Fitz Jenő (szerk.): A Pannonia Konferenciák aktái IV. Bronzes Romains figurés et appliqués et leurs problemes techniques - István Király Múzeum közelményei. A. sorozat 27. A Pannon konferenciák aktái 4. (Székesfehérvár, 1984)
J. Garbsch: Neue Funde römischer Paraderüstungen
ist nur der runde Ansatz des Helmkammes erhaltèn. Der Verschluß erfolgte durch zwei drehbare Knebel mit Splint (vgl. Garbsch 1978, 8 Abb. 1—2). Hier hat sich nur das obere Knebellager erhalten. Das Stück beweist einmal mehr, daß es sich bei diesen Beschlägen um Verschlüsse von Schuppenpanzern handelt, denn rechts ist ein Niet erhalten, der auf der Rückseite eine sechseckige Beilagscheibe trägt. Zwischen Blech und Beilagscheibe haben sich Reste von fünf etwa 1,2 cm hohen und 0,9 cm breiten Schuppen erhalten. Die somit sehr kleinen Schuppen tragen im oberen Drittel drei senkrechte Lochpaare und überlappen sich seitlich um ein Drittel (die Drahtverbindung geht j eweils durch das linke äußere Lochpaar der einen und das rechte äußere Lochpaar der nächsten Schuppe). Die vertikale Überlappung ist noch stärker; hier erfolgte die Verbindung durch das obere bzw. das untere Loch des mittleren Lochpaares. 7. Einteiliges Panzerblech (Fundort Carnuntum, Inv. 1981, 3195). Höhe in der Mitte 16,7 cm, außen ursprünglich etwa 18 cm; Breite oben ursprünglich 13,5 cm, in der Mitte 14,8 cm, unten ursprünglich 16 cm. (Taf. XXXI, 2) Das leicht trapezoidé Blech gehörte, wie der gewölbte Halsausschnitt und die Ähnlichkeit mit zweiteiligen Panzerblechen (in geschlossenem Zustand) zeigen, zum Panier. Es könnte allerdings auch sein, daß wir hier ein „echtes“ Paraderüstungsteil fassen, das zu den aus Arrians Schilderung bekannten kimmerischen Gewändern getragen wurde, während die zweiteiligen Garnituren nicht zur Paraderüstung im engeren Sinn gehörten, sei es, daß sie der normale Panzerverschluß, sei es, daß sie eine „gehobene“ Ausführung gewesen sind. Vergleichbares findet sich bei den Beinschienen, die teils unverziert, teils in flachem, teils in sehr hohem Relief dekoriert sind. Das starke Relief der Büsten stellt das Blech an die Seite von bestimmten Roßstirnen, Medaillons, Beinschienen und Knieschutzblechen. Selbst unter den Helmen läßt sich vergleichbares heranziehen, etwa der Helm von Theilenhofen mit seinen Adler- und Löwenfiguren (auch die Medaillons könnte man sich als Phaleren auf den kimmerischen Gewändern vorstellen). Das Blech zeigt in der Mitte die Büste der Minerva. Sie trägt den korinthischen Helm mit drei Kämmen (der mittlere läuft in einen — nicht erhaltenen — Adler aus). Die Helmkrempe ist zu beiden Seiten noch mit je zwei kleinen Büsten verziert (jeweils ein bärtiger und ein jugendlicher bartloser Mann). Ursprünglich könnten wohl sieben Büsten hier Platz gehabt haben. Über der Tunica trägt Minerva den Schuppenpanzer mit Gorgoneion und Schlangen. Die Rechte ist auf eine verkümmerte Lanze gestützt, der auf der anderen Seite einst der Schild entsprochen haben dürfte. Rechts und links ringelt sich je eine Schlange, unten saßen — wohl antithetische — Köpfchen von Windgöttern. In den oberen Zwickeln steht links ein unbekleideter, frontal gesehener Mars mit Schild (aus Symmetriegründen zu seiner Rechten!) und erhobener Linken, welche die nicht erhaltene, vielleicht auch gar nicht oder nur teilweise dargestellte Lanze hielt, während rechts Victoria mit Kranz in der erhobenen Rechten nach links schwebt. In der Mitte steht der Adler des Iupiter. Das Relief ist sehr stark herausgetrieben; die größte hoch meßbare Höhe am Kinn beträgt 2,8 cm. Eine unter der Büste durch Punzlinien angedeutete Tabula trägt leider keine Inschrift. Bis vor kurzem waren nur zwei vergleichbare Stücke bekannt: der Panzerbeschlag von Aquincum mit drei Büsten (Minerva, Roma, Virtus) und ein Fragment von Gherla mit einer Büste (Garbsch 1978 Taf. 37 bzw. 13,2). Das Blech von Gherla zeigt dabei die größeren dekorativen Übereinstimmungen: zu beiden Seiten der Minervabüste sind noch die Windungen der antithetischen Schlangenleiber zu ahnen, und auch der untere Abschluß der Büste entspricht völlig dem Carnuntiner Blech. Für die Gattung des einteiligen Panzerblechs sind darüberhinaus noch zwei weitere Stücke anzuführen. Das eine Exemplar stammt aus Lauriacum und zeigt die beiden Dioskuren (Ruprechtsberger 1981 Taf. 4). Das zweite Stück, das fast komplett erhalten ist, stammt aus Ritopek bei Beograd (Tricornium) (freundliche Mitteilung Dr. V. Kondié, Beograd). Es zeigt in der Mitte eine Büste des Mars mit Helm, Lanze und Schild, flankiert von zwei signa (dazwischen eine Tabula mit gepunzter Inschrift). Unter der Büste sind zwei Krieger dargestellt (Dioskuren), in den oberen Zwickeln je ein Adler, darunter je drei Büsten, und zwar oben Minerva und Ganymed, darunter Mars und Iupiter, unten Hercules und Virtus oder Bellona. Sehr wichtig für die Rekonstruktion der Befestigung derartiger Bleche am Panzer sind die sechs seitlich angebrachten Knöpfe. 8. Bronzenes Kettenhemd mit Verschluß aus Bronzeblech, gefunden im Sommer 1981 in einem Kiesweiher in den Donauauen südlich der Donau bei Bertoldsheim, Ldkr. Neuburg-Schrobenhausen (Museum Neuburg, Inv. V 2267)(3). Die Fundstelle ist ungefähr 3 km entfernt vom Fundort der Gesichtsmaske von Straß-Moos (Garbsch 1978 Taf. 20,4). — (Taf. XXXII, 1—2) Kettenhemd und Verschluß sind noch nicht konserviert. Das Hemd ist offenbar mittig so zusammengelegt, daß der Verschluß nach außen zu liegen kam, und dann von rechts nach links zusammengerollt worden. Das freiliegende Blech ist leicht trapezförmig und verjüngt sich nach oben zum beidseitig spitz hochgezogenen Halsausschnitt. Die Höhe beträgt 14 cm. Die Darstellung zeigt Mars stehend frontal mit nach rechts gewandtem behelmtem Kopf, nackt bis auf den über die rechte Schulter geworfenen Mantel. Die erhobene Rechte hält die Lanze, die gesenkte Linke den Schild. Rechts ringelt sich eine Schlange, oben schwebt ein Adler. Rahmen und Dekor sind asymmetrisch; rechts ist offenbar die etwa 0,9—1,0 cm breite Randleiste weggebrochen (möglicherweise steckt sie im zusammengerollten Panzer). Der Fond ist teilweise verzinnt; oben zwischen Adler und Helm ist anscheinend eine Inschrift eingepunzt. Nach Größe und Breite würde man das Blech auf den ersten Blick als die rechte (vom Betrachter aus gesehen linke) Hälfte eines zweiteiligen Verschlusses ansprechen; in der fehlenden Randleiste wären dann die beiden Verschlußknebel zu ergänzen, welche in entsprechende Aussparungen des linken Verschlußbleches gesteckt wurden und durch Drehung um 90° das Panzerhemd verschlossen. (2) Für die Publikationserlaubnis danke ich M. Eckstein (Neuburg.) 5* 68