Alba Regia. Annales Musei Stephani Regis. – Alba Regia. Az István Király Múzeum Évkönyve. 13. 1972 – Szent István Király Múzeum közleményei: C sorozat (1974)

Tanulmányok – Abhandlungen - Kocztur Éva: Ausgrabungen im südlichen Stadtviertel von Gorsium (Tác-Margittelep). XIII, 1972. p. 69–148.

können wir nicht nur aus der fernen, jedoch auch aus der nahen Vergangenheit Beispiele aufzählen. (177) Die Notwendigkeit der Ausbesserung der zerbroche­nen Keramik und der Herstellung der im vorange­henden beschriebenen Scheiben- aus den Fehl- oder Bruchstücken, haben in der Umgebung der Töpferei­en kleinere Reparaturwerkstätten ins Leben gerufen. Für solche kleinere Einheiten halten wir die Häuser IV, V, X. und die im Block T 3 18 wahrscheinlich durch die Gräber zugrunde gerichte­ten unbekannten Objekte. Der Charakter der Arbeit weist auf die Anwendung weiblicher Arbeitskräfte hin. Handel Im Laufe der Materialbeschreibung konnten wir sehen, daß innerhalb der Provinz vor allem aus den Werkstätten von Aquincum und Brigetio Gefäße nach Gorsium geliefert wurden. Importwaren kamen (mit Ausnahme der Terra sigillata!) ähnlich zu ande­ren Fundorten des Komitats Fejér, insbesondere aus SW-Pannonien, ferner in minimaler Menge aus dem Gebiete von Noricum. Aufgrund der die Zeit des Bestehens der Töpferöfen zusammenfassenden Ta­belle (178) konnten wir folgendes feststellen : In den früheren Jahren dürften zufolge der Anwesenheit der militärischen Einheiten die Beziehungen mit Aquin­cum enger gewesen sein. In unseren Funden ist das Material sämtlicher frühzeitiger Aquincumer Werk­stätten vorzufinden. (In größter Menge — 20 St. — kommen die frühesten aus der Kiscelli-Straße vor.) Von der Mitte des 2. Jhs an hat die Bedeutung der Straße Brigetio — Sopianae und auch die Menge der hierhergelangten fremden Ware sprunghaft zugenom­men. 60% der fast 1/5 des keramischen Materials ausmachenden bemalten Fragmente (Tab. 1) dürfte zu Gefäßen gehört haben, die in Brigetio herge­stellt worden waren. Die in der 2. Hälfte des 2. Jhs aus West —Südwest gekommenen Gegenstände dürf­ten wahrscheinlich keinen Import von keramischen Waren, sondern von Lebensmitteln dargestellt haben (insbesondere Genussmittel, Delikatessen, Öl). Der Deckel an der Taf. V. 14. dürfte zur Bedeckung eines weitmündigen, zweihenkeligen Kruges oder einer Amphora gedient haben. Das große Gefäß der Taf. V. 12. wurde wahrscheinlich ebenfalls zur Förderung von Flüssigkeiten gebraucht. Ein genaues Bild können wir bloß über die Än­derung des Sigülatenhandels bieten. Dieser hat sich etwa so wie in den anderen Städten Pannoniens ge­staltet. (179) Die südgallische Ware ist gering, doch begleitet sie in Tác regelrecht die Erscheinungen des (177) Diesbezüglich sind uns zahlreiche ethnographische Angaben bekannt: cf., E. B. SERGÖ, Alba Regia, VI /VII, 1967, 182. — Unter unseren Funden kommt eine aus Untertasse gefertigte Öllampe oder der „Tripod" einer Statue vor. (Inv. Nr. 65. 363. 2.) (178)^(7/.: É. Kocztur, A táci kelta-római település. "(Die keltisch-römische Siedlung in Tác),— 220-221., Doktorarbeit, Budapest, 1968, — Manuskript. (179) D. GABLER, AÉrt, XCI, 1964, 94-109. 1. Jhs. (180) Ostgallische Waren gibt es noch weniger. Unter unseren Funden wurden die Schüsseln der Meister Januarius und Cavarinus allbekannt. Laut D. Gabler können die süd- und ostgallischen Produkte, insbesondere entlang des Limes gefunden werden (cf. Anm. 179). Unserer Meinung nach sollte diese Feststellung ebenso modifiziert werden, wie die frühere Annahme bezüglich der padanischen Sigilla­ten : sie gelangten in die Canabae der früheren Militär­lager bzw. auf die Siedlungen der Hauptknotenpunkte der frühen Straßenlinien. Auch mit den Sigillaten von Lezoux ist die Lage dieselbe, wie auf den anderen Fundorten Pannoniens : aus der frühen Periode stam­men bloß 7 St. Eine interessante Erscheinung ist, daß von diesen 4 Bechern vom Typ Drag. 33: mit dem Stempel: SECUNDUS, TITTIUS, LALLIMA und GESSIVS sind, also alle Becher Drag. 33 mit Bodenmarken Produkte aus dem frühen Lezoux dar­stellen. Die mit SACIRÜF(E) gestempelte Drag. 37­Schüssel wurde später in der mittleren Periode von Lezoux gefertigt. Die meisten Schüsseln stammen aus der mittleren Periode von Lezoux. Von den Meistern sind uns die Namen PATEBNUS (?) CINNAMUS und SACIKVS bekannt. Aus der späten Periode von Lezoux haben wir insgesamt ein einziges Fragment gefunden. Auch im Falle von Rheinzabern fügt sich das Fund­material von Margittelep in das allgemeine Bild ein: von frühen Stücken sind uns insgesamt zwei als Schüsseln von CüMITIALIS und IANINUS bekannt. Aus der mittleren Periode (zwischen 160—180) sind sie in großer Menge zu finden, nach 180 treffen wir nur einige Stücke an. Von ihren Meistern kommen die Bodenmarken von CERIALIS (3 St.), CÜMITI­ALIS (2 St.), REGINUS (Ende des 2. Jhs) und AUGUSTUS (Beginn des 3. Jhs) vor. Auch das Material von Westerndorf ist bloß in geringer Menge vorhanden, da unser Gebiet zur Wende des 2. — 3. Jhs kaum bewohnt war : es wurden die Stempel von CüMITIALIS, HELENIUS (2 St.) und MÜSCUS angetroffen. * * * Die Rheinzaberner Ware kam wahrscheinlich von der Verteilungsstelle in Brigetio (die Ware von Le­zoux wahrscheinlich ebenso) auf die innerhalb der Provinz gelegenen Siedlungen und so auch nach Gorsium. <181) Diese Tatsache scheint im Zusammen­hang mit der bemalten Keramik unsere Annahme zu bezeugen. Von der Mitte des 2. Jhs an wurde nämlich nebst Ausnützung des billigeren Wasserweges der Handel fortgesetzt. Einerseits tritt deshalb die Stra­ßenlinie Brigetio — Sopianae in den Vordergrund und deshalb wird die Wareneinfuhr aus dem Süden- und Südosten in den Hintergrund gedrängt. Tác liegt an (180) O/. Tabelle 3. — kommt insbesondere in den frühen Schichten des Gastrum vor, so aueh im Hause Nr. XIV. (181) D. GABLER, AÉrt, XCI, 1964, 102. 132

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