Alba Regia. Annales Musei Stephani Regis. – Alba Regia. Az István Király Múzeum Évkönyve. 13. 1972 – Szent István Király Múzeum közleményei: C sorozat (1974)

Közlemények – Mitteilungen - Visy Zsolt: Előzetes jelentés Intercisa 1970–1972. évi feltárásáról. – Ausgrabungen in Intercisa (1970–1972). XIII, 1972. p. 245–263.

Unsere Ausgrabungen fanden fast ausnahmslos am Westrand der aus dem eastellum südwärts führenden Straße statt, und zwar in südlicher und westlicher Rich­tung. An manchen Stellen erreichten wir den Rand der Siedlung, so etwa in südlicher Richtung, wo ihre Ver­bindung mit dem Gräberfeld vom 4. Jh. eindeutig bestimmt werden konnte, aber auch in westlicher Richtung, wo die weitreichenden Siedlungsspuren des 3. Jh. im 4. Jh. eben­falls von einem Gräberfeld überlagert waren; dies läßt auch auf dieser Seite eine Konzentration der spätrömi­schen Siedlung vermuten. Eine ähnliche Lage ergab sich bei den Ausgrabungen im Jahre 1967 am Ostrand der limes-Straße. Auf der ehemaligen Priesterinsel (Pap­sziget) und im сапаЬае-Teil weiter südwärts hörte das Leben Ende des 3. Jh. auf <9) , während im darauffolgen­den Jahrhundert vereinzelte Bestattungen andeuten, daß es sich um unbewohntes Gebiet handelt. An Hand von Beobachtungen nördlich des eastellum wurde diese Tat­sache bereits von L. Barkóczi festgestellt. (10) Erühere Ausgrabungen (n \ verschiedene Einzelfunde und ein neuer­dings freigelegter Töpferofen zeigen ganz deutlich, daß auch der Nordhang des Öreghegy im 3. Jh. bebaut war und im 4. Jh. auch als Begräbnisstätte diente. (12) Das allgemein anerkannte Prinzip, wonach die Struktur der Zimes-Siedlungen im 4 Jh. vollständig umgewandelt wurde, wird also auch durch die Ausgrabungen von Intercisa sehr anschaulich bestätigt. An dieser Stelle müssen wir auf einen Bericht über sämtliche, in doveanabae durchgeführten Arbeiten verzich­ten, zumal selbst eine knappe Beschreibung der zahlrei­chen Objekte den Rahmen dieser Berichterstattung spren­gen würde. Wir beschränken uns daher auf einige kurze Informationen über die bedeutendsten Bauwerke und die typischsten Objekte, die sich zu gewissen Verallgemei­nerungen eignen. Häuser Die schwersten Schäden haben die Steinhäuser erlit­ten. Laut allgemeiner Beobachtung fehlen hier ganze Mauerteile. Der größte Teil der Mauern unweit der Oberfläche wurde von der Dorfbevölkerung im Laufe der Jahrhunderte ausgegraben. Allerdings war der dadurch bereitete Schaden keineswegs so groß, daß die Beobach­tungen ganz unmöglich gemacht worden wären. Nachdem man es nur auf Steine abgesehen hatte, sind die inneren Teile der Gebäude (bei entsprechender Tiefe) ganz oder fast intakt geblieben, zudem können die Mauern infolge der präzisen Aushebung in vielen Fällen nach ihren Nega­tiven gemessen wei'den. (9) In Bezug auf den Ursprung des halbwegs in den Boden eingegrabenen Haustyps mit steinerner Feuerstätte berief sich I. Bona unlängst auf drei Häuser von Intercisa (VII. századi avar tele­pülések és Árpádkori magyar falu Dunaújvárosban, Fontes AHung, 1973, 69; Abb. 4-6). Ohne uns hier in das Thema einzulassen, möchten wir er­wähnen, daß man neben den klimatischen Verän­derungen auch die wirtschaftlichen Bedingungen nicht außer Acht lassen darf, zumal der seit dem der Urzeit existente Haustyp auch während der Römerzeit ununterbrochen besteht. Nur zwei Bei­spiele: Das soeben beschriebene Haus im eastellum ist auf das Ende des I. Jh. zu datieren, und auf die 1. Hälfte des 2. Jh. ein Haus in Nagyvenyim (E. B. VÁGÓ-ZS. VISY, AÉrt, XCVI, 1969, 256), dessen Grundriß fast vollständig dem des Hauses 67/61 entspricht. Die von E. B. Vágó freigeleg­ten drei Häuser stammen nicht aus dem 4., sondern dem 3. Jahrhundert. (10) L. BARKÓCZI, o.e., 4. (11) Zusammenfassend: L. BARKÓCZI, o.e., 4. (12) Jüngstens: E. B. VÁGÓ, AÉrt, LXXXVIII, 1961, 264-67. Haus 10 /3 Das wurde bei Kabel Verlegung südlich des neuen Wasser­turmes gefunden (Taf. II. 1), leider nicht intakt, da die südlichen und westlichen Mauern größtenteils fehlen. Das kleine Gebäude umfaßte drei Räume, deren Bodenflächen miteinander nicht übereinstimmten. Der Terrazzo-Boden des nördlichen Raumes lag am höchsten; obgleich der Fußboden des mittleren Raumes nicht erhalten geblieben ist, zeigt sich der Niveauunterschied deutlich an der Scheidewand und dem darauf befindlichen Mörtel. Aus der Tiefe des Fundaments ist anzunehmen, daß auch der fehlende Fußboden des dritten Raumes tiefer lag. Der Westseite des 1. Raumes sehließt sich ein halbkreis­förmiges Becken an, das sich nach unten immer mehr verengt. Vom Terrazzo-Niveau gemessen beträgt seine Tiefe 120 cm. Die Bautechnik entspricht anderen, frühe­ren Beobachtungen (Papsziget). Der Boden und die Wände der maß- und formgerecht ausgehobenen Grube wurden zuerst mit stark bindenden Steinchen ausgemauert (ca. 25 cm stark), dann mit einer 2 — 2,5 cm dicken Terrazzo-Schicht hermetisch überzogen. Auf die Frage, ob das Gebäude ein Bad oder eine Werkstatt gewesen ist, läßt sich an Hand der zum Vorschein gekommenen Funde leider keine Antwort geben. Der in gutem Zustand befindliche Fußboden des 1. Raumes und ihre mit dem 2. Raum gemeinsame Wand haben sich stark herabge­setzt; Ursache war eine frühere Grube, die man nicht gründlich verfüllt hatte. Der unter dem 2. Raum befind­liche Teil der Grube wurde freigelegt, ebenso auch eine andere Grube, die am südlichen Knde des Gebäudes, teils unter der Mauer, gefunden wurde. Aufgrund der hier geborgenen Funde dann das Gebäude frühestens auf Anfang 3. Jh. datiert werden. Haus 71/8 Im Jahre 1971 wurden zwei bedeutende Wohnhäuser freigelegt, von denen das Haus 71/8 am intaktesten unter den bisher freigelegten Gebäuden ist (Abb. 3). Es liegt in südwestlicher Richtung etwa 100 m vom Haus 70/3 entfernt. Das Gebäude stand auf trockenem Stein­fundament, und allen Anschein nach war auch das auf­gehende Mauerwerk aus Stein. Durch die Halbierende N — S wird das ungefähr viereckige Haus in zwei symmet­rische Einheiten geteilt. In den zwei nördlichen Räumen befand sich je ein halbkreisförmiger Ofen, umstellt mit senkrecht stehenden imbrices, dessen Raumkanäle unter dem Fußboden der mittleren Räume führten; sodann teilten sich beide T — förmig und führten über die in die Wände der Wohnstuben eingebauten Schornsteine ins Freie. (Taf .11.2). In der geometrischen Mitte des Gebäudes gab es in beiden Flügeln einen kleinen Raum, der an der Ostseite mit Terrazzo überzogen war. Die südlichen, größeren Räume hatten einen Lehmboden. Im geheizten Raum des östlichen Flügels wurden zahlreiche Fresko­und Stukkó Fragmente gefunden, der Fußboden ist jedoch nicht erhalten geblieben. Im darauffolgenden Jahr wurde bei der Fundrettung auf der Grundfläche des Gebäudes C-4, etwa 20 m von diesem Haus entfernt, in einer Grube eine erhebliche Menge ähnlichen Stukkó- und Mörtelgu­tes gefunden (Taf. III. 1). Zweifellos wurden die Trümmer nach der Zerstörung des Hauses zum Teil hierher getra­gen. Haus 71/6 Das zweite bedeutende Bauwerk liegt an der West­seite des eastellum, genau der porta deeumana gegenüber, in der Fortsetzung der Achse der via deeumana. Das Gebäude ist recht umfangreich und wurde nur teilweise freigelegt. Блпе Längsmauer ist mehr als 25 m lang. Der größere Teil des Gebäudes liegt nördlich der Ausgrabung. An der Westseite wurde der Eingang gefunden, laut bis­heriger Identifizierung in der Verlängerung der via decu­260

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