Alba Regia. Annales Musei Stephani Regis. – Alba Regia. Az István Király Múzeum Évkönyve. 13. 1972 – Szent István Király Múzeum közleményei: C sorozat (1974)

Tanulmányok – Abhandlungen - Radan, T. G.: Angaben zur Frage der sogenannten „Leuchttürme”. XIII, 1972. p. 149–161.

Nach dem Gesagten betrachten wir die Theorie als unwahrscheinlich, wonach die Türme eine sepulchra­le Funktion gehabt hätten oder Baumodelle gewesen wären. In der funktionellen Deutung der Türme müssen wir von nachstehenden Tatsachen ausgehen. Schon die Zusammenstellung Kuzsinszkys läßt er­kennen, daß die Stücke im Keller bzw. unter Häu­sertrümmern gefunden wurden. (22) Nur ein einziges Stück kam bei Vindobona in einem Gräberfeld zum Vorschein. (23) Lajos Nagy erwähnt den Kalk­mörtel, mit dem ein runder Turm von Aquincum aus­gefüllt war, um diesem einen soliden Stand zu si­chern. <24) Auch alle Stücke von Gorsium kamen in Wohngebieten zum Vorschein und trugen Spuren des Kalkmörtels. Allein diese Fakten genügen, um an die Verwendungsweise der Türme von einer anderen Seite heranzugehen. Wir wollen uns hier an das Keramiktor von Inter­cisa und die daraus gezogenen Schlußfolgerungen erinnern. Das Keramiktor wurde von Mahler aus einem Bauwerk des Lagers ausgegraben ; seine Form und seine Türme können, wie bereits erwähnt, weder mit dem Eingang des Lagers von Intercisa noch mit anderen pannonischen Stadttoren in Verbindung ge­bracht werden. (25) Schon vor einigen Jahrzehnten fin­den wir bei Margit Láng eine Bemerkung, die die funktionelle Rolle des Stückes wesentlich deut­licher machte. (26) Nachdem die Öffnungen im Unter­geschoß nicht rundherum gingen, meinte die Autorin, daß Tor also einseitig orientiert sei, ergäbe sich keine Notwendigkeit, die Rückenseite auszuarbeiten. Ob­gleich Margit Láng das Objekt unter dem Ein­fluß von Loeschke noch immer mit dem Toten­kult in Verbindung brachte, ließ sie schon die Ver­mutung vorahnen, daß das Keramiktor einem Gebäu­dekomplex angehört haben und ortsfest orientiert ge­wesen sein dürfte. E n g e 1 m a n n warf den Gedanken auf, wonach diese Türme Schornsteine gewesen sein mochten. <27) Dur m dachte an Entlüftungseinrichtungen. (28) Gegen die erstere Hypothese spricht das Abhanden­sein von Brand- bzw. Rauchspuren, während ein der­artiges geschlossenes Objekt keineswegs zu Entlüf­tungszwecken geeignet war. Eine aufmerksame Beobachtung der in Britannia gefundenen Stücke dürfte eine Lösung des Problems (22) B. KUZSINSZKY, о. c, 319-320. (23) F. KENNEK, Jb. der K. K. Zentral Komission, III 1905, 199, Abb. 157 (24) L. NAGY, О. С, 173 und 188. (25) Zuletzt К. PÓCZY, о. с. (26) M. LÁNG, AËrt, XXX, 1910, 271-276. (27) R. ENGELMANN, „Rauchergefäß"AthMitt, XXIII, 1898. (28) J. DUEM, о. c, 333-334, fig. 363-365. näherbringen. Die britannischen Türme wurden zu­erst von Lajos Nagy systematisch in die unga­rische Forschung eingegliedert. (29) Diese Stücke wur­den aus einer weichen Steinsorte — „Bath Stone" — hergestellt; einige von ihnen haben so kleine oder auch gar keine Öffnungen, daß ihre Verwendung als Beleuchtungsgerät nur mit größter Unwahrschein­lichkeit angenommen werden könnte. (30) Es sei an dieser Stelle auf die Ansicht Loeschkes hinge­wiesen, wonach die aus Keramik und Stein hergestell­ten Türme sich nur im Baustoff, nicht aber in der Funktion voneinander unterschieden. (31) Noch fragwürdiger wird die Funktion der Türme als Leuchtkörper oder Requisiten des Totenkultes in­folge der Tatsache, daß die Stücke, deren Fundorte mit Gewißheit festgestellt werden konnten, aus Ge­bäuden zum Vorschein kamen. Manche wurden im Areal von Bädern entdeckt. (32) In der englischen Wissenschaft galten die Türme lange als Schornsteine, um dann mit der Dachver­zierung (beim Giebel, dem flachen oder Satteldach benützte antefixurnartige Auflage) in Zusammen­hang gebracht zu werden. (33) (Abb. 7.) Diese letztere Vermutung gewinnt noch an Wahrscheinlichkeit durch den Umstand, daß man bei mehreren Türmen unten am Sockel einen Einschnitt beobachten kann. Der Turm wird somit als Fortsetzung oder Abschluß der I'irnsteinreihe auf das Dach gesetzt. (34) Hier sei erwähnt, daß der Teil zwischen den beiden Türmen des Tores von Intercisa ebenfalls an den Ausschnitt eines Satteldaches angepaßt gewesen sein dürfte und nach der natürlichen Länge des Hauses, in Richtung der Fassade orientiert war. Angesichts des Fundortes der Stücke von Gorsium sehen wir unsere Vermutung noch weiter bestätigt, wonach es sich bei diesen um Bestandteile von Häu­sern handeln dürfte. Sie wurden in bewohntem Gebiet, unter Gebäuden gefunden, und tragen die sichtbaren Spuren des Mörtels, mit dem sie an das Dach befe­stigt waren. Die Stücke konnten gleichermaßen auf flachen oder Satteldächern gestanden sein. Die vielen Fenster und das mit dem Durchbruch angedeutete Balkenwerk dienten nicht nur dekorativen, sondern (29) L. NAGY, О. С, 178. Die englische Wissenschaft hielt die vielfach aus Stein angefertigten Stücke ähnlicher Form für Schornsteine bzw. Luftlöcher. Die diesbe­zügliche Literatur cf. Anm. 30 u. nachf. (30) The Antiquary, XXVII, 1893, 44. (31) S. LOESCHKE, О. С, 411. (32) The Victoria history of the counties of England. London. 1906. Vol. Í. 234; M. V. TAYLOR - E. G. COTXINGWOOD, Roman Britain, JRS, XIX, J 929, 209 ; The Antiquary, XXVIII, 1893, 139; A. T. MOBLEY HEWITT,Roman Villa WestPark. Rockbourne, 1971, 4, VI, В, С (33) Cf. Anm. 30; M. V. TAYLOR - R. G. COLLINGWOOD, Roman Britain, JRS, XIX, 1929, 209. (34) Of. Anm. 30und ibid., 139- 140. Mein Dank gehört G. С. Boon, Senior A. Keeper for Archeology, Nat. Mus. Wales, für die Informationen bzgl. der englischen Literatur, für die Aufzeichnungen und für das Foto der Rekonstruktion. 156

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