Fitz Jenő (szerk.): The Celts in Central Europe - István Király Múzeum közelményei. A. sorozat 20. A Pannon konferenciák aktái 2. (Székesfehérvár, 1975)
A. von Doorselaer: Der Kemmelberg, ein keltischer Herrensitz?
gehalten sind) lag am Hals des Skelettes; es zeigt den sekundären Gebrauch des Gürtels, der als Halskette getragen wurde. Ein sekundärer Gebrauch eines Eisengürtels wurde auch in den Gräbern 10 und 31 unseren Gräberfeldes beobachtet. Analoge Beobachtunge sind bisher aus anderen Gräberfeldern unbekannt. Ähnliche Eisenketten tauchen im Karpatenbecken gewöhnlich zusammen mit Lignitarmringen und Fußringen mit vier großen Buckeln auf(52). Im Grab 21 von Chotin lag die Eisenkette zusammen mit einer Paukenfibel und einem Blechfußring. Grab 5 repräsentiert die jüngste Phase des Gräberfeldes. Es enthielt drei eiserne (Taf. I, 6, 7) und zwei bronzene Drahtfibeln (Taf. I, 1, 3) ähnlicher Konstruktion. Es kamen schon Fibeln soclhen Typs zusammen mit Buckel-fußringen in mehreren Gräberfeldern der Südwestslowakei zum Vorschein (Hurbanovo-Bacherov majer Grab 11)(53). Es sei jedoch bemerkt, daß vierbuckelige fußringe bereits zusammen mit Fibeln älteren Typs gefunden wurden (Vel’ká Maria Grab 14); solche Fußringe waren auch noch um die Wende des 2. und des 1. Jahrhundertes v.u.Z. in Gebrauch!54). Schaukelringe, wie das Stück des Grabes 5 (Taf. I, 5) waren von der Schweiz und Süddeutschland bis zur östlichen Grenze des Karpatenbeckens verbreitet. Im Karpatenbecken kommt dieser Typ nach I. H unyady immer mit Gegenständen der Periode LT C vor, aber nie in Gräbern der Stufe LT D(55). Von D. V i o 11 i e r wurden diese Fingerringe im allgemeinen in die Stufe LT Ic, ainige Stücke in LT II datiert(56). Ein goldener Schaukelring wurde in Hubernovo-Bacher majer zusammen mit einer Drahtfibel gefunden (57 ) ; mit einer Drahtfibel fanden auch wir einen solchen Ring (Taf. V, 3, 5) im Grab 34 von Chotin. Auch dieses Grab gehört zur jüngsten Phase des Gräberfeldes. Neben der schon genannten Drahtfibel und dem Fingerring fand man in diesem Grab vier Feile (Taf. V, 8—11), eine Eisenaxt und ein Eisenmesser. Die silbernen und goldenen Ringe, ferner die Werkzeuge können in dem Sinne gedeutet werden, daß hier eine Persönlichkeit der Siedlung bestattet wurde. J. Filip beobachtete, daß am Ende des 2. Jahrhunderts v. u. Z. in den keltischen Fundkomplexen spezialisiertere Werkzeuge vorkommen(58). Werkzeugsfunde kamen fast an(52) J. Filip, o. c., 173. (53) B. Benadik — E. Vlöek — C. Ambros, o. c., 70, Abb. 18,15. (54) B. Benadik, o. e., SlovArch, X, 1962, 377. (55) I. Hitnyady, o. c., 101. (56) D. Viollier, o. c., T. XXVIII. (57) B. Benadik — E. Vlèek — C. Ambros, o. c., Taf. XXV, 4. (58) J. Filip, o. c., 176. schließlich als Siedlungsfunde zum Vorschein; sie sind jedoch (Altenburg(59), Chotin) selten. Werkzeuge als Grabbeigaben waren bislang unbekannt. Die vier Gefäße dieses Grabes (u.a. ein kleines situlenförmiges, mit Kammstrich verziertes Gefäß) (Taf. V, 16) stellen Typen dar, die in der Slowakei mit den Fibeln des jüngeren Duchcover Typs vom Anfang des 2. Jahrhunderts v.u.Z. während der ganzen Latène-Zeit zusammen vorkommen(t0). Das Gräberfeld von Chotin, wie dieser kurze Überblick zeigt, ist wichtig für die Forschung der Beziehungen der slowakischen und der entlang der Donau liegenden keltischen Gräberfelder Ungarns. Die ältere Phase repräsentiert die Fibel mit losem Fuß Duchcover Typs, welche zusammen mit Bronzearmringen, mit Petschaftenden und mit Blechfußringen Vorkommen. Aus dieser Zeit stammen die meisten Kriegergräber. Die Übergangsphase bilden die Gräber mit Funden des plastischen Stils und die Gräber, welche neben den Fibeln mit kugeligem Fuß, auch die Fibeln mit kurzem Bügel und langen Fuß enthalten. In der jüngeren Phase des Gräberfeldes verschwinden die Fibeln mit kugeligem Fuß, an ihre Stelle treten die mittellaténe-zeitlichen flachem Bügel. Zu diesen gesellen sich Fußringe mit vier und fünf Buckeln, Schaukelringe und Lignitarmringe. Die Funde des Gräberfeldes von Chotin repräsentieren die Latène-Kultur mit zahlreichen Elementen des Duchcover Horizontes. Nach Reinecke sind sie an das Ende der Stufe LT B und im Sinne der neueren Schweizer Klassifizierung in die Stufe LT B2 zu datieren(01). Die jüngere Phase des Gräberfeldes endet in der ältesten Phase von LT C als Drahtfibeln und Ringe mit vier und fünf Buckeln erscheinen, in dieser Zeit treten in großer Zahl verschiedene Gegenstände lokalen Ursprungs auf. Nach dem obengesagten scheint es sicher zu sein, daß die weitere Analyse des Gräberfeldes von Chotin noch wichtige und unvorgesehene Angaben zur Lösung des Problems der Flachgräberfelder beisteuern wird; wir erhalten hoffentlich wichtige Beiträge über die geistliche und die materielle Kultur der Keltenzeit. Komárno P. Ratimorská (59) Ibid., 176. (60) B. Benadik, o. c., SlovArch, XI, 1963, 388. (61) D. Trümpler, Die frühe La Tènezeit im Mittelland und Jura,. Die Eisenzeit der Schweiz, III, Zürich, 1957, 15. 90