Alba Regia. Annales Musei Stephani Regis. – Alba Regia. Az István Király Múzeum Évkönyve. 13. 1972 – Szent István Király Múzeum közleményei: C sorozat (1974)

Tanulmányok – Abhandlungen - Radan, T. G.: Angaben zur Frage der sogenannten „Leuchttürme”. XIII, 1972. p. 149–161.

ANGABEN ZUR FRAGE BEB SOGENANNTEN „LEUCHTTÜBME" Seit langen Jahrzehnten wird in der archäologischen Fachliteratur immer wieder das Thema turmförmiger Lehmbauten,der. sog. „Leuchttürme",angeschnitten. Obgleich die Terminologie in der Wissenschaft bereits abgemacht zu sein scheint, unternehmen Archäologen anläßlich der Publikation eines neuen Stückes oder einer neuen Fundgruppe dennoch den Versuch, klar­zustellen, zu welchem Zweck diese Objekte gebaut und wozu sie verwendet wurden. (1) Die seit fast zwei Jahrzehnten andauernden Aus­grabungen von Gorsium (Tác, Komitat Fejér) haben bereits Bruchstücke mehrerer „Leuchttürme" zum Vorschein gebracht. Nachstehend darf ich aus Ge­fälligkeit des Ausgrabungsleiters, Jenő Fitz, diese Stücke publizieren ; während ich sie untersuchte, kamen mir einige Gedanken, die einen nützlichen Beitrag zur Frage der Funktion der „Leuchttürme" leisten könnten. (2) (1) S. LOESCHKE, Antike Laternen und Lichthäuser. BJb, CXVIII, 1909, 370-430; B.KUZSINSZKY, A gázgyári római fazekastelep Aquincumban (Das große römische Töpferviertel in Aquincum bei Budapest) BpR, XI, 1932, 316 — 320; G. BEHRENS, Ein sogenanntes Licht­haus aus Friedberg. Friedberger GeschichtsbL, XIV, 1940, 86-90, und Mainzer Zeitschrift, XXXVII/ XXXVIII, 1942-43, Anm. 5; L. NAGY, Egy pincelelet az Aquincumi polgárvárosban {A pan­nóniai agyag világitótornyocskák kérdése). (A Cellar­Find in the Aqincum Civil Town —The Problem of the Pannonian Clay Latern- Towers). BpR, XIV, 1945, 172- 181; F. OELMANN, Die tönerne Porta des Ilarus von Intercisa. Eggers Festschr. Klagenfurt, 1952, Beiträge zur älteren Europäischen Kultur und Geschichte Bd. L, 114-125; K. PÖCZY, Die sog. Lichthäuschen, Tormodell und Tonmaske. Intercisa IL AArchHung, XXXVI, 1957, 90.-Sämtliche Ar­beiten mit weiterer ausführlicher Literatur. (2) An dieser Stelle möchte ich Herrn Jenő Fitz für seine Freundlichkeit danken, die Stücke zu Pub­likationszwecken überlassen und mich über ihre Fundumstände informiert zu haben. Allerdings bin ich mir der Tatsache bewußt, daß die vorliegende Mitteilung das Thema keineswegs ab­schließen wird, doch meine ich, die Erörterung eines neuen Gesichtspunktes dürfte die Endlösung doch näher bringen. * Bei den Ausgrabungen von Gorsium kamen die Bruchstücke von fünf „Leuchttürmen" zum Vor­schein, die ich nachfolgend beschreiben möchte: 1. Gorsium, Inv. Nr. 65.105.7. (Abb. 1, Taf. I. 1.) Handgeformter ziegelroter Lehmturm. Dreistöckig ; das Dach besteht aus Rippen und endet in einem ab­geflachtem cypus. Viereckiger Sockel, an den vier Seiten schräg auslaufende glatte Rippen. Das unterste Stockwerk wird durch ein X-förmiges Gitter aufge­teilt, welches je zwei, einander gegenüberstehende Dreiecke bildet. Die Seiten des zweiten und dritten Stockwerks sind in gleicher Weise durchbrochen : in der Mitte der Seiten befindet sich je eine tür- bzw. fensterförmige Öffnung in der ganzen Höhe des Stock­werks. Die Öffnung ist oben bogenförmig, unter dem Bogenanfänger eingeengt ; in den vier Ecken des Feldes passen sich den Seitenecken dreieckige Durch­brüche an. Die Stockwerke sind durch glatte aussprin­gende Rippen voneinander getrennt. Grobe Arbeit ; vermutlich von keinem Töpfer, son­dern einem Ziegelstreicher hergestellt. Trotz der Regelmäßigkeit ungleichmäßig. Der Rand des Sockels und das Dach mit den vier Rippen wurden nachträg­lich angebaut. Ergänzt. Keine Spur von Farbenanstrich. Auch sind im Inneren keine Brandspuren zu beobachten. H: 50 cm. Grundfläche: 19 X 19 cm; Höhe der einzel­nen Stockwerke : 10 cm, Sockelbreite: 6 cm, Wand­dicke: 2 cm. 149

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