Alba Regia. Annales Musei Stephani Regis. – Alba Regia. Az István Király Múzeum Évkönyve. 8.-9. 1967-1968 – Szent István Király Múzeum közleményei: C sorozat (1968)

Tanulmányok – Abhandlungen - Bakay Kornél: Gräberfeld aus den 10–11. Jahrhunderten in der Umgebung von Székesfehérvár und die Frage der fürstlichen Residenz. II. – A Székesfehérvár környéki 10–11. századi temetők és a fejedelmi székhely kérdése. VIII–IX, 1967–68. p. 57–84. t. VII–XXII.

J. Fitz haben A. P 1 e i d e 11 wegen seiner Kontinui­tätstheorie scharf kritisiert. J. F i t z hat aber auch gleich­zeitig nachgewiesen, dass ein bedeutender Teil der in Székesfehérvár zum Vorschein gekommenen römischen Steindenkmäler aus dem etwa 12 km entfernt gelegenen einstigen Gorsium (T á с) stammt. 164 2. Die Münzen, die in den Gräberfeldern aus dem 10—11. Jahrhundert in der Umgebung der Stadt gehoben wurden (Rádiótelep, Maroshegy), sind tatsächlich derart abge­wetzt, dass A. P 1 e i d e 11-s Beobachtung, die vor ihm bereits J. H a m p e 1 und G. Nagy gemacht haben — nicht unbegründet ist. Auch Gy. László hat vor kurzem darauf hingewiesen. 165 Doch soll nachdrücklich betont werden, dass der vermutete Umlauf römischer Münzen keinesfalls auch ein Weiterleben der einstigen römischen Siedlungen bestätigt. 3. In den meisten mittelalterlichen Städten Ungarns werden die „Latiner" erwähnt und es begegnet häufig der Ausdruck „vicus latinorum" . Dass sich aber diese Ausdrücke nicht mehr auf die Nachkommen der Römer bezogen, wies bereits P. V á с z y nach. „Gemeint sind darunter eingewanderte Italiener aus der Lombardei, Franzosen aus dem Elsass, und Wallonen oder Flamen" — schreibt er. 166 Wie ANONYMUS es mit den „Römern" gemeint hat, erklärt der Meister ohne Namen wie folgt: „Auf dem Boden Pannoniens leben Slowenen, Bulgaren, Blachen und die Hirten der Römer. Nach dem Tod des Königs Attila nannten nämlich die Römer Pannonién ihre Weide, weil ihre Herden auf dem Boden Pannoniens weideten. Dass es eine römische Weide ist, konnten sie mit Recht sagen, dann auch jetzt gemessen die Römer ungarische Güter." 167 Unter den „Römern" sind natürlich Fremdlinge aus dem Westen gemeint, denn mit den Worten : „auch jetzt" konnte ANONYMUS nur die Donationen von Gütern im 13. Jahrhundert gemeint haben. 168 4. Cur ta mit Székesfehérvár gleichstellen zu wollen, ist vollkommen falsch. In den römischen Itinerarien steht geschrieben, dass Curta die erste Station zwischen Poeto­vio und Halicanum gewesen ist. 369 Eine nähere Bestim­mung des Ortes fehlt. Damit hat die Forschung die Argumente derjenigen, die um jeden Preis eine römische Siedlung an der Stelle von Székesfehérvár nachweisen wollten, Punkt für Punkt wider legt. 169a Doch bedeutet dies keinesfalls, dass keiner einzigen mittelalterlichen Stadt Ungarns eine römische Siedlung vorangegangen wäre. Es genügt, wenn wir an Aquincum — Óbuda (Altofen) erinnern. Doch gibt es in ganz Europa keine einzige Stadt, die vollkommen das Gepräge des castrum bewahrt hätte. 170 164 FITZ 1964: 3-7. 165 LÁSZLÓ 1963 : 383-386. "в VÁCZY MMT I. 100. 167 GYÖRFFY 1958 : 103. «s ibid. S. 216 und Anm. 289. «s GRAF 1936 : 68. 169a Auf Grund der auf demJGebiet von Székesfehérvár neulich ausgegrabenen wenigen römerzeitlichen Denkmäler vermutet J. Fitz auf dem gegen­wärtigen Dózsa György-Platz eine Poststation der Strasse Arrabona­Brigetio. FITZ 1966 : 6. "о MENDÖL 1963 : 328. IL In direkter Folge dieser Theorie setzten andere wiede­rum eine völkerwanderungszeitliche Siedlung voraus. F. Salamon meinte beispielsweise, dass die Slawen den Namen dieser Stadt aus dem lateinischen Wort „Alba" in der Awarenzeit ins Slawische übersetzt hätten, und dass die Stadt möglicherweise auch einen awarischen Namen hatte. 171 Diese Vermutung ist durch die Tatsache widerlegt, dass im Raum von Székesfehérvár kein einziges völkerwanderungszeitliches Denkmal bekannt ist! 172 Die beiden Funde, die D. Csallány im awarischen Fundkataster unter dem Stichwort „Székesfehérvár" angibt, 173 wurden erstens nich in Székesfehérvár gehoben, zum anderen handelt es sich um Einzelfunde. Der erst­genannte Fund wurde 4 km von Székesfehérvár entfernt an der nach Sárbogárd führenden Strasse entdeckt, 174 der andere stammte von Fövénypuszta (12 km von der Stadt entfernt) und gelangte in die Privatsammlung J. Lichtneckerts. III. Die oben erwähnte Hypothese F. Salamon s, dass der Name Fehérvárs aus dem slawischen Belgrad stammt, das aus dem Lateinischen übersetzt worden wäre, wurde naturgemäss ausgenützt. Zu dieser Stadt­namen-Ableitung bemerkt A. P 1 e i d e 11 bezeich­nenderweise­: „Es erübrigt sich zu betonen, dass die Ungarn nur den Namen der Stadt von den Slawen über­nahmen, die erst am Ende der Awarenzeit in grösseren Massen in Transdanubien einzusickern be­gannen, sodass sie bei der Weiterführung der römischen und altchristlichen Kultur überhaupt keine Rolle ge­spielt haben konnten." 175 Über diese unhistorische Auffassung ist nichts zu be­merken. Die neuesten Ansichten über die Rolle der Sla­wen müssen aber erwogen werden. E. Molnár, der erste marxistische Schöpfer der ungarischen Sozialgeschichte, hat als erster gesagt, dass der ungarische Staat auf den Grundlagen des slawischen Pribina-Staates entstanden sei. 176 Neben der slawischen Herkunft des Komitatswesens ist er der Ansicht, dass auch die ungarischen Städte aus slawischen Siedlungen hervorgegangen wären. Wir zitieren den Akademiker E. Molnár: „Die Marktflecken entstanden in Ungarn nicht als eine Folge der inneren Entwicklung. Das land­nehmende Ungartum fand sie im Lande in dieser Form vor." „Die im Lande vorgefundenen Marktflecken waren slawische Siedlungen, die Zentren der slawischen Gesell­schaft, die bereits die Entwicklungsstufe der Marktflecken erreicht hatten. Dies wird auch daraus ersichtlich, dass die meisten aus dem 10—12. Jahrhundert stammenden Marktflecken slawische Namen haben. Unter anderen ge­hören die bedeutendsten Ortschaften dieser Gruppe an: Esztergom hiess slawisch Osztrigom. (Székes) Fehérvár i" SALAMON 1879 : 92-93. "2 FEHÉR 1957 : 272, 275. «8 CSALLÁNY 1956 : 200, P. 936-937. i™ HAMPEL 1900: 111-112. i" PLEIDELL 1934 : 291, Anm. 2. "в MOLNÁR 1949 : 123. i" MOLNÁR 1949 : 241-242. 73

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