Alba Regia. Annales Musei Stephani Regis. – Alba Regia. Az István Király Múzeum Évkönyve. 13. 1972 – Szent István Király Múzeum közleményei: C sorozat (1974)

Tanulmányok – Abhandlungen - Kocztur Éva: Ausgrabungen im südlichen Stadtviertel von Gorsium (Tác-Margittelep). XIII, 1972. p. 69–148.

2.Jhs wurden die Häuser auf der Siedlung, ähnlich der Canabae von Albertfalva, Százhalombatta, Aquin­cum auf Steinfundamenten mit Lehmziegeln erbaut. Es ist also kein Zufall, daß man zu dieser Zeit in den über ernste örtliche Traditionen verfolgenden ein­heimischen Werkstätten und so auch in Tác mit der Nachahmung der Importwaren begonnen hat. Zu Beginn des 2. Jhs dürfte die Bedeutung der vom SW erfolgten ersten Einsiedlungen (ausser ihrem strategischen Charakter) ohne Zweifel auch daraus bestanden haben, daß sie in der materiellen Kultur die Romanisierung gefördert hat. In der Relation der geistigen Kultur hat jedoch das mit der örtlichen Bevölkerung verwandte Volk die einheimischen bzw. keltischen Grundzüge bewahrt (Hügelgräberbestat­tung, Tierbestattungen (228) ). Die gleiche Kultur- und Glaubenswelt der örtlichen und angesiedelten Be­völkerung wird durch die Identität des Fundmaterials sowohl in den Hügelgräbern (Pátka, Felsőcikola, Al­sószentiván, Pincehely, Mezőszilas) wie auch in den eraviskischen Brandgräbern (Mány, Lovasberény, Nagyvenyim, Sárkeszi) bewiesen. Während wir im vorangehenden darüber berichteten, daß im Mate­rial der Siedlungen bisher das LT D-Material nicht nachgewiesen werden konnte, erhellt es aus den Studien von E. B. Vágó und É. F. P e t r e s, daß gerade in diesen eraviskischen Brandgräberfel­dern die über einen ausgesprochenen LT D-Charakter verfügenden Bestattungen anzutreffen sind. (229) Die friedsame Entwicklung Pannoniens hielt bis zur Mitte des 2. Jhs an. Auf dem Gebiet von Margit­telep dürfte sich zur Mitte des Jahrhunderts eine neue Südwest- bzw. westpannonisch-norische Volks­gruppe angesiedelt haben, die man im Zeichen der Vorbereitung auf die Markomannenkriege in diesem zentral gelegenen Gebiet angesiedelt hat. Im Zuge der Bearbeitung des Münzenmaterials hat sich er­wiesen, daß die auf die Mitte des 2. Jhs datierte große Brandschicht des Castrum nicht auf den Beginn, sondern auf das Ende der Markomannenkriege gesetzt werden kann. Zu denselben Schluß hat auch die Untersuchung des Fundmaterials von Margittelep geführt : die Keramik des Siedlungsabschnittes stimmt mit den bekannten keramischen Typen überein, die uns aus den in der ersten Hälfte des 2. Jhs (und zur Mitte des Jhs) entstandenen Hügelgräbern, Brand­gräbern bekannt sind; so wie der Palisadenlager III. — IV. und Steinlager I. von Adony; Canabae des Lagers von Százhalombatta; wie auch aus den Gru­ben der Siedlungen von Balatonaliga und Bicsérd zum Vorschein gekommene Material geknüpft wer­den. Eine Abweichung ist z. B. in der Relation zu (228) Einen rituellen Charakter schreibt S. Bökönyi den im Graben Nr. 1 von Margittelep erschlossenen Tierskeletten zu. (229) E. B. VÁGÓ, о. с, 60-62.-Ё. F. PETRES, FolArch, XVII, 1965, 100. Adony <230) insofern zu sehen, daß in Margittelep die einheimische, graue Stempel ware in viel mannigfalti­gerer, größerer Menge zugegen ist. In Adony sind am meisten die mit Bodenmarke und mit Kymareihe verzierten Typen ans Tageslicht gekommen, während in Tác viele Stücke eines mannigfaltigeren Muster­schatzes gefunden wurden. É. F. P e t r e s bezeichnet die einfachen Exemplare mit Bodenstempel als Stücke der frühen Gruppe der Stempelkeramik und datiert sie auf die Wende des L — 2. Jhs. (231) In Tác haben wir jedoch unter den Funden des vom Ausgang des 1. Jhs stammenden Hauses XIV. kein einziges ge­stempeltes Stück gefunden. Ihre Erzeugung dürfte demnach erst zu beginn des 2. Jhs begonnen haben und spielte wahrscheinlich in Pannonién ganz bis zum Ende der Markomannenkriege die Rolle der allgemein gebrauchten Prunk- und Grabkeramik. Einen Unter­schied sehen wir auch im Zusammenhang mit dem Vorkommen der handgeformten, groben, mit Besen­strichen verzierten Gefäßen : sie fehlten aus dem Hause XIV. völlig, konnten in Adony in geringerer Zahl gefunden werden als in Margittelep, aus Százhalom­batta hat der Ausgräber über kein einziges Stück berichtet. Das bekanntgegebene Material bzw. die Fundorte umschließen von der Wende der 1. —2. Jhs bis zur Wende des 2. — 3. Jhs etwa eine Zeitspanne von 100 Jahren. Diesen Zeitraum können wir stark einengen, wenn wir das Vorhandensein der Prunkkeramik un­tersuchen. Die für das 1. Jh charakteristischen und unter den Funden der frühzeitigen Brandgräberfelder verhältnismäßig in großer Zahl zum Vorschein ge­kommenen feinen, grauschwarzen Barbotineschalen fehlen aus Margittelep völlig. Die zu Beginn des 2. Jhs in Mode stehenden, aus graurotem Ton gefertig­ten Barbotineschüsseln können nur in verschwindend geringer Zahl (insgesamt 10 St.) gefunden werden. Die bis zur Zeit von Hadrianus gebrauchte Voluten­lampe wird hingegen bloß durch ein einziges winziges Fragment vertreten. Im Sigillatenmaterial befinden sich insgesamt 33 frühzeitige Drag. 37 und 8 St. Drag. 27-Fragmente. Es sind überwiegend nach 150 (62 St.) bzw. 160 (63 St.) entstandene Typen vertreten. Bei den Häusern unserer Siedlung haben wir keine Spuren einer Renovierung wahrgenommen, deshalb kann hier mit keinem andauernden Leben gerechnet werden, höchstens mit 8—10 Jahren. Nach der auf den Sigillaten gründerden Wahrscheinlichkeitserrech­nung kann diese Zeitspanne zwischen 160—180 bzw. 165—178 gesetzt werden. Obwohl zu dieser Zeit die Rheinzaberner Sigillaten ware bereits auf dem billige­(230) Die ausführliche Bekanntgabe des Fundmaterials erfolgte nur im Falle von Adony. Das in S z á z­halombattain der Grube 1 — 3, in geringer Menge vorgefundene Material scheint das oben Ge­sagte zu bestätigen. (231) É. F. PETRES, FolArch, XVII, 1965, Abb. 31. 137

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