Fitz Jenő (szerk.): A Pannonia Konferenciák aktái IV. Bronzes Romains figurés et appliqués et leurs problemes techniques - István Király Múzeum közelményei. A. sorozat 27. A Pannon konferenciák aktái 4. (Székesfehérvár, 1984)

J. Bouzek - J. Ondrejová: Die römische Bronzer der Sammlung Nostitz

Alba Regia, XXI, 1984 J. Bouzek—J. Ondrejová DIE RÖMISCHEN BRONZEN DER SAMMLUNG NOSTITZ Als Einleitung zu diesem Beitrag sollen wir uns in die Zeit zurückversetzen, als die Sammlung, von der wir spre­chen werden, zusammengestellt worden war; in die zweite Hälfte des 18. Jh. Ähnlich wie Budapest damals, war Prag eine Provinzstadt der Donaumonarchie, die böhmischen Adeligen, obwohl weniger reich als jene in Ungarn, doch auch nach den damaligen Kulturzentren und Erungenschaf­­ten sich sehnend und strebend, haben im Grunde in einer ähnlich gestimmten Welt gelebt. Die Familie der Grafen von Nostitz gehörte zu den vornehmsten des damaligen Prager Kulturlebens, und die Gestalt des Grafen Franz von Nos­titz (1725—1794), des Begründers und Stifters des Theaters, welches später Stände- und jetzt Tyl-Theater heißt (1781), und wo u.a. die Erstaufführung der Zauberflöte Mozarts stattfand, gehörte zu den wichtigsten Mäzenen seiner Zeit; durch sein Wirken hat er vieles im Kulturleben Prags und Böhmens geprägt und geformt. Die Bildergalerie der Nostitz-Familie ist am gründlich­sten erforscht worden, weniger die Gipssammlung, welche die größte dieser Zeit in Prag war, und über derer Zusam­menstellung Franz von Nostitz wohl mit Winckelmann selbst korrespondierte, obwohl die Belege dieser Korres­pondenz, die in früheren Schriften erwähnt wurde, sich in den uns zugänglichen Archiven noch nicht finden lassen. Doch wissen wir aus mehreren Quellen von seiner Rolle beim Gründen der Böhmischen patriotischen Gesellschaft der Kunstfreunde und der Kunstakademie in Prag, daß er im Einklang mit dem klassizistischen Geist seiner Zeit das Antiken-Sammeln hoch schätzte, und diese Tätigkeit als einen Teil der Mittel zur Kunst- und Kulturausbildung sei­ner Familie und seines Landes ansah. Zur Art der Erwerbung der Einzelstücke haben wir in Archiven noch keine Details gefunden, im Gegensatz zu reichen Angaben zu den Bilder-Erwerbungen; vielleicht ist dieser Teil der Nostitz-Inventarbücher zerstört worden. Doch zeigt die Zusammenstellung, dass die Bronzen meist aus Italien erworben wurden; neben der römischen Statuet­ten sind auch mehrere etruskische Stücke in der Kollek­tion, neben den italischen auch provinzielle Erzeugnisse, und, wie in allen Sammlungen dieser Zeit, mehrere Fälsch­ungen, von denen sich damals schon in Italien eine Anzahl von Handwerkern und Unterhändlern ernäherte. Alle Stücke hat man auf hölzerne klassizistische schwarze Sokk­éi, gesetzt, und sie formten eine Art der damals üblichen Skulpturgalerie en miniature, wobei besonders hervorzu­heben ist, daß die Zusammensetzung weniger dem ikono­­graphischen Typ einer Göttergalerie entspricht, als jener, wo die Kunstform, im Winckelmannschen Sinne, direkt und unvermittelt den Beobachter ansprechen sollte. Aus den Menschenfiguren sind sieben Stücke zu erwäh­nen: 1. Junger tanzender Satyr mit im Knie abgebrochenen Beinen, auch ein Teil des linken Armes fehlt (P5768, H.5cm). Der nackte Satyr stand auf dem rechten Bein, der linke war wohl nach hinten gebogen. Der Kopf mit Kranz blickt nach links, die rechte Hand ist hochgehoben und hält Weintrauben. Der Typ ist hellenistisch, unseres Exemplar wohl aus den Anfängen der Kaiserzeit. Für die Parallelen vgl. Bouzek—Dufková— Ondüejovä 1979, Nr. B 17 mit Taf. V: 3. 2. Opfernder Priest im Mantel. Schale in der rechten Hand und Brot in der linken (P 5785—77, H. 6 cm) gehört einem geläufigen mittelitalischen Typ an. der etwa 100 v. u. Z. bis 50 u. Z. datiert wird. Für die Parallelen vgl. ein ähnliches Stück (Ibid. Nr. B 14). Taf. XXXIX. 2. 3. Herkules des hellenistischen Typs (Gesicht wie H. Farnese), mit Löwenfell und Keule an der linken Schulter (P 5760—72, erh.H. 8,3 cm). Rechter Arm und beide Beine in der Kniehöhe abgebrochen, der Schwanz des Löwenfells reicht hinten bis zum rechten Knie. Das Stück scheint auch frühkaiserzeitlich zu sein — Vgl. Whee­ler 1906, 377—84; Boube—Piccor 1969, pl. 160. 4. Fortuna-Isis (P 5754—76, H.8 cm). Rechter Vorderarm abgebrochen, Krone auf dem klassizistischen Kopf, Chiton mit Ärmeln und Gürtel, Mantel. In der linken Hand Füllhorn, am rechten Fuß Steuerruder. Das klassizistische Antlitz spricht ebenfalls für eine frührömische Entstehungszeit. — Vgl. Bou­cher 1973, Nr. 62; Ognenova—Marinova 1975, Nr. 182; Bronzes Lausanne 1979, Taf. 42: 1 (Boucher); Herman 1841, V, 1. Ser. Taf. 25. 5. Minerva des Parthenostyps (P 5777—61, H. 8,8 cm). Der rechte Arm abgebrochen am Schulter, in der linken grob model-79

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