Alba Regia. Annales Musei Stephani Regis. – Alba Regia. Az István Király Múzeum Évkönyve. 1. – Szent István Király Múzeum közleményei: C sorozat (1960)

Tanulmányok – Abhandlungen - Vágó Eszter, B.: Kelten- und Eraviskengräber von Nagyvenyim und Sárkeszi. I, 1960. p. 43–62. t. XXIX–XLI.

62 dass diese Gefässe bei Bestattungen kultischen Zwecken dienten. Zerbrach das. Gefäss, gelangte es in die Abfallgrube, oder die Scherben wurden zerstreut. Annehmbarerweise waren sich auch die Meister, die die Gefässe bemalten, dessen bewusst. Der Zusam­menhang der bemalten Gefässe mit Glaubensvorstel­lungen steht ausser Zweifel. Darauf weisen die Tier­darstellungen hin, die auf Grund totemistischer Nach­klänge als die Darstellung von Tiergottheiten gedeutet werden können. Auch der stilisierte Tannenbaum, der auf jedem Gefäss vorhanden ist, ferner die Sonnen­scheibe und die siebensprossige Leiter bezeugen dies. Von der Chronologie der bemalten Gefässe schreibt Kl. Sz. Póczy,' 0 dass sie um die Wende des 1. und 2. Jahrhunderts gebräuchlich waren. A. Mócsy hält das in Tokod gefundene Stück für spätlaten­zeitlich, obwohl er hinzufügt, dass alle übrigen dort vorkommenden Gefässe der Römerzeit angehören. m Im Grab von Lovasberény, aus dem das bemalte Gefäss zum Vorschein kam, fand man auch eine Hadrianus­Münze in ziemlich schlechtem Erhaltungszustand. Demnach wurde der Tote des Grabes unzweifelbar entweder in der ersten Hälfte, spätestens aber im zweiten Drittel des zweiten Jahrhunderts bestattet. Auch die Keramik des Grabes 4 von Nagyvenyim weist auf trajanisch-hadrianische Zeiten hin, so dass wir die Verwendung der bemalten Gefässe auf das 2. Jh. setzen können. Zwischen den Bestattungen der Kelten und Era­visken in Nagyvenyim mag aber mehr als ein Jahr­hundert vergangen sein. Das gleiche gilt auch für die Gräberfelder von Sárkeszi und Lovasberény. Doch hat es den Anschein, als fielen Siedlung und Gräberfeld zusammen, wenn sich auch die Kontinui­tät der Völker nicht nachweisen lässt. Gleiche wirt­schaftliche Bedingungen erfordern die gleiche Lebens­weise: Gehöftsiedlungen, kleine Dörfer (vici). Hiezu eigneten sich vornehmlich verlassene Siedlungsstätten, zerfallene Gehöfte. So kann auch die Kontinuität der im ersten Jahrhundert v. u. Z. bestehenden kelti­schen Siedlungen und die des in den 1. und 2. Jahr­hunderten u. Z. darauf folgenden Eraviskusvolkes gedeutet werden. E. B. Vágó

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