Alba Regia. Annales Musei Stephani Regis. – Alba Regia. Az István Király Múzeum Évkönyve. 14. 1973 – Szent István Király Múzeum közleményei: C sorozat (1975)

Tanulmányok – Abhandlungen - Dehn, W. Älterlatenezeitliches Pferdegeschirr – Trensen und Zierscheiben. XIV, 1973. p. 107–108.

ÂLTERLATENEZEITLICHES PFERDEGESCHIRR—TRENSEN UND ZIERSCHEIBEN „Fahren und Reiten" oder besser gesagt: der Reiterkrieger und der Streit wagenkämpfer stellen den Beitrag dar, den in immer wieder neuen Anregungen die östlichen Steppenvölker der europäischen Kultur­entwicklung vermittelt haben. Wenn auch während des letzten vorchristlichen Jahrtausends das Pferd als Reittier und als Zugtier vor dem Wagen im Hallstatt­bereich bereits ein wesentliches Element des Kultur­apparats darstellt, den Höhepunkt der Rolle des Pferdes, Träger des gewappneten Kriegers oder als „Motor" am zweirädrigen Streitwagen angeschirrt zu sein, erleben wir im keltischen Latènebereich. Vielles ist dabei gewiss Erbe der vorhergehenden Hallstatt­kultur anderes—wie der Streitwagen —ist von Süden neu übernommen worden, aus Überkommenem und Neuem entsteht aber eine ganz eigene Form reiter­lich-wagenkämpferischer Haltung. Dazu vermögen die erhaltenen Denkmäler und Funde wesentliche Aussagen zu bieten. Beispiele für berittene Frühlatenekrieges bringt die Schwertscheide aus Hallstatt( 1 ) Grab 994 und das Bronzeblech aus einem Grabe von Kärlich( 2 ) bei Koblenz. Von der Trensenform ist in beiden Fällen nichts Deutliches erkennbar, das Riemenwerk, soweit sichtbar, läßt an Ringtrensen denken, in Hallstatt zeigen die Zügelriemen reichen Zierscheibenschmuck, wie er ähnlich in der Wagengräbern begegnet. Die Gräber mit Wagenbeigabe( 3 ) sind es vor allem, die über die Anashirrung der Pferde Auskunft geben, freilich nur auf Grund der erhaltenen Metallteile. ( I ) W. DEHN, Krieger und Salzherren. Hallstattkultur im Ostalpenraum. Römisch-German. Zentral­museum Mainz, Ausstellungskatalog, IV, 1970, 72 ff. (2) H. E. JOACHIM, JRGZM, XVII, 1970, 94 ff. (3) P. HAKBISON, Marburger Beiträge z. Archäologie der Kelten. (Festschrift W. Dehn). Fundberichte aus Hessen, Beiheft I, 1969, 34 ff. Erst wesentlich spätere Denkmäler aus Italien( 4 ) lassen auch das Riemenzeug erkennen. Die Wagen­gräber der Frühzeit sind von der Champagne über das Rhein —Moselgebiet bis Böhmen und Hallein in einer häufig unterbrochenen Zone verteilt, etwas jüngere östliche Ausläufer führen bis nach Siebenbürgen. Aus der Verteilung in den einigermaßen gut beobach­ten Gräbern ergibt sich, daß die Trensen gewöhnlich von zwei Pferden stammen, daß Riemenwerk mit allerlei Bronzeschmuck besetzt war, vornehmlich mit Zierscheiben, wie es schon das Schwert von Hallstatt zeigt, und daß schließlich zur Anschirrung beider Pferde ein mit Bronzezierat versehenes Joch gehört( 5 ). Soweit die erhaltenen Funde erkennen lassen, bes­teht in der Aufzäumung des Pferdes kein wesentlicher Unterschied zwischen dem Zug- und dem Reitpferd. Die Hauptform der Trense ist die sog. Ringtrense( 6 ). Sie ist bereits in hallstättischer Umgebung bekannt, erfährt aber nun im Gesamtbereich der Latènekultur ihre endgültige Ausformung: die Mundstücke sind gern profiliert, die Ringe auffällig groß, neben zwei­teiligen begegnen auch dreiteilige Mundstücke. Wäh­rend auf dem Festland mit dem Ende des unabhän­gigen Keltentums diese Trensenform ausstirbt, hat sie auf den britischen und in Irland ein längeres Nachleben. Eine besonders interessante Trensenform der alteren Latènekultur ist die Trense mit U-förmigen oder halbkreisförmiger Seitenknebeln. Die besten Beispile stammen aus Böhmen( 7 ), ein nach Westen (4) O. II. FREY, Germania, XL VI, 1968, 317 ff. (5) M.-E. MARIEN, La période de La Tène en Belgique. Le groupe de la Haine. 1961, 176 f. fig. 66; RIGGOT, Antiquaries Journal, IL, 1969, 378 ff. (6) G. JACOBI, Werkzeug und Gerät aus dem Oppidum von Manching. Manching, 1974, 175 ff. (7) z. B. J. FILIP, Keltövé ve Stfedni Europe, Praha, Tab. 7,13. Tab. 9,6. Tab. 22,1 u. a. 107

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