit der ersieh in Buda des Ausdrucks Königlichen Schloß bediente. C 8 ) Ein anderer ausländischer Augenzeuge dieser Hochzeit, Hanns Seybolt, berichtet schon genauer. Die Königin, schreibt er, habe am Hof des Probstes gewohnt( 19 ). Sehr anschaulieh wird die Hochzeit von Wladislaw II. (Székesfehérvár, 1502) vom französischen Ritter Pierre Chocque beschrieben, der im Geleit der Königin Anna gekommen war. Ebenso wie früher Eschenloer schreibt auch er nur von einer Herberge („logis"), während er in Buda schon den Ausdruck „chasteau" vorzog( 20 ). Zwei Jahrzehnte später, in der Beschreibung der Krönung von János Zápolya bzw. Ferdinands bezeichnen György Szerémi bzw. Ursinus Velins ebenfalls das Probsteigebäude als königliche Herberge( 21 ). Auch eine spätere Angabe von Szerémi sollte hier erwähnt werden. Als die Bürger von Székesfehérvár im Jahre 1543 über die Kapitulation der Stadt verhandelten, boten sie dem Sultan den Palast des Probstes als Quartier an("). Dies wäre nur dann möglich gewesen, wenn dieser Bau seit Menschengedenken tatsächlich als königliches Quartier gedient hätte. Freilich ist gerade im Falle von Székesfehérvár ein derartiger gemeinschaftlicher Besitz recht überraschend, wenn auch nicht ganz ungewöhnlich. László Gerev i с h berichtet von einer ähnlichen Lage, die in Obuda (14) Cf. GY. GYÖRFFY, A székesfehérvári latinok betelepülésének kérdése. (Die Ansiedlung der Eatiner in Székesfehérvár). Székesfehérvár Évszázadai, II, 1972, 42. (15) Ibid., 38-39; J. FITZ, - L. CSÁSZÁR, - I. PAPP, Székesfehérvár. Budapest, 1966, 12; GY. GYÖRFFY, Székesfehérvár feltűnése a történeti forrásokban (Erscheinen von Székesfehérvár in den geschichtlichen Quellen). Székesfehérvár Évszázadai, I, 1967, 24. (16) Die Denkwiirtigkeiten der Helene Kottannerin. Herausg. : K. MOLLAY, Arrahona, VII, 1965, 274. (17) P. ESCHENLOER, Geschichten der Stadt Breslau. Bd. IL, 343 - 345. (18) Ibid., 346. (19) Cf. В. BORSA Ismeretlen egykorú német leírás Máiyás és Beatrix házasságáról (Unhekannte zeitgenössische deutsche Beschreibung dér Hochzeit von Mathias und Beatrix). Pécs, 1940, 2. (20) Der Bericht von P. Chocque in: Masyar Történelmi Tár, XXIII, 1877, 97-113; über Székesfehérvár: 104 und 107: über Buda: 108. (21) Über Zápolya: MHII. II. 1. 139, über Ferdinand: С U. Velii de Hello Pannonico. . . Wien, 1762, 188. (22) GY. SZERÉMI, in MHH. II. 1. 344