Alba Regia. Annales Musei Stephani Regis. – Alba Regia. Az István Király Múzeum Évkönyve. 14. 1973 – Szent István Király Múzeum közleményei: C sorozat (1975)

Tanulmányok – Abhandlungen - Schwappach, F.: Zur Chronologie der östlichen Frühlatene-Keramik. XIV, 1973. p. 109–136.

ZUR CHRONOLOGIE DER ÖSTLICHEN FRÜHLATENE-KERAMIK Die Erforschung der Frühlatenekultur hat in den letzten Jahrzehnten wesentliche Fortschritte ge­macht. Das ist durch eine Fülle von Spezialarbeiten belegt, die in Ost und West erschienen sind. So unter­schiedlich die einzelnen Forschungsansätze und -richtungen auch sein mögen, man ist hier wie dort bemüht, das weite keltische Siedlungsgebiet zwischen der Champagne und dem siebenbürgischen Karpa­tenkessel regional zu gliedern. Einige Kollegen sind sogar bestrebt, die Bereiche einzelner Stammesgrup­pen zu lokalisieren, bereits verschiedene Werkstätten und „Künstler-Schulen" zu differenzieren. Aber es ist hier einmal die Frage zu stellen, ob wir die übergeordneten Probleme schon in dem Maße präzisieren und lösen konnten, haben wir die Grund­lagenforschung tatsächlich schon so weit vorangetrie­ben, daß kleinräumige Aspekte und Detailfragen forschungsgeschichtliche Relevanz haben? Ein wich­tiges Anliegen sollte es sein, zunächst eine groß­räumige Gliederung des keltischen Siedlungsraumes vorzunehmen. Andererseits wäre es nicht minder von Bedeutung, zuverlässige Kriterien für die chronologi­sche Bestimmung, und zwar des gesamten frühlate­nezeitlichen Fundstoffs zu erarbeiten : Genau genom­men gibt es bis heute alleine eine Fibelchronologie, deren Präzisierung allerdings, etwa im Hinblick auf die Stufe LT A, auch noch zu wünschen läßt. Mag unsere lapidare Feststellung zur Frage der großräumigen Gliederung des Frühlatenebereichs, daß nämlich ein östlicher von einem westlichen Flügel zu unterscheiden sei, als althergebrachte Weisheit gelten. Indessen, diese Tatsache wurde bisher nicht ausreichend belegt. Anhand von zwei Verbrei­tungskarten ( АЪЪ. 1— 2) möchte ich versuchen, beide Frühlatenekreise geographisch zu umreißen: Die Karte Abb. 1 zeigt das Vorkommen zweier charakteri­stischer Motive der Latène- A -zeitlichen (,, Early Style " ) Ornamentik ( l ). Die Palmettendarstellungen, die noch P. J а с о b s t h a 1 ( 2 ) für die Kunst des keltischen Raumes schlechthin als kennzeichnend herausstellte, sind schwerpunktmäßig tatsächlich nur zwischen Rhein und Marne anzutreffen. Abstrakte Bogenfriese mit Überschneidung kommen andererseits vornehm­lich im Osten, d. h. besonders in Bayern, Böhmen und Österreich vor. Viele andere Beispiele aus der Welt der Ornamentik können bestätigen, daß der westliche Kreis jenseits des Rheins deutlich abgesetzt ist von dem östlichen( 3 ). Es zeigt sich außerdem immer wieder, daß der nord­südliche Bereich, der ungefähr das Gebiet Baden­Württembergs und des heutigen Hessen umfaßt, in der Stufe LT A gewißermaßen als hallstättische Pufferzone mit fließenden Übergängen zwischen den beiden Zentren steht. Die andere Karte, die ich hier vorlegen möchte, gibt die Gesamtverbreitung der frühlatenezeitlichen Linsenflaschen wieder (Abb. 2)( 4 ). Obwohl diesmal ABKÜRZUNGEN HBA = Hamburger Beiträge zur Archäologie Stud Com = Studii si comunieäri Satu Mare (1) F. SCHWAPPACH, Frühkeltisches Ornament zwischen Marne, Rhein und Moldau. BJ, CLXXIII, 1973, 53 ff.; ID., Ein keltischer Gürtelhaken von Mühlacker, Kr. Vaihingen. Studien zum frühkeltischen Ornament. Fundberichte aus Baden-Württemberg, I, 1974, 337 ff. (2) P. JACOBSTHAL, Early Celtic Art. Oxford, 1944. (3) Cf. F. SCHWAPPACH, O. C, BJ, CLXXIII, 1973, 53 ff ; ID., Stempel des WaldalgesheimMils an einer Vase aus Sopron-Bécsidomb ( West-Ungarn). HBA, I, 1971, 131 ff.; ID., Der Hirschhornschieber von der Heune­burg. Zum Bogenstil der Hallstatt- und Latènekultur . HBA, П1, 1973 (1975). (4) F. SCHWAPPACH, Die Linsenflaschen der Laiènekul­tur. Latène-Studien, II, 1976. — mit gesamter Fund­vorlage. 109

Next

/
Oldalképek
Tartalom