Fitz Jenő (szerk.): A Pannonia Konferenciák aktái IV. Bronzes Romains figurés et appliqués et leurs problemes techniques - István Király Múzeum közelményei. A. sorozat 27. A Pannon konferenciák aktái 4. (Székesfehérvár, 1984)

V. Kovács: Mark Aurel Porträt aus Lugio

zu erörtern, wir wollen nur zeigen, daß unser Porträtkopf identisch ist mit den anderen, und das Marc Aurel-Porträt zu dem Typ III. gehört, obwohl die Darstellung des Bartes länger ist als an jenen, die diesem Typ angehören. Dieser Typ III. des Mark Aurel-Porträts ist mit Münzen datierbar und wurde noch am Ende der Herrschaft des Antonius Pius, oder Anfang der gemeinsamen Herrschers­zeit Mark Aurel und Lucius Verus ausgeführt und konnte bis zum Tode des Lucius Verus in Geltung sein, d.h. in der Zeitspanne von 160 bis 169. Dieser Typ ist die Fortsetzung der traditionellen Herrscher­bildnisse, wie in diesem Fall der neue Herrscher Mark Aurel. Dieser Porträttyp zeigt den neunen Kaiser als einen jungen Mann mit leuchtendem Intellekt, als Denker und noch nicht als vom Leben gebrochenen Stoiker. Die 5 kleinen rechteckigen Löcher wurden bereits bei der Beschreibung des Porträts erwähnt. Diese ergeben sich bein Bronzeguß, nämlich bei den mit Wahschmelzver­­fahren angefertigten Bronzen mußte die äußere Hülle, die Waschsschicht und der innere Kern aneinander befestigt werden. Infolge des Durchstechens wurde das Wachs bei dem kleinen Loch ein wenig nach innen gebogen. Im Guß­verfahren nahm die Bronze die Form des Wachses an. Ähnliche 14 Löcher sind am Bronzeporträt des Severus Alexander im Museum in Thessaloniki zu sehen. Die Löcher dienten nicht dazu um eine Darstellung „capite velato“ zu machen, weil bei dem Porträttyp III der Kaiser immer mit blossem Haupt dargestellt wurde. Der Porträtkopf endet beim Hals in einer kleinen Kante. Im II. Jh. wurden die Köpfe nicht gesondert angefertigt. Sie gehörten zu einer Büste oder zu einer Statue. Schon in der griechischen Kunst gibt es dafür Beispiele, daß die einzelnen, extra gegossenen Teile nur aufeinander gesetzt und nicht zusammengelötet wurden. Zum Beispiel bei dem Wagenlenker aus Delphi wurde der obere Teil des Rumpfes nur auf den unteren Teil gelegt. Das Severus Alexander- Bronzeporträt im Museum von Thessaloniki hat auch beim Hals eine kleine Kante. Dieser Kopf wurde auch auf enie Büste oder Statue gestellt. Dies bezieht sich auch auf das Porträt aus Dunaszekcső, es wurde also entweder für eine, Büste, oder für eine Statue gegossen. Für die Aufstellung des Porträts bieten sich zwei Mög­lichkeiten. Wenn wir den Kopf in natürliche Haltung stel­len, dann ist der untere, hintere Teil nicht gerecht und steht stark hervor. Wenn dagegen die Kante waagerecht gestellt ist, fällt der Kopf ein wenig rückwärts. Und so bekommen wir dieselbe Kopfhaltung wie, bei dem Mark Aurel-Porträt aus der Villa Hadriana. Beim stabilen Zusammenstellung ist das waagerechte Aufliegen notwendig. So ist bei dem Porträt der ein wenig angehobene, bei dem nach hinten gekipptem Kopf schon verständlich und begründet, daß hinten beim Porträt der Halsteil kürzer ist, denn mit dieser Kopfhaltung verkürzt sich wirklich hinten der Hals. Prinzipiell könnte das Porträt auch zu einer Reiterstatue gehören, da mehrere gute Reste von Reiterstatuen aus den nördlichen Provinzen bekannt sind. Dies müssen wir doch ausschließen, denn mit solcher Kopfhaltung kann man nicht reiten. An den Büsten ist auch die ein wenig gehobene Haltung nicht bekannt. Auch bei den strengen, starr geradeaus sehenden, für amtliche Zwecke hergestellten Edelmetall­büsten ist keine einzige, deren Kopfhaltung gehoben ist. So können wir nur an Statuen denken, zu denen die herrscherische Kopfhaltung und der in die Ferne stehende Blick passt. Wenn wir diese Möglichkeit annehmen, daß der Kopf zu einer Statue gehört, könnte der Kopf zu einer Toga­oder Panzerstatue mit paldamentum gehören. Nämlich zwischen den Kleiderfalten konnte der Kopf gut eingestellt werden. Weil der Porträtkopf aus dem Auxiliarkastell Lugio stammt, können wir an eine Panzerstatue denken. Im Zusammenhang mit dem Poiträt sind noch viele Fra­gen zu lösen, so die Frage nach der Werkstatt. Vorerst können wir nur feststellen, daß der Porträtkgof zu den charakteristischen Darstellungen des Mark Aurel gehört. Nicht nur hinsichtlich der künstlerischen Gestaltung ist das Stück be deutend unter den römischen Porträts, son­dern auch wegen der ausgezeichneten Bronzetechnik. Aus welcher Werkstatt es stammt, aus Rom, oder einer Bronze­gießerei der östlichen Provinzen, vielleicht Alexandrien, ist vorläufig nicht feststellbar. Nach der Darstellung der Augenkann man auch an ein solcher Zentrum denken. Vielleicht werden wir in besserer Kenntnis der Gießerei­en und nach den Metalluntersuchungen auch von der Werkstatt genauere Daten bekommen. Von zwei kleinen Bruchstücken des Porträtkpofes aus Dunaszekcső werden Analysen gemacht, aber auch weitere Untersuchungen sind nötig. Damit hängen auch die Fragen des Restaurierens zusammen. Bis jetzt wurde der Kopf nur ohne Chemikalien von der Erde gereinigt. Zu dem Fundort des Porträts möchte ich noch bemerken, daß keine Grabungen stattgefunden haben, nur Beobach­tungen bei den Erdarbeiten gemacht wurden. Vom Gebiet, des Lagers sind keine Funde ans Tageslicht gekommen, die mit dem Porträtkopf in Verbindung gegracht werden könnten. 91

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