Fitz Jenő (szerk.): A Pannonia Konferenciák aktái IV. Bronzes Romains figurés et appliqués et leurs problemes techniques - István Király Múzeum közelményei. A. sorozat 27. A Pannon konferenciák aktái 4. (Székesfehérvár, 1984)

H. Menzel: Bronzen des ersten Jahrhundert im Rehinischen Landesmuseum Bonn

Die Maße sollen nur angeben, dass die Krone einer etwas unterlebensgroßen Statue aufgesetzt war, vermutlich aus Stein, die bei der Eroberung des Lagers zerstört wurde. Für die Deutung der in den einzelnen Feldern wiedergege­ben Figuren oder Gruppen gibt es zwei Vorschläge. L e h­­ner (1929, 131—132) und ihm folgend A. Bruckner (1963, 66—69) dachten an eine Darstellung der Kybele, was bei der Bedeutung des Kybelekultes sehr ansprechend wäre, obwohl die Soldaten selbst zur Kybele kein beson­deres Verhältnis gehabt hatten (Schwertheim 1974, 291. — Hier 290—305 allgemein zum Kybelekult und 297 die etwas vorsichtige Stellungnahme zur fossa sanguinis in Neuß; vgl. Petrikovits 1957, 38—61 und 66.), da entsprechende Funde in den Limeskastellen außerordentlich spärlich sind. Das bedeutet also, daß die weibliche Gestalt im Mittel­feld, die mit einem ärmellosen Chiton und einem darüber gelegten Mantel bekleidet ist und eine helmartige Kopf­bedeckung trägt, Kybele sein müßte, die unter einem knor­rigen Baum steht, sich mit dem rechten Arm auf eine Säule stützt und im linken Arm einen langen Stock oder ein Szepter hält. Die Gruppe links wäre dann Merkur mit dem Bacchusknaben, die rechte Figur Triptolemos, der ein Ährenbüschel in der Hand hält. Die beiden Außenfiguren sind entweder alte Hirten oder Wanderphilosophen. Somit wäre auch der innere Bezug gegeben, denn Kybele beschützt sowohl Getreide- und Weinbau und ist auch die Hüterin von Tieren und Herden, womit die beiden Alten als Hirten gekennzeichnet würden. Diese Deutung aber steht und fällt mit der Bezeichnung des Baumes unter dem die Göttin steht. Ist er eine Pinie, wie ihn Lehner und Bruckner angesprochen haben, dann gehört er zum festen Bestandteil des Frühlingsfestes und damit zum Kult der Kybele. Dieser Baum aber ist keine Pinie sondern ein Feigenbaum. Und damit entfällt der Bezug auf Kybele. Bracker (1967, 198, C 7) hat der Frauengestalt unter dem Feigenbaum eine andere Deutung gegeben; er bezeichnet sie als Juno Crapotina, die hier vielleicht eine lokale Gottheit vertritt. Der Feigenbaum ist symbolhaft für das Fest der Frauen am 7. Juli, das mit einem Opfer und der Milch des Feigenbaumes gefeiert wurde. Die linke Gruppe ist, wie auch vorher, Merkur mit Bacchus, die rechte Figur hingegen ist zu einem Satyr mit einem Thyrsosbüschel in der Hand geworden. Entscheidend für die Szenen und Figuren aber ist, daß sie entweder, wie Merkur mit Bacchus und auch der Satyr, direkt auf praxi­­telische Vorlagen zurückzuführen sind oder man aber für die Juno ebenfalls nach einem ursprünglichen Vorbild im 4. Jh. V. Chr., allerdings in einer hellenistischen Brechung, suchen muss. Das heißt aber, daß hier in einem römischen, weit im Norden gelegenen Legionslager in der Mitte des 1. Jh. n. Chr. eine Statue, eine Fortuna, eine Juno oder eine andere weibliche Gottheit, gestanden hat, deren Krone mit Bildfeldern geschmückt war, die fast ungebrochen Vorlagen des 4. Jh. V. Chr. Wiedergaben. Das schliesst natürlich gleich die Frage nach der Herkunft dieser hervorragend gearbeiteten Kultkrone ein. Auch wenn angenommen wer­den darf, daß die Juno eine lokale Muttergottheit vertrat, kann man an eine Arbeit im Bereich von Vetera kaum denken, sondern eher an einen Import, der für eine vielleicht in Vetera gearbeitete Steinstatue vermutlich in Gallien besonders angefertigt wurde. Nicht so eindeutig zu beantworten ist die Frage nach der Zuweisung eines weiteren, ebenfalls schon bekannten Fundes aus Vetera, nämlich des mit dem Kopf des Jupi­ter-Ammons verzierten Balkenkopfes (Taf. XXV, 2), wenn diese Bezeichnung zutrifft (Menzel 1969, 54—55, Nr. 36; Grimm 1969, 125—126). Das Stück, das 1929 ergraben wurde, hat einen Durchmesser von 11,4 cm, besteht aus dünnem Bronzeblech, das dem eigentlichen Balkenkopf aus Blei aufliegt und der hinten einen langen Eisennagel hat. Der Kopf des Jupiter-Ammon, erkenntlich an den Widderhörnern, ist mit seinen sorgfältig angegebenen Haupt- und Barthaaren hervorragend gearbeitet und muß als Abschluß eines Balkens sowohl als Verzierung wie auch in apotropäischer Absicht angebracht gewesen sein. F. Matz (1932) hat in seiner Bearbeitung der am 12. Novem­ber 1858 in Lauersfort gefundenen Phalerae auch auf dieses Stück verwiesen und es in flavische Zeit datiert, d. h. gegen Ende des Bestehens des Lagers, während die Lauers­­forter Phalerae (Taf. XXV, 4) selbst in die erste Hälfte des 1. Jh. n. Chr. gesetzt werden. Ist nun der Balkenkopf von Vetera wegen seiner Qualität ein Importstück oder wurde er in Vetera selbst gearbeitet? Da es sich letztlich um ein Werk- oder Gebrauchsstück handelt, wäre die Annahme einer Fertigung im Lager selbst nicht auszu­schließen, bedenkt man, daß in den fabricae der Kastelle (Ulbert 1969, 13; Oldenstein 1976, 68—85) die verschie­densten Bronzearbeiten ausgeführt wurden. Es ist ebenfalls nicht sicher auszumachen, ob der Teil eines Gladiatorenhelmes (Taf. XXV, 3; XXVI, 2), wie H. Klumbach (1974, 67—68, Taf. 52—53) ihn erkannt hatte, nicht auch in Vetera hergestellt sein könnte. Wohl werden in der Regel die Gladiatoren ihre Waffen mitge­bracht haben, doch zeigt eine Inschrift auf den Resten eines Gladiatorenhelmes in Nijmwegen an, daß die darauf angegebene Legion, die in Vetera lag, über eigene Ausrüs­tungen für die Gladiatorenspiele verfügte. Das erhaltene Stück, das die linke untere Gesichtshälfte schützte, ist mit Weißmetall überzogen und hat ein getriebenes Relief zur Verzierung, das eine Antilope wiedergibt, die von einem Leoparden angesprungen wird. Nicht aus Vetera I sondern aus Bonn stammt der ver­silberte Beschlag einer Schwertscheide (Taf.XXVI, 1), der schon rein thematisch eine Fertigung in augusteischer Zeit voraussetzt, denn das etwas grob ausgeführte Relief zeigt in der Mitte Livia mit ihren Söhnen Tiberius und Drusus. Victorine von G onzenbach (1966, 183— 208 — Das Bonner Stück 201—202, Abb. 8, 1.; Petri­kovits 1967, 23, 58, Abb. 13; Bildnisse 1979, 22) hat aus­drücklich darauf verwiesen, daß Bleche dieser Art zur Ordonnanzausrüstung gehörten und ihre Ausführung den Anweisungen der Heeresleitung unterlagen. Im vorliegen­den Zusammenhang ist nur die Tatsache der Auffindung eines solches Bleches in Bonn und die Art der Ausführung selbst wichtig, die nicht auf eine spezielle Werkstatt schlie­ßen läßt, deren auschließliche Aufgabe die Erstellung sol­cher thematisch festgelegter Bleche war, sondern dass es sich hierbei um eine provinzielle Arbeit handelt, die wohl nicht in Bonn selbst, dessen Legionsfestung (Bogaers— Rüger 1974, 196) erst im 4. Jahrzehnt des 1. Jh. n. Chr. angelegt wurde, doch sonst im Rheinland geschaffen wurde, wenn es nicht vielleicht im Zusammenhang mit den Resten 50

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