Fitz Jenő (szerk.): A Pannonia Konferenciák aktái IV. Bronzes Romains figurés et appliqués et leurs problemes techniques - István Király Múzeum közelményei. A. sorozat 27. A Pannon konferenciák aktái 4. (Székesfehérvár, 1984)
J. Wielowiejski: Bericht des Plinius des Älteren über die Legierung der römischen Bronzegefässe im Lichte der chemischen Analyse
von 1,1 bis 1,7%. Der Bleigehalt war auch in dieser Gruppe sehr klein von 0,025 bis 0,65%. Aus solchen Metall waren Eimer E 38, Kasserollen E 137 und 140 sowie eine Kanne verfertigt. Auch unten der Gefäße aus der Zinn-Bleibronze kann man zwei Gruppen unterscheiden. Die erste bilden 5 Objekte mit niedrigen Gehalt der beiden Metalle: Zinn von 0,22 bis 0,45% und Blei von 0,027 bis 0,53%. Am meisten aber war Aluminium repräsentiert: von 0,85 bis 1,8%. Dieses Metall wurde für Becken E 99, Eimer 38 und Kasserollen E 131—138 verwendet. Aus einer ganz anderen Bronze war ein massiver Griff einer Schale E 155 gegoßen, mit einem Anteil von 14% Zinn, ca. 4,5% Blei und 1,2% Aluminium. Eine sehr ähnliche Zusammensetzung hat eine Gruppe aus Zinnbronze mit einem mittleren Anteil der Zugaben von 4 Gefäßen (2 Kannen, Askos und Topf) aus dem Nationalmuseum in Rom. Sie haben von 4,8 bis 6% Zinn, 0,054 bis 0,7% Blei und 0,8 bis 1,1% Aluminium. Wie man sieht, entspricht keine der vier oben unterscheidenen Gefäßgruppen aus der Gegend von Pompeji den Pliniusrezepturen. Das bedeutet aber nicht, daß sie für unsere Erwägungen ohne irgendeine Bedeutung sind. Denn sie zeigen — so wie die Metalle aus den Werkstätten des Cerialis und Diodorus (Tabelle 1) — daß im Vorbereitungsverfahren der für Gefässkörper bestimmten Legierung die Hauptzugabe Zinn war. Sein Durchschnittsniveau von 10,5% in der Gruppe aus 19 Bronzegefässe mit hohem Anteil der Zugaben weicht nicht viel von der Pliniusrezeptur mit 9,1% Gehalt von plumbum argentarium in aes Campanum ab. Man kann auch versuchen, die Gruppe von 5 Gefäße aus Zinnbronze mit mittleren Zinngehalt von 6,96% und die 4 Gefässe mit ähnlichen Zusammensetzung aus Rom mit der italischer Bronze von 8 Pfund plumbum argentarium (7,4%) in Verbindung bringen, aber unter der Annahme, daß plumbum in diesem Fall plumbum argentarium bezeichnete. Die Gleichsetzung der beiden Bronzearten mit den analysierten Gefäßgruppen ist aber nur dann möglich, wenn wir — gemäß der Hypothese der drei französischen Forscher—annehmen werden, daß plumbum argentarium einfach eine andere Version des Zinnamens war. Dagegen ist mit Rücksicht auf die grosse Differenz im Zinnanteil (durchschnittlich 0,38%) in der Gefäßgruppe mit niedrigem Verhältnis von Zinn zu Bleibronze schwer, diese Gruppe mit aes ollaria, das ca. 2,9 bis 3,8% plumbum argentarium enthält, gleichzusetzen. Der nächste Test ist die Konfrontation der Pliniusangaben mit den Analysen der ausserhalb Italiens gefunden Gefäße, die jedoch auf Grund der Analogien zur den gestempelten Gefäßen (Tabelle 1) oder zu anderen Gefässe aus den Vesuvstädten dem Verständniss der Forscher nach den kampanischen oder süditalischen Zentren entstammen. Die größte Sammlung solcher Gefäße befindet sich in Nijmegen. Auf dieser Grundlage — mit Berücksichtigung der gestempelten Gefäße — kann man ein breiteres Bild der Zusammensetzung von einer Reihe der Haupttypen bekommen, als es sich aus der Tabelle 1 ergibt. Der Wert dieser Gefäße wird noch größer, wenn man bedenkt, daß sie meistens aus zufälligen Funden stammen (oft aus einem Flußbett gehoben); sie wurden alle analysiert im Gegensatz zu den pompejanischen, die nur eine kleine und vom typologischen Standtpunkt aus gesehen nicht repräsentative Probe bilden. Eine verhältnissmäßig große Zahl der hier berücksichtigten Analysen aus Nijmegen weist eine viel größere Verschiedenheit der Legierung auf, als es unter den Gefäßen aus Neapel und Rom der Fall ist. Man kann vier Legierungsarten aussondern: Zinnbronze, Zinn-Bleibronze, Blei-Zinnbronze und Messing. Die zahlreichsten mit 44 Analysen sind die Erzeugnisse aus Zinnbronze, die zugleich die größte Verschiedenheit der Zusammensetzung aufweisen. Die kleinste Zinnzugabe (von 1,0 bis 4,5%) haben 5 Östlandeimer E 38 (Boesterd- Hoekstra 1965, 53—57). Am stärksten mit 29 Analysen ist die Gruppe mit mittleren Zinngehalt (von 3 bis 8%) vertreten, Hier zu gehört die Mehrzahl (17 Ex.) der Östlandeimer (ibid., Nr. 118—120, 122—132, 134—136). 9 verschiedene Kannenteile E 125 (ibid., Nr. 232a, 233a, 234a, 235a, 236a, 236b, 2 kugelförmige Kannen (ibid., Nr. 274,275) und 2 Kasserollen E 142 (darunter eine aus dem Werkstatt des Cerialis (ibid., Nr. 18, 19), ein Becken E 99-100 und ein Sieb E 160 (ibid., Nr. 175 und 53a). Den höchsten Zinnanteil (9—12%) haben 4 Becken E 99-100 (ibid., Nr. 172a, 173a, 176, 178), 5 Kellen und Seiken (ibid., Nr. 53b—55, 57, 59) und ein Becken (ibid., Nr. 174). Sehr zahlreich (41 Analysen) sind auch Erzeugnisse aus Zinn-Bleibronze mit verschiedenem Anteil der beiden Metalle. Der Zinngehalt ist überall hoch, während Blei eine große Spannweite aufweist. Den geringsten Anteil (Sn 8—11%, Pb 0,2—4,7%) haben Kasserollen E 145 (6 Ex.) und E 146 (ibid., Nr. 33, 36—40), 2 Kasserollen E 142 (Sn 9—12, Pb 1,9—2,7%) (ibid., Nr. 16,17) und E 144 (3 Ex.) wie auch E 140 (Sn 10—13%, Pb 0,4—4,0%) (ibid., 23, 25—27). Untypisch ist ein Östlandeimer mit mittleren Anteil der beiden Metalle (Sn 7%, Pb 5%) (ibid., Nr. 121). Einen höheren Anteil haben 13 verschiedene Teile der Kannen E 127 (Sn 8—13%, Pb 2,4—9,0%) (ibid.,Nr. 225—227, 229, 230), 4 Becken E 99—100 (Sn 9—14%, Pb 2—9%) (ibid., Nr. 171, 177, 179, 181) und 6 Teile der Griffschalen (Sn 9—13%, Pb 2—9/)(ibid., Nr 68. b,70a—b, 73a—b, 77). Den höchsten und am meisten ausgeglichenen Anteil der beiden Metalle (11—13%) haben 2 Kasserollen E 142 aus den Werkstätten des Cipius Polybius und Rufinus (ibid., Nr. 14a—b, 15). Einige Blei-Zinnbronzen (10 Analysen) charakterisieren meistens massive Teile mit hohem Anteil der beiden Metalle. Verhältnismäßig niedrig ist er bei 3 Kannengriffen E 125 (Pb 12,7, Sn 7,0%) (ibid., 233 b, 234 b, 235 b), einen hohen Anteil erreicht er (Pb 15%, Sn 10%) bei Beckengriffe 99—100 (ibid., Nr. 180) und Kannengriffen E 127 (ibid., Nr. 224 a—d, 225d, 228). Es sind alles Gußelemente. Zu den Messingobjekte gehören zwei gegoßenen Beckengriffe E 99—100 mit hohen Zinkgehalt (12—14%) und kleinem von Blei (1,8—3,4%) und Zinn (1,3—1,4%). (ibid., Nr. 172b, 173 b). Zur Interpretation übergehend kann man leicht bemerken, daß dem Topfbronze des Plinius am besten der Legierung der 5 Östlandeimer E 39 mit mittleren Gehalt 9* 131