Fitz Jenő (szerk.): A Pannonia Konferenciák aktái IV. Bronzes Romains figurés et appliqués et leurs problemes techniques - István Király Múzeum közelményei. A. sorozat 27. A Pannon konferenciák aktái 4. (Székesfehérvár, 1984)

E. Künzl: Einige Bemerkungen zu den Herstellern der römischen medizinischen Instrumente

Alba Regia, XXI, 1984 E. K.ÜNZL EINIGE BEMERKUNGEN ZU DEN HERSTELLERN DER RÖMISCHEN MEDIZINISCHEN INSTRUMENTE Um die Situation gleich zu Beginn deutlich zu charak­terisieren: über die vermutlichen Hersteller von medizi­nischen und verwandten Instrumenten in der Zeit des Imperium Romanum wissen wir nicht viel (allerdings über den Hellenismus oder gar die vorhellenistische griechische Zeit noch viel weniger). Schuld daran ist allerdings nicht allein die immer noch unzulängliche Publikationslage, sondern auch die Verhaltensweise der antiken Metallhand­werker. Stempel oder Namensinschriften sind sehr selten, auch Schlagmarken scheint man nicht benutzt zu haben. Die äußeren Hilfsmittel sind also spärlich. Es muß allerdings wirklich Werkstätten gegeben haben, die sich auf medizinische Instrumente spezialisiert hatten. Die formalen und technischen Übereinstimmungen vieler Geräte über alle Provinzgrenzen des Reiches hinweg sind zu oft bemerkbar und zu deutlich. Von einer dilettantischen Heimproduktion durch die Ärzte selbst (vgl. z. B. Keil 1905) kann keine Rede sein. Die meisten der etwas kom­plizierteren Geräte sind so gut gearbeitet, daß nur geübte Metallhandwerker als Produzenten infrage kommen. Damit will ich keineswegs ausschließen, daß sich die Ärz­te auch selbst mit Vorschlägen an der Formgestalt beteili­gen konnten. Bekannt ist ja aus der Kaiserzeit derung Egon in Ephesos, den uns bisher neun Inschriften aus der Zeit des Antoninus Pius bezeugen (Keil 1905; Wolters 1906; engelmann 1980). Es ist dabei auch von den Organa, also den Instrumenten die Rede. Der Agon diente wohl zur Verbesserung oder zur theoretischen Neukonstruktion solcher Geräte, sicher aber nicht zur manuellen Ausfüh­rung. Inschriftliche Zeugnisse allgemeiner Art sind ansonsten kaum vorhanden. Ich kann hier vorerst nur eine antike Nachricht (Vatikan) nennen, in welcher sogenannte ana­­bolicarii erwähnt sind (Cantarelli 1888; Vgl. RE s.v. Ana­­bolicarii). Cantarelli vertrat die These, es könne sich um Fabrikanten medizinischer Geräte gehandelt haben, eine zwar erwägenswerte, aber kaum beweisbare Theorie. Ob man nun in einem anabolium eine Art Lanzette sehen will (RE s. V. Ababolium) ober ob man das Wort mit dem Knochenheber (avaßoXeü?; elevatorium. Vgl. Milne 1907, 133) zusammenbringt: es bleibt die Schwierigkeit, daß dann die Produzenten eines vom technischen Standpunkt her einfachen Instruments herausgehoben worden wären, während wir für alle anderen Handwerker bis hin zu den Herstellern der schönen Zangen oder Specula keine Son­dernamen haben, wie jetzt aus der umfassenden Dokumen­tation römischer Handwerkernamen durch Harald v. Petrikovits (1981) hervorgeht. Wahrscheinlich verbergen sich die von uns gesuchten Spezialisten unter allgemeinen Namen für Metallhandwer­ker wie dem artifex aerarius, dem faber aerarius ober ganz allgemein dem faber. Vielleicht hat der cultrarius (Petri­kovits 1981, 120—121) auch manchmal Skalpelle herge­stellt, denn zumindest auf dem bekannten Terrakottarelief von der Isola Sacra bei Ostia (tabanelli 1958 Taf. 2—3) bietet ein Werkzeughersteller in seinem Sortiment auch zwei Skalpelle an. Die archäologisch-medizinhistorische Forschung hat sich gewiß oft mit den Materialien der Instrumente beschäf­tigt (Milne 1907,10—17), auch hat man die Frage nach den Ateliers als Problem erkannt, ohne daß bisher versucht worden wäre, eine detailliertere und über allgemeine Über­legungen hinausgehende Antwort zu versuchen (Milne 1907,17—19; Longfield—Jones 1978,250—251). Die anti­ken Schriftquellen hat man oft zur Interpretation herange­zogen, allerdings bevorzugt zur Typenbestimmung (Milne 1907). — Ich selbst kann hier natürlich nur einige erste knappe Hinweise auf die uns zur Verfügung stehenden Möglichkeiten geben. Wenn große Funde aus Siedlungsstellen stammen, ist ihre Interpretation immer schwer, weil man nie sicher sein kann, was genau zusammengehörte. Selbst die Funde aus Pompeii und Herculaneum nützen uns nur bedingt etwas, weil die Fundumstände meist nicht dokumentiert sind 59

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