Gunda Béla et al. (szerk.): Ideen, Objekte und Lebensformen. Gedenkschrift für Zsigmond Bátky - István Király Múzeum közelményei. A. sorozat 29. (Székesfehérvár, 1989)

László Lukács: Feuerstätten im ost-transdanubischen Haus

Lehm gebaut, mit Tür, Rost und Aschenloch versehen. Außen sind die lehmverputzt und — wie der Kesselofen oder die Seiten des offenen Herdes — weiß getüncht. In Palotaváros, einer seither abgerissenen, mittelalter­lichen Vorstadt von Székesfehérvár, konnte ich noch 1982 in der hinteren Küche des József Tőke (Rác Str. 55) den aus Lehm gebauten, rechts stehenden offenen Herd photo­graphieren, mit dem einfachen Kesselofen am äußeren Ende. In Tác, im Haus des Lajos Mátyus, standen im Jahre 1959 noch an beiden Seiten der Küche die offenen Herde mit Kesselofen. In Velence erinnerte sich 1972 noch der 75 jährige Fischer József Szücs an das Kochen auf offenem Herd; geheizt wurde mit Schilfrohr. Die Schilfrohre wurden entzweigebrochen, und mit einem langen Schilfbündel, den man in der Hand hielt, mußte man „das Feuer unter dem Dreifußtegel begleiten“. Die Beheizung war die Auf­gabe der Kinder, daher sagte mein Gewährsmann: „Als meine Mutter sich zum Kochen vorbereitete, weinte ich, denn da war für mich das Spiel zu Ende.“ In Vál kochte man bis zur Jahrhundertwende im Sommer in der Küche auf dem offenen Herd, genannt pocik, wohin die Glut aus dem Kesselofen herausgezogen wurde, darüber stellte man das Gefäß auf den Dreifuß. In Sárbogárd, in der hinteren Küche der Frau Gyula Tállai (Petőfi Str. 21) ist der offene Herd 159 cm lang, 72 cm hoch und 45 cm breit; an der linken Seite besteht der Kesselofen nur aus zwei Ziegelstei­nen, auf die Kante gestellt. In der Küche der Frau József Magyar (Árpád Str. 22) steht der offene Herd an der rechten Seite, darüber die Heizöffnung des bereits abgerissenen Stubenofens und am äußeren Ende der Kesselofen auch heute noch. In einem Hohlraum unter dem Herd wurde Holz gehalten. Auch in der Küche der Julianna Kajári (Német Lajos köz 12) sind Herd und Kesselofen von ähn­licher Konstruktion. Aufgrund ihrer Kindheitserinnerungen schrieb Frau Erzsébet Kiss (géb. 1928) in ihrer volks­kundlichen Preisarbeit follgendes über den offenen Herd und den Kesselofen in Sárbogárd: „Der innere Teil war ein Raum mit offenem Schornstein, genannt füstös (etwa: rauchig). Unter den offenen Schornstein stellte man hier gar nichts, da daraus bei trockenem wie auch bei feuchtem Wetter der Ruß herabfiel. Ausgenommen den offenen Herd (pocik), der in die Schornsteinbiegung bis zur Höhe der Backofenmündung aus Lehm gebaut war, wurde von hier aus der Heizofen der Stube mit Reisig, Maisstroh bzw. Stroh geheizt. Auf dem pocik stand auch der Kesselofen, wo im Sommer gekocht wurde. Dieser war nichts anderes als ein aus Lehm ausgebauter Feuerraum mit zwei querge­legten Eisenspangen; darauf wurde der Kochkessel ge­stellt.“ (Kiss 1986,16—17.) In Vajta, in einem leerstehenden Haus in der Ady Endre Str. photographierte ich 1983 den offenen Herd in der Küche mit offenem Schornstein. Der Herd an der rechten Seite war 150 cm lang, 75 cm hoch und 45 cm breit, mit einem einfachen Kesselofen am äußeren Ende. Auf dem linken offenen Herd stand ein aus Lehm gebauter Sparherd, der 1983 bereits in einem ver­fallenen Zustand war. In Füle steht im zweiten Teil des Hauses Széchenyi Str. 107 in der rechten Küchenecke ein viereckiger Kesselofen aus Lehm; Grundfäche: 45X45 cm, Höhe: 65 cm. Aurél Vaj kai erwähnte, daß der offene Herd der Küche in Balatonbozsok und Balatonfőkajár tűzhely (Feuerstätte) oder pocik genannt wird. Auf seiner Zeichnung aus Szilas­balhás ist an beiden Seiten der Küche je ein offener Herd zu sehen, mit einem einfachen U-förmigen Kesselofen an den Enden (Vajkai 1940, 318, 312). In Enying stand in den 1930er Jahren in den Küchen mit offenem Schornstein rechts vom würfelförmigen Backofen ein viereckiger Kes­selofen, links ein in die Wand eingebauter Sparherd. Alle drei waren aus Lehm gebaut. In Igar wurde in der Küche des Péter Pintér an das innere Ende des rechten offenen Herdes ein Sparherd mit eiserner Kochplatte angebaut. Der offene Herd war 156 cm lang, 47 cm hoch und 51 cm breit. An der linken Seite des hinteren Küchenteiles stand ein viereckiger Kesselofen aus Lehm; Grundfläche: 65X73 cm, Höhe: 75 cm. Ohne Rost und Aschenloch. In Duna­­pentele erinnerte sich 1952 Mihály Szalay an das Kochen auf offenem Feuer, aus dem Anlaß, daß der eiserne Dreifuß aus seinem Haus in das Museum eingeliefert wurde: „Vor fünfzig Jahren kochte man damit auch zu Hause. In der Stube stand ein Sparherd, aber im Sommer benutzte man einen solchen (Dreifuß). Es gab einen Kesselofen mit Kochkessel. In der freien Küche benutzte man den Dreifuß auf dem niedrigeren Teil des offenen Herdes, neben dem Kesselofen, da auf diesen kein kleineres Gefäß gestellt werden konnte. Unter dem Dreifuß brannte das Feuer.“ (Veres 1952, 10.) In Dunapentele zeichnete Aurél V a j k a i in der Küche des Ferenc Hingyi den offenen Herd mit dem daraufgebauten Kesselofen ab. In Bogyiszló stand der breite offene Herd an der einen Seite des hinteren Küchenteiles vor der Heizöffnung des Heizofens der Stube. In Bâta registrierte József C s a 1 o g in der Küche mit offenem Schornstein eines Hauses mit Flechtwand an der linken Seite einen 175 langen, 60 cm breiten und 70 cm hohen offenen Herd. Die Hausbewohner benutzten damals schon den eisernen Sparherd und ließen den offenen Herd nur deshalb stehen, weil darüber der Heizofen der Stube leichter beheizt werden konnte. Über den Gebrauch des offenen Herdes in der Küche mit ge­stampfter Lehmwand und offenem Schornstein der Frau Péter Robár schrieb József Csaló g wie folgt: „Im Sommer kocht man auch heute auf dem offenen Herd, die alten Geräte werden vom Dachboden heruntergeholt. Zur Feuerstätte gehören folgende Gegenstände: 1—2 dreieckige eiserne Dreifüße; ein Kupferkessel mittlerer Größe balkanischen Typs mit einer Kette an einer Latte (parallel zu dem Rauchbalken) befestigt; ein dreifüßiger Abb. 12.: Stubenofen. Sárbogárd, Tanácsköztársaság Str. 1. 99

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