Fitz Jenő (szerk.): A Pannonia Konferenciák aktái IV. Bronzes Romains figurés et appliqués et leurs problemes techniques - István Király Múzeum közelményei. A. sorozat 27. A Pannon konferenciák aktái 4. (Székesfehérvár, 1984)
V. Kovács: Mark Aurel Porträt aus Lugio
Alba Regia, XXI, 1984 V. Kovács MARK AUREL PORTRÄT AUS LUGIO Den 12. Sep». 1974 kam bei Erdarbeiten in Dunaszekcsö — Lugio — am Várhegy — Schloßberg — ein Bronzekopf zum Vorschein (Taf.XLIV,XLV). Dunaszekcsö wurde schon im 18. Jh. als das einstige Luigo identifiziert. Vom kastell Lugio ist heute nur die Raetentur bekannt. Moderne archäologische Forschungen haben in Dunaszekcsö noch nicht stattgefunden. Nach kleineren Funden Rettungsgrabungen und Beobachtungen kann man schließen, daß Lugio mehr war als nur ein Limeskastell. Vier Statuenbasen befinden sich in verschiedenen Slg.: zwei des Septimius Severus, zwei des Caracalla, die nach den Inschriften von der hier stationierten cohors VII Breucorum, sowie der cohors I Noricorum Antoniniana gestiftet wurden. An der einen, dem Septimius Severus gewidmeten Basis kann man am oberen Teil eine kleine Mulde beobachten, in die die Kaiserstatue eingebaut wurde. Die erhaltenen Statuenbasen sind bedeutende Funde, da sie beweisen, daß auch in Lugio Kaiserstatuen standen. Nach den militärischen Widmungen mögen die Statuen in der Principia des Auxiliarkastells aufgestelt gewesen sein. In Pannonien kamen außer den mit Inschriften versehenen auch solche Reste zum Vorschein, die auf mehrere Kaiserstatuen schlißen lassen. Diese sind teils aus Stein, oder auch aus Metall hergestellt. Letztere waren der Witterung stark ausgesetzt. Solche Funde sind aus Zivilstädten, teilweise aus Kastellen bekannt und ihre Funktion ist geklärt. Bronzestatuen fragmente deuten in vielen Fällen mit Sicherheit auf Kaiserstatuen hin. Einige der bedeutendesten Kaiserstatuen aus Stein sind die des Mark Aurel in Aquincum, ein lebensgroßer Kopf, sowie ein Kaiserporträt. Die Togastatue, die im Aquincum ohne Kopf aufgefunden wurde, wird von etlichen Forschern als die Statue des Kaisers Mark Aurel angesehen. Auch aus Intercisa — Dunaújváros — kennen wir einen kaiserlichen Porträtkopf. Von den Bronzestatuen wären folgende zu erwähnen: in der Zivilstadt von Aquincum entdeckte vergoldete Bronzehand und ein beschuhtes Fußfragment stammen sicher von einer Kaiserstatue. Auch die vergoldeten Finger von Aquincum weisen auf eine Kaiserstatue. Das in Ulcisia Castra — Szentendre — gefundene vergoldete Fragment hat vermutlich zu einer Cosntantin-Statue gehört. Er hat die Gegend von den Barbaren befreit. Das in Intercisa entdeckte Kleidungs-fragment deutet ebenfalls auf eine Kaiserstatue. Die Funde von Azaum-Almásfüzitő — und Annamatia-Baracspuszta — sind als Fragmente von Kaiserstatuen zu deuten. In der Nähe von ad Statuas und Alisca bei Hant wurde das Bruchstück eines vergoldeten Bronzepferdes entdeckt, der von einer kaiserlichen Reiterstatue stammen mag. Leider kann man von dem Statuen den ehemaligen Aufstellungsplatz nicht ermitteln. In Brigetio wurde eine Kaiserbüste, kleiner als Lebensgröße, entdeckt, in Sopianae — Pécs — eine vergoldete Kaiserbüste, die zu den Kleinbronzen zählt. Die angeführten Beispiele zeigen, daß auch in Pannonien, wie auch in anderen Provinzen, in Städten und Militärlagern Kaiserstatuen aufgestellt waren. Nach unseren bisherigen Kenntnissen wurden in Pannonien keine Großbronzen gegossen. Großbronzen waren schon wegen ihrer Funktion und ihres hohen Preises ziemlich selten. Pannonien war eine Provinz aber keine der reichen Ostprovinzen. Damit wollen wir aber nicht behaupten, daß hier die Zahl der Kaiserstatuen gering war, nur daß ihre Proportionen und ihr Material von denen in Rom und in der Ostprovinzen verschieden war. Die Kaiserstatuen haben schon die Vorasussetzungen der Vernichtung in sich. Mit ihrer Aufstellung wollte man einen Kaiser, oder eine Dynastie ehren. Die sich folgenden Kaiser bzw. Kaiserdynastien beanspruchten die Aufstellung neuer Statuen. Damit kann man bei den Kaiserstatuen die ausstauschbaren Kaiserporträts erklären. Viele Statuen fielen auch der „damnatio memoriae“ zum Opfer. Im Limesgebiet wurden die Kaiserstatuen von den hereinbrechenden und plündernden Barbaren nieder-89