Alba Regia. Annales Musei Stephani Regis. – Alba Regia. Az István Király Múzeum Évkönyve. 12. 1971 – Szent István Király Múzeum közleményei: C sorozat (1972)

Szemle – Rundschau - Fitz Jenő: Clodius Celsinus und die Revolte in Viminacium. XII, 1971. p. 249–253.

G. Barbieri hält die afrikanische Herkunft des Clodius Celsinus Adrumetinus für möglich und will in diesem den Vorfahren der Celsini des 4. Jh. erblicken. Auch hält er verwandtschaftliche Beziehungen zum Clo­dius Celsinus von Aquincum für möglich, von dem viel­leicht die Person Nr. 2 — 3 abstammte (542, 656); nicht auszuschließen ist ferner, daß der proconsul von Asia und Gatte der Fabia Fuscinilla mit dem Offizier des Donaugebietes identisch gewesen sein konnte (о. c, 538), der vielleicht von ritterliecher Herkunft war (ibid., 517), später jedoch in den Senatorenstand erhoben wurde (ibid., 542). Diese Mutmaßungen rekonstruieren die genealogischen Zusammenhänge einer vornehmen afrikanischen Senato­renfamilie. Von ihren Mitgliedern, die für unsere Unter­suchung in Betracht kommen können, ist der Verwandte des Clodius Albinus, der aus Hadrumentum stammende Clodius Celsinus, auf das Ende des 2. Jh. zu datieren; jener, der die Inschrift von Aquincum aufstellen ließ, lebte um zwei Generationen später, während die Celsini des 4. Jh. ebenfalls durch mehrere Generationen von ihrem Verwandten getrennt waren, der Mitte des 3. Jh. erwähnt wird. Die Inschriften des asiatischen proconsul sind nicht datierbar, die Person Nr. 2 — 3 kann eben­sogut im ersten Drittel des 3. Jh., zwischen Colodius Celsinus Adrumetinus und dem Sieger von Viminacium gelebt haben als mit dem Letzteren gleichgesetzt oder etwa als dessen Sohn bzw. als Mitglied der nachfolgenden Generation betrachtet werden. Infolge dieser verwandt­schaftlichen Zusammenhänge ist es allenfalls unwahr­scheinlich, daß jener Clodius Celsinus, der die Inschrift von Aquincum aufstellen ließ, ein Ritter gewesen wäre, insofern er überhaupt mit den aufgezählten Celsini ver­wandt war. Wenn auch nicht nachweisbar, so sind diese verwandtschaftlichen Beziehungen doch als wahrschein­lich zu betrachten ; die relative Seltenheit des cognomen Celsinus und seine auffallend hohe Zahl in Africa (CIL, VIII, 1349, 3920, 4112, 4474, 4753, 4860, 4863, 4914, 4918, 5404, 7054-55, 8308, 11959, 12272, 13072, 15798, 16608, 16910, 16939, 24902, 26379, 27741/2, 28051) dürften die Hypothese bzgl. der Verwandtschaft bestä­tigen bzw. die Annahme gestatten, daß der Clodius Celsi­nus, der im Donaugebiet eine Holle gespielt hatte, von afrikanischer Herkunft war. Für die wahrscheinliche afrikanische Abstammung des Clodius Celsinus und seine mögliche Verwandtschaft mit den Clodii Celsini des Senatorenstandes können wir le­diglich das Argument anführen, daß seine Inschrift in Aquincum dem Mars Gradivus gewidmet war. A. Al­földi will darin eine gewisse Tendenz zum Archaisieren erkennen (o. c, 281.) und auch А. В r e 1 i eh betrach­tet es als eine Manifestierung römischer Traditionen (A. BRELICH, Aquincum vallásos élete [Das religiöse Leben von Aquincum]. LA, 1, 1938, 77). Mars Gradivus, dessen Tempel in der Stadt Rom vor der Porta Capena im Jahre 388 v. u. Z. eingeweiht wurde, brachte seit den republikanischen Zeiten vor allem den kriegerischen Charakter des Mars zum Ausdruck (MARBACH, RE, 14, 1930, col. 1922-1923; W. A. RÖSCHER, Ausführliches Lexikon der griechisch, und röm/ischen Mythologie 2, 1894 — 97, 2390 - 2391.). Im Donaugebiet ist Mars Gradivus außer der Inschrift von Aquincum nur auf einem enzigen Stein­denkmal zu finden: auf einem Altar in Drobeta, den die cohors 1. sagittariorum Gordiana aufstellte (CIL, III, 6279). In Pannonién ist uns kein einziges Vorkommen bekannt, und so ist seine Erscheinung in der Inschrift von Aquincum keineswegs einem lokalen Kult zuzu­schreiben. Wenn auch in der gegebenen Lage die Verehrung der Gottheit der Krieger durchaus motiviert war, dürfte der Kult dieses Gottes aller Wahrscheinlichkeit nach von Clodius Celsinus herrühren. Außer der Inschrift von Drobeta, wo uns weder die Motive der Errichtung, noch die Person und die Herkunft der Bauherren bekannt sind, sind mit Ausnahme von Rom und Umgebung (Tusculum: CIL, XIV, 2580, 2581) und Italien (Aquileia: GIL, V, 8236) die dem Mars Gradivus geweihten Inschriften in Africa erhalten geblieben (GIL, VIII, 2581, 14365, 17840). Es ist vorstellbar, daß Clodius Clesinus in einer früheren Etappe seiner Laufbahn, in Rom, mit dem uralten Mars-Kult in Verbindung kam. Aber seine ver­mutete Verwandtschaft mit den Clodii Celsini afrikani­scher Herkunf und die Verehrung des Mars Gradivus in Africa deuten eine Übereinstimmung an, die wir nicht dem Zufall zuschreiben möchten. An und für sich ist die Verwandtschaft mit den afrikanischen Celsini ebenso nur eine Hypothese, wie die Vermutung, daß Clodius Celsinus den Kult des Mars Gradivus aus Africa ins Donaugebiet mit sich gebracht haben soll; durch ihre Übereinstim­mung in Bezug auf Africa werden beide Hypothesen bestätigt. Wen wir nun im Clodius Celsinus den Verwandten der afrikanischen Clodii Celsini, vielleicht auch den Vor­fahren der Celsini des 4. Jh. erblicken, so müssen wir unsere Kenntnisse über die Ereignisse von Viminacium in Bezug auf den militärischen Rang des Clodius Celsinus korrigieren. Nach seiner Verwandtschaft ist er als ein Mann des Senatorenstandes zu betrachten, der, falls am Anfang seiner Karriere, den Rang eines tribunus lati­clauius bekleidet haben dürfte, oder als legátus legionis an der Spitze seiner Truppen stand, falls er die entspre­chenden Stufen seiner Senatorenlaufbahn schon hinter sich hatte. Es entzieht sich unserer Kenntnis, welchen dieser beiden Ränge er zur Zeit seiner erfolgreichen Aktion in Viminacium bekleidete, ob er eine uexillatio unbekannter Stärke, eine legio oder gar eine noch größere Streitkraft befehligte. Die Entscheidung der Frage hängt vor allem davon ab, wann und in welcher militärischen Lage die Aktion des Clodius Celsinus stattgefunden hat. Nach Überprüfung der von der Wissenschaft früher angegebenen Datierungen blieben uns nur mehr zwei mögliche Zeitpunkte: 249 und 253. Decius ist in seiner ursprünglichen Heimat, im Donaugebiet, erst eingetrof­fen, als der von der Animosität gegen Philippus herbeige­führte Pacatianus-Aufstand bereits zusammengebrochen war. Wenngeleich ihm seine energischen Maßnahmen auch manche Feindseligkeiten eingebracht haben moch­ten, wandte er sich nicht aus persönlichem Ehrgeiz, sondern wegen der Unzufriedenheit seiner Soldaten gegen Philippus. Im Jahre 249 war das Dohauheer zweifellos ausgesprochen gegen Philippus eingestellt. Bei seiner Erscheinung hat Decius den Namen jenes Traianus auf­genommen, der vor 150 Jahren den Provinzen um Dazien Ordnung und Frieden brachte. Decius verkündete das mit dem Namen Traians gekennzeichnete Programm nicht nur bei seiner Thronbesteigung, unter dem Zwang des Donauheeres, sondern bekannte sich dazu auch während seiner späteren Regierungszeit. Die Soldaten des Donau­heeres hatten allen Grund, um in dem pannonischen Decius ihren eigenen Kandidaten zu sehen, und es scheint uns recht unwahrscheinlich, daß sich die nieder ­moesische uexillatio für den Philippus eingesetzt hätte, der die örtlichen Interessen vernachlässigte. Sollte die Aktion des Clodius Celsinus dennoch zu diesem Zeitpunkt stattgefunden haben, so dürften die Ereignisse doch nur von geringer Bedeutung gewesen sein. In diesem Falle konnte Clodius Celsinus vermutlich als tribunus laticlauius gegen die Unzufriedenen eingegriffen haben. Was für Decius im Jahre 249 galt, daß nämlich das Donaueheer oder immerhin dessen überwiegende Mehr­heit ihm unbedingt treu war, gilt nicht mehr für Aemili­nus im Jahre 253. Der Gegenkaiser wurde bald nach seinem Abzug von seinen an der Donau gelassenen Truppen in Stich gelassen, woraus deutlich hervorgeht, daß er schon bei seinem Aufritt ihre einmütigen Unter­stützung nicht gewiß sein konnte. Bekanntlich fiel Aemili­anus schließlich den Soldaten seiner eigenen Expeditions­armee zum Opfer. Aufgrund dieser Momente sind bei der Datierung des Zusammenstosses in Viminacium dem Jahre 253 zweifellos größere Chancen einzuräumen, als dem Jahre 249. All dem sei noch ein weiteres und keines­wegs belangloses Argument hinzugefügt: Ebenso wie Clodius Celsinus war auch Aemilianus afrikanischer Her­kunft. Es ist durchaus denkbar, daß Clodius Celsinus in­folge der gemeinsamen Herkunft und einer etwaigen alt­252

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