Alba Regia. Annales Musei Stephani Regis. – Alba Regia. Az István Király Múzeum Évkönyve. 13. 1972 – Szent István Király Múzeum közleményei: C sorozat (1974)
Tanulmányok – Abhandlungen - Radan, T. G.: Angaben zur Frage der sogenannten „Leuchttürme”. XIII, 1972. p. 149–161.
obachten. Der Rumpf besteht aus zwei rechteckig eingebogenen Lehmplatten (Abb. 5), die in jedem Fall von einem ausgeweiteten Postament zusammengehalten werden (Taf. III. 1). Nachdem es sich um eine einfache und schnelle Fertigungstechnik handelt, könnte man bereits eher von einer entwickelten Herstellungsmethode sprechen. Auch die Fensterformen, die in jedem Fall in einem gröber oder feiner ausgearbeiteten Spitzbogen enden, stellen einen gemeinsamen Wesenszug der Stücke dar. Die kreisförmigen Türme wurden auch in Gorsium auf der Drehscheibe verfertigt. Das andere wichtigste Charakteristikum dieser Stücke ist das glatte Simswerk (Taf. 1. 1-2, II.), im Unterschied zu den bisher publizierten pannonischen Stücken, wo dieser Rand, wie bei den Räuchergefäßen, wellenförmig ist. Laut О e 1 m a n n ist dieser gewellte Rand das wichtigste Merkmal dieser Türme, und gerade das hat die Wissenschaft veranlaßt, die Türme mit Leuchtkörpern und Räuchergefäßen in Verbindung zu bringen. <(i) Der wellenförmige Rand ist nicht nur für die Räuchergeräte der Römerzeit bezeichnend, seine Analogien führen sehr weit und deuten auf eine gemeinsame Genealogie der Keramik- und Metallgefäße, so auch der Räuchergeräte, hin. (7) * Nach der Beschreibung der Stücke von Gorsium wollen wir nun die Ziele überbllicken, zu denen die „Leuchttürme" — den bisheringen Aufarbeitungen zufolge — hergestellt bzw. verwendet wurden. Die seit über einem halben Jahrhundert veröffentlichten Theorien haben sich um zwei Grundkonzepte herauskristallisiert. Einerseits wurden den Objekten eine kultische, sepulchrale Funktion beigemessen, andrerseits wollte man in ihnen Baumuster, Modelle erblicken. Wollen wir die erstere Hypothese etwas näher betrachten. Welche Rolle wurde diesen Lehmtürmen beigemessen? Aus der durchbrochenen Fläche und dem hohlen Innenraum ergab sich von selbst die Vermutung, im Inneren habe ein Licht gebrannt, entweder zu Beleuchtungszwecken oder um dem Toten ein Opfer darzubringen. (8) Die im Sockel gewöhnlich vorhandene Kalkfüllung (deren Spuren (6) F. OELMANN, О. C, 117. (7) Ibid. (8) Diese Vermutungen halten sich bis zu don letzten Zeiten. Cf. Anm. 1. Eine Ausnahme bildeten die aus englischem Stein angefertigten Stücke ähnlicher Form, auf die wir später noch zurückkommen wollen. Es sei bemerkt, daß der sepulchrale Charakter nicht ausschließlich mit einem Gräberfeld oder einem Grab verbunden ist. Ein Räuchergefäß konnte ebensogut an einem Grab, wie im häuslichen Heiligtum oder im Tempel benützt werden. Es ist durchaus vorstellbar, daß ein symbolisches Reliquarium mit keinem Grab in Verbindung stand und dennoch sepulchrale Ideen ausdrückte (F. OELMANN, О. C, 123 — 125). Ähnliche Überlegungen ergaben sich auch im Zusammenhang mit dem ,,Tormodell" von Intercisa, wo das Objekt das Tor der Seele symbolisch darstellte. auch in den Stücken von Gorsium zu sehen sind) gewährleistete die Stabilität der Türme. (9) Das sepulchrale Konzept ließ die Turmform auch mit Grabdenkmälern in Verbindung bringen. Auf der Suche nach formbedingten Ähnlichkeiten fand man diese in der nahöstlichen Architektur, und meinte in den Lehmtürmen ein förmlich vereinfachtes und aus einem alltäglichen Baustoff hergestelltes Erinnerungsbild jener Grabdenkmäler zu entdecken. (10) Nachdem die Türme an Stellen gefunden wurden, wo der Anwesenheit einer orientalischen Bevölkerung sowohl in ziviler als auch im militärischer Hinsicht Rechnung getragen werden konnte, ergab sich eine Plausibilität der formbedingten Verbindung und ihren ethnischen Aspektes. In pannonischer Relation lag dies um so mehr auf der Hand, als die Fertigungs- und Verwendungszeit der bisher gefundenen Stücke auf die Wende des 2 — 3. Jh. und auf die 1. Hälfte des 3. Jh. angesetzt werden kann — auf eine Periode also, in der die Präsenz einer orientalischen Population in Pannonién nachweisbar ist. (11) Die sepulchrale Bedeutung der Türme wurde auch durch jene bulgarische Funde bestätigt, wo an beiden Seiten eines Sarkophags ähnlich geformte, jedoch aus Stein gemeißelte Türme stehen. ü2) Die Vermutung, die Türme seien als Lampen verwendet worden, ergab den Zusammenhang mit einer Londoner Bronzelampe, die einen ähnlichen durchbrochenen, turmartigen Teil hat. (13) Die Vertreter dieser Theorie maßen der Tatsache keinerlei Bedeutung bei, daß die „Leuchttürme" nicht in Gräbern oder Gräberfeldern gefunden wurden, und daß in ihrem Inneren keinerlei Brandspuren erhalten geblieben sind. Sie übersahen auch die Unmöglichkeit, nach der stabilen Befestigung des Sockels eine Lampe durch die kleinen Öffnungen is das Innere des Turmes einzuführen. Als Einziger schenkte Loeschke diesen ausschließenden Umständen Aufmerksamkeit, und löste das Problem indem er den „Leuchttürmen" lediglich eine symbolische Funktion einräumte. (14) Erst jüngstens machte Klára Póczy im Zusammenhang mit den „Türmen" von Intercisa auf den Umstand aufmerksam, daß auf keinem der Stücke Spuren einer etwaigen Verwendung zu Beleuchtungszwecken zu finden seien. <15) Wir möchten uns kurz auch mit der Theorie befassen, die in den Türmen Baumodelle erblickte. <1C) (9) In pannonischer Relation wird darauf entschieden hingewiesen: L. NAGY, О. С, BpR, XIV, 1945, 180. (10) Die betreffenden Grabdenkmäler cf. J. DTJRM, Baukunst der Römer. Stuttgart, 1905, 259, 820-822; A. SPRINGER —A. MICHAELIS, Handbuch der Kunstgeschichte. Leipzig, 1911, 465, 854, 855. (11) Über Intercisa cf. L. BARKÓCZI, Die Grundzüge der Geschichte von Intercisa. Intercisa II. Allung, XXXVII, 1957, 514 — In pannonischer Relation A. Mócsv, Pannónia. RE, Suppl.IX, 1962, col. 710. (12)Lajos Nagy zitiert die einschlägige bulgarische Literatur, о. c, Anm. 53. (13) Ibid., 180., Anm. 55 und 56. (14) S. LOESCHKE, О. C, 380. (15) K. PÓCZY, о. c, 91. (16) R. ENGELMANN, AËrt, XXVII, 1907, 32-37; F. DREXEL, AËrt, XXVII, 1907, 24- 32; J. HAMPEL, AËrt, XXIX, 1909, 20-21. 154