Fülöp Gyula (szerk.): Festschrift für Jenő Fitz - Szent István Király Múzeum közleményei. B. sorozat 47. (Székesfehérvár, 1996)
K. Bíró-Sey: Ein Antoninianus von Galliensus mit Unbekanntem Revers
JENŐ FITZ SEPTUAGENARIO K. Bíró-Sey EIN ANTONIN IAN US VON GALLIENUS MIT UNBEKANNTEM REVERS Erst unlängst erwarb das Münzkabinett des Ungarischen Nationalmuseums einen Antoninianus subaeratus von Gallienus, dessen Revers-Legende und -Abbildung seit Gordianus III. auf dieser Geldsorte nicht vorkommt, nur auf Bronzemünzen. Beschreibung des Stückes: A) IMP GALLIENS P AVG Brustbüd des Kaisers mit Strahlenkrone, rechts gekehrt, in Panzer, von hinten gesehen (Abb. 1 ) R) LIBERALITAS AVG III Liberalitas nach links stehend, in der Rechten tessera, in der Linken Füllhorn haltend (Abb. 2) Subaeratus, Gewicht: 3,84 g. Inv.-Nr.: 5A. 1990. Cohen1, Cohen2 und RIC ist die Variation ...AVG III unbekannt, sie kennen nur die Umschrift ... AVGG III. Auch Fitz läßt diese Variation in seiner Analyse bzgl. des Geldumlaufes in der Donauregion des 3. Jh. unerwähnt, obwohl er zahlreiche Schatzfunde eingehend erörtert (Fitz 1978, 940). Den Antoninianus haben wir von einem Sammler erworben, der unsere Sammlung bereits mit zahlreichen, aus Transdanubien - wiewohl aus uns genau nicht bekanntem, aber jedenfalls pannonischem Fundort - stammenden Münzen vermehrt hatte. So dürfen wir die pannonische, genauer: transdanubische Provenienz auch dieses Antoninianus annehmen. Die Echtheit des Stückes ist frei von Verdacht.. Obgleich die Silberschicht am Avers recht stark abgewetzt ist, - am Revers ist sie viel besser erhalten -, kann man die Umschrift deutlich lesen. Allerdings ist nicht genau festzustellen, ob diese IMP GALLIENVS P AVG oder -P- AVG lautet. Wahrscheinlicher scheint die erste Variation, in der Systematisierung von Fitz die Avers-Legende Nr. 5 von Gallienus. Diese gehörte zur Münzanstalt von Viminacium, das ...P- AVG zur Münzstätte von Colonia Agrippinensis (ibid. 418). In Viminacium wurden in der 2. Emission (253), in der 3. und 4. (254-256) sowie in der 5. Emission (256) ebenfalls mit diesem Avers Münzen geprägt (ibid. 476—482). Erst in der 6. Emission ändert sich die Legende der Vorderseite. Früher wurde dieser Avers von RIC V/l, 1927, S. 66, den zwei Münzstätten von Lugdunum bzw. Mediolanum 1 Abb. 1 Abb. 2 :ugeeignet(1). In Mediolanum kommt dieser Avers übrigens uch später vor. Die Legende LIBERALITAS AVG III und die Abbildung der Liberalitas auf dem Revers sind vor Gallienus zuletzt auf den rybriden Antoniniani von Philippus I. zu sehen. Dem Philippus- Avers wurde der Liberalitas-Revers von Gordianus III. zuge- Drdnet, der in der 3. Emission der Münzanstalt von Rom, im Jahre 240 geprägt wurde (RIC IV/III 80/95). Auch Bronzemünzen diesen Typs (Sestertius, Dupondius und As) wurden damals geprägt. Bei den Kaisern nach Gordianus III. kommen Antoniniani nur mit ...AVGG III (also mit zwei Herrschern, augustorum) vor. Im Index des Geldumlauf-Buches von Fitz werden mehrere Prägungen mit der Legende LIBERALITAS AVG III erwähnt (ibid. 940), so etwa die Prägung von Trebonianus Gallus aus Viminacium (ibid. 388-389 - Cohen 59, RIC 77). In den von Fitz aufgezählten Funden kommen solche Stücke nicht vor. In seinen Anführungen steht aber die Legende... AVGG III und nicht.. .AVG III, wie im Index angegeben. In Göbls Aufbau wird dem Gallienus in der römischen Emission 5/A vom Anfang 256 der Revers LIBERALITAS AVGG III zugeeignet (Göbl 74/1951/22), und zwar in Gold, Silber und Bronze, und mit demselben Avers, den wir von unserem Subaeratus her kennen. Fortgeführt wird die Prägung des Typs in der Emission 5/B, in der zweiten Jahreshälfte, sodann in der Emission 6/C, die laut Göbl auf den Beginn des Jahres 257 anzusetzen ist, doch wurden nunmehr nur Sestertii geprägt (ibid. 23). Fortan kommen diese Umschrift und diese Abbildung auf dem Revers nicht mehr vor. Laut Göbl wurden sie in anderen Münzstätten überhaupt nicht benützt, nur in Rom. Hier weist die Theorie von Fitz einen gewissen Unterschied auf. In der römischen 5. Emission des Jahres 256 èrwâhnt er einen Antoninianus von Valerianus ...AVG III (Fitz 1978, 424, Cohen 119, RIC 104). Dieser kommt auch in den Funden von Hochenkirchen, Carnuntum, Görgeteg, Korong, Felsőtengelic, Intercisa 1 und Kistormás vor (Fitz 1978 426). Die Variante Cohen 120 betrachtet er als eine Hybride, da der Revers der römischen 5. Emission mit dem Avers der 1.-3. Emission beisammen ist (ibid. 452, Anm. 548/134). Davon gibt es einige Stücke in den Funden von Görgeteg und Szalacska IV (ibid. S. 154, Anm. 146). Ebenfalls für hybridisch hält er die Prägung RIC 105 (mit sitzenden Kaisern), deren Revers aus der römischen 5. Emission stammt (ibid. S. 456, Anm. 147). (1) Laut RIC V/l war dieser Avers 258-259 in Lugdunum, 257-259 in Mediolanum gebräuchlich. 51