Fitz Jenő (szerk.): A Pannonia Konferenciák aktái IV. Bronzes Romains figurés et appliqués et leurs problemes techniques - István Király Múzeum közelményei. A. sorozat 27. A Pannon konferenciák aktái 4. (Székesfehérvár, 1984)
D. Stutzinger: Bronzestatuette eines opfernden Togatus im Römisch-Germanischen Museum Köln
große Verwandtschaft mit Relieffiguren der theodosianischen Zeit oder der Statuette der Aelia Flacilla(9 10 11). Dazu wollen aber Bewegtheit und Drehung im Körper des Togatus, die auf Gestaltungen der früheren Kaiserzeit zurückweisen und in der Spätantike durch strenge Frontalität ersetzt werden, überhaupt nicht passen. Nun ist zwar gerade in theodosianischer Zeit vor allem in stadtrömischen Kreisen eine rückwärtsgewandte Haltung erkennbar, es werden in der Kunst auch ,antike4 Vorbilder aufgenommen, aber ein so dezidierter Rückgriff, zumal auf die Kunst der republikanischen Zeit, wäre etwas ganz Ungewöhnliches. Ein gravierender Hinderungsgrund für eine Datierung in die Spätantike ist aber in jedem Falle die Togaform, für die sich nichts Vergleichbares anführen läßt(10 11). Im übrigen sollte noch darauf hingewiesen werden, daß bisher keine Darstellung des Genius aus so später Zeit bekannt ist (u). Es bleiben also auch hier zu viele Unstimmigkeiten, umdie Datierung zu sichern. Da keine der vorgeschlagenen Datierungen völlig überzeugen kann, muß man wohl eine weitere Lösung des Problems ins Auge fassen. Ich halte es für wahrscheinlich, daß es sich bei der Kölner Statuette gar nicht um ein antikes Erzeugnis handelt, sondern um eine moderne Arbeit. Vermutlich ist die Figur mit Kenntnis spätrepublikanischer Statuetten hergestellt. Die Ungereimtheiten in der Drapierung der Toga zeigen jedoch, daß die Kenntnis des Fälschers nur oberflächlich war. Verräterisch ist vor allem die Machart der Statuette. Die Ausführung ist nachlässig, zum Teil recht grob, die Konzeption für ein spätrepublikanisches Werk viel zu unkörperlich, linear und formalistisch. BIBLIOGRAPHIE Delbrueck 1933 Goethert 1939 Helbig 1969 Himmelmann 1973 Kat. Frankfurt 1983 Kaufmann-Heinimann 1977 Kollwitz 1941 Kunckel 1974 La Baume—Salomonson 1976 Stichel 1982 Stutzinger 1982 Volbach 1958 Volbach 19763 Wilson 1924 Werde 1981 R. Delbrueck, Spätantike Kaiserporträts. Studien zur spätantiken Kunstgeschichte, VIII. Berlin. F. W. Goethert, Studien zur Kopienforschung I. MDAI(R), LIV. 179 ff. W. Helbig, Führer durch die öffentlichen Sammlungen klassischer Altertümer in Rom III*. Die Staatlichen Sammlungen. Tübingen. N. Himmelmann, Typologische Untersuchungen an römischen Sarkophagreliefs des 3. und 4. Jh. n. Chr. Mainz. Spätantike und frühes Christentum. Katalog einer Ausstellung im Liebieghaus. Frankfurt A. Kaufmann-Heinimann, Die römischen Bronzen der Schweiz 1. Augst. Mainz. J. Kollwitz, Oströmische Plastik der theodosianischen Zeit. Studien zur spätantiken Kunstgeschichte, XII. Berlin. H. Kunckel, Der römische Genius. MDAI(R) XX. Erg.-Heft. P. La Baume—J. W. Salomonson, Römische Kleinkunst. Sammlung Karl Löffler. Wissenschaftliche Kataloge des Römisch-Germanischen Museums Köln, 111. Köln. R.H.V. Stichel, Die römische Kaiserstatue am Ausgang der Antike. Rom. D. stutzinger, Die frühchristlichen Sarkophagreliefs aus Rom. Bonc W. F. Volbach, Frühchristliche Kunst. München. W. F. Volbach, Elfenbeinarbeiten der Spätantike und des frühen Mittelalters. Mainz. L. M. Wilson, The Roman Toga. Baltimore. H. Wrede, Der genius populi Romani und das Fünfsäulendenkmal auf dem Forum Romanum. BJb 181, 111 ff. (9) Ähnlich unkörperliche Auffassung der Figur findet sich an den Relieffiguren des Mailänder Stadttorsarkophags. Vgl. Volbach 1958, 54, Nr. 46. 47 Abb. 46. 47; Stutzinger 1982, 155ff. Zur sog. Aelia Flacilla s. Delbrueck 1933, 163ff., Taf. 62. 63. Die Datierung bei Delbrueck und die Benennung müssen abgelehnt werden. Vgl. Stichel 1982, 52f., Taf. XIX; Kat. Frankfurt 1983, 457. (10) Vgl. Anm. 4. 8. (11) Die zuerst spätantik datierte Statuette aus Augst (Kaufmann—Heinimann 1977, 79, Nr. 80 Taf. 87, 80) ist wohl in der Tat eher frühkaiserzeitlicher Entstehung. Ähnlichkeiten mit der Kölner Statuette bestehen nicht. Die spätesten bekannten Geniusdarstellungen stammen austetrarchischer Zeit. Vgl. Kunckel 1974, 73, A 7. 8 Taf. 12, 1-3. Die beiden Geniusstatuetten in Paris ,Louvre Inv. Bj. 2181 und in Baltimure, Walters Art Gail. Inv. 57. 1819 vertreten jedoch einen völlig anderen Typus als die Kölner Statuette. Zum Genius in tetrarchischer Zeit s. Wrede 1981, 11 Iff. 47