Alba Regia. Annales Musei Stephani Regis. – Alba Regia. Az István Király Múzeum Évkönyve. 8.-9. 1967-1968 – Szent István Király Múzeum közleményei: C sorozat (1968)

Tanulmányok – Abhandlungen - Bakay Kornél: Gräberfeld aus den 10–11. Jahrhunderten in der Umgebung von Székesfehérvár und die Frage der fürstlichen Residenz. II. – A Székesfehérvár környéki 10–11. századi temetők és a fejedelmi székhely kérdése. VIII–IX, 1967–68. p. 57–84. t. VII–XXII.

feldes von Maroshegy nicht in Betracht kom­men. 11 ^ Es wäre noch das anthropologische Material zu über­prüfen. Wir hatten bereits erwähnt, dass der eine der beiden erhaltengebliebenen Schädel der dinarischen Rasse angehört, der andere aber ein dinarisch-nordischer Typ ist. Es steht zweifellos fest, dass weder der dinarische, noch der dinarisch-nordische Typ für die führende Schicht des Ungartums bezeichnend ist. Im anthropolo­gischen Material des gemeinen Volkes aber sind die Typen sowohl zur Zeit der Landnahme und auch in der Árpádenzeit ziemlich häufig. Besonders stark ist in der Árpádenzeit der dolichomorphe — der grossgewachsene nordische Typ mit schmalem Gesicht — vertreten. 119 P. L i p t á к schreibt über den grossgewachsenen doli­chomorphen und den grazilen mediterranischen Typ fol­gendes: „Diese Gräberfelder repräsentieren entweder die Bevölkerung der späten Landnahmezeit oder die magya­rischen Volksklassen. Sollte der erstere Fall zutreffen, so wäre auch die autochtone Bevölkerung bereits in den anthropologischen Bestand des magyarischen Volkstums aufgenommen ; im zweiten Fall dagegen müsste man auch an solche Stämme denken, die zwar mit den Magyaren ins Land gekommen, doch fremden ethnischen Ursprungs waren." 120 An einer anderen Stelle schreibt er: „Gegen­wärtig lässt sich auch darüber keine Entscheidung treffen, ob der in der Árpádenzeit so bedeutende hochwüchsige dolichomorphe Typus germanisch-slawischen Ursprungs ist, oder von den Magyaren aus ihrer Heimat in Etelköz mit eingeführt wurde (s. Werchne — Saltowo !)." 121 Die Rassentypen der Urslawen sind: der nordische Cromagnoid A und der alpine Typ. Später waren auch andere Rassenmerkmale in das Slawentum verschmolzen, u.zw. vor allem Elemente der mediterranischen und der dinarischen Rassen. 122 Nach der Rassentypentabelle von L. Bartucz wird der dinarische Typ als Typ III 123 bezeichnet. Vergleichsweise sei erwähnt, dass im Gräber­feld von Kérpuszta der mediterrane, ostbaltische (Cromagnon B) und der dinarische Typ vorherrschen. 124 Es gibt Anthropologen, die den brachycranen (d.h. den osteuropäischen, ostbaltischen oder Cromagnon B) Typ mit den Slawen, den dolichocranen (nordischen und medi­terranen) mit den Ungarn identifizierten. 125 P. L i p t á к hatte sich bereits im Jahre 1953 gegen diese Ansicht aus­gesprochen. Diese skizzenhafte Übersicht macht deutlich, dass sich die beiden Schädel aus dem Gräberfeld von Maros­h e g y mit den Rassentypen des ungarischen gemeinen Volkes ohne weiteres vereinbaren lassen. 126 G у. А с s á d i und J. Nemeskéri halten fol­gende Elemente für die landnehmenden Ungarn bezeich­nend: den europid-brachycranen (d.h. pamirischen und dinarischen), den turaniden und ostbaltischen Typ. Für die eingeborene Bevölkerung (Awaren und Slawen) sind Cromagnon A, der alpine, mediterrane und der nordische Typ charakteristisch. 127 Gesetzt den Fall, dass wir die Feststellung von G y. А с s á d i und J. Nemeskéri annehmen, dass näm­lich der nordische Typ für die eingeborene Bevölkerung bezeichnend ist, — was wir auf Grund unserer früheren Erörterungen bezweifeln müssen — können wir ihre Schlussfolgerung auf Maroshegy nicht gelten lassen, weil: 1. die beiden Schädel, selbst den Berechnungen von G у. А с s á d i und J. Nemeskéri gemäss 128 nur 0,5% des anthropologischen Materials des Gesamtgräber­feldes ausmachen; 2. weil aus archäologischen Funden keinesfalls anthropologische Folgerungen gezogen wer­den können. 129 Hier möchte ich noch bemerken, dass sich K. K. Ery und A. Kralovánszky bei ihren Schlussfolgerungen gerade auf diese anthropologischen Untersuchungen berufen. 130 Letzten Endes muss festgestellt werden, dass wir bei unseren derzeitigen Kenntnissen das Gräberfeld von Maroshegy keineswegs für ein slawisches Begräbnist feld halten können. Da wir aber keine, die Anwesenhei­der örtlichen Bevölkerung ausschlissenden Beweise ha­ben, — in diesem Falle ist es ja gar nicht möglich, solche zu haben — müssen wir das Gräberfeld für eine der Begräbnisstätten des gemeinen Volkes halten, die übri­gens für die Árpádenzeit kennzeichnend waren. SZÉKESFEHÉRVÁR—KANIZSAI UT G y. Acsádi und J. Nemeskéri sind der Meinung, dass dieses Gräberfeld dem sog. Gräberfeld Maroshegy I und dem von Demkóhegy ange­schlossen werden könnte. 131 Ihre Auffassung ist sofern richtig, dass doch der Maroshegy I genannte Fried­hofsteil und das Gräberfeld von Demkóhegy zu­sammengehören. Das an der nach Nagykanizsa führenden Strasse gelegene Gräberfeld gehört aber — im Hinblick auf die topographischen Verhältnisse — nicht zu dem oben genannten Gräberfeld (s. Karte 1). Darauf hat bereits A. Marosi mit seiner Bemerkung hinge­wiesen, 132 dass nämlich die Entfernung zwischen dem Demkóhegy und dem Gräberfeld an der Kanizsai­Strasse grösser als 1 km ist. Er schreibt, dass Erdarbeiter, die seit längerer Zeit hier gearbeitet hatten, berichteten, dass „im grösseren Umkreis Skelette zum Vorschein ge­kommen wären." 133 Von den 21—27 Gräbern wurden nur 9 fachkundig freigelegt. Nur drei Gräber enthielten usa Mehrere ausländische Forscher vertreten auch heute noch die Auf­fassung, dass der Säbel, die Säbeltasche, der Bogen, die Pfeile, die Zierbeschläge und die Reitergräber für das Denkmalgut des Ungartums charakteristisch seien, während die übringen sog. einfachen Fundtypen (z.B. Haarringe mit S-förmigem Ende, Ringe, Armringe, usw.) der slawischen Bevölkerung der Bjelobrdoer Kultur angehörten. VINSKI 1959 : 105-106. 119 LIPTÁK 1957 : 253. 120 Ibid. 251. 121 Ibid. 254. 122 Ibid. 254. 123 BARTUCZ 1931 : 118. 124 LIPTÁK 1957 : 223. 125 SZIRÁKY-HUSZÁR 1953 : 229-232. (Nach LIPTÁK 1957 : 223 zi­tiert.) 126 SZŐKE 1959 : 45. 127 ACSÁDI-NEMESKÉRI 1960 : 494. I 2 » ACSÁDI-NEMESKÉRI 1959 : 507, Taf. 9. X29 ,,... et d'après ses trouvailles archéologiques supposablement aussi le mobiliers funéraires de Maroshegy II." ACSÁDI-NEMESKÉRI 1960 : 494. 130 ÉRY-KRALOVÁNSZKY 1960 : 520. isi ACSÁDI-NEMESKÉRI 1959 : 510, Anm. 5. 132 MAROSI 1915 : 12. 133 MAROSI 1917 : 7. . 69

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