Fitz Jenő (szerk.): The Celts in Central Europe - István Király Múzeum közelményei. A. sorozat 20. A Pannon konferenciák aktái 2. (Székesfehérvár, 1975)

K. Peschel: Zum Flachgräberhorizont de Laténekultur in Thüringen

Abb. 4: Bronzeinventar aus Ranis, Kr. Pößneck, Bez. Gera, Grab 118. (Nach Materialsammlung W. Schul z). Verbreitung der massiven Vogelkopffibel und Masken­fibel mit eiserner Spiralachse und Armbrustkonstruk­tion sowie der Drahtfibel mit halbkreisförmigem oder dachförmigem Bügel und wenigen, meist großenSpiral­­windungen. Die Vogelkopffibel ist in Gestalt der hohl gegossenen, östlichen Variante ein guter Anzeiger der oberpfälzisch-fränkischen Frühlatènekultur. Dem ent­spricht das starke Vorkommen im Umkreis der Steins­burg bei Römhild und auf dieser Anlage selbst(20). Nördlich des Gebirges stehen nur wenige, durchweg vereinzelte Fundpunkte gegenüber. Sie mögen immer­hin, wie die Knotengruppenringe, die Anpassung an nordostbayerisches Trachtzubehör während der Stufe Latène A verdeutlichen. Neben die massiven Vogel­kopffibeln treten überall die Drahtfibeln. Sie sind nördlich des Gebirges viel weiter verbreitet als jene und selbst in der Brandgräberzone hin und wieder anzutreffen. Für unser Vorhaben ist es nun von Wichtigkeit, daß mit der Drahtfibel die Belegung der Gräberfelder sowohl an der Werra, als auch im Orlagau einsetzt. Für Leimbach zeigt dies eine einfache Drahtfibel der sogenannten Marzabottoform an(21). In Ranis steht das heute leider verschollene Inventar aus Grab 118 nach allen seinen Formkriterien am Beginn des Friedhofes, auch wenn es vom bisher bekannten (20) G. Neumann, o. c., 1973. — Hier p. 47 — 48 und 52 Hinweise auf die Verbreitung von Vogelkopf- und Drahtfibeln nördlich des Thüringer Waldes. (21) Cf. C. Dreysigacker, o. c., Neue Beiträge zur Geschichte deutschen Altertums, V, 1888, Taf. III, 7. (22) Fundumstände und Beschreibung cf. H. Kaufmann, o. c., 1959, 144 — 145 mit Taf. 53/54, 1 —6. — An der Geschlossenheit sind Zweifel nicht angebracht. Der Fußabschluß der Fibel wohl gewölbt wie auf unserer Abb. 4,1, nicht eingetieft. Fundplatz reichlich 100 m entfernt liegt und aus ei­nem Hügel stammt (Abb. 4)(22). Die Fibel besitzt noch die Armbrustkonstruktion und steht mit dem aufgebogenen, gewölbten Fußende ostfranzösischen Übergangsformen der Drahtfibel nahe(23). In die gleiche Richtung, nach Westen, weisen der schlichte Armring mit kugelförmigen Enden, die durch Rie­felung abgesetzt sind(24), ganz besonders aber der glatte, drahtartige Halsring, der kleine, trompeten­­förmige Puffer trägt(25). Wir könnten mit diesem (23) Cf. z. B. R. Joffroy, Le grand tumulus de Larrey. Bulletin de la Société Archéologique et Historique du Châtillonnais, Quatrième Serie, V — VI, 1964 — 65, 186, Pl. XXXII, 12; M. Dayet, Recherches archéolo­giques au „Camp du Chateau” (Salins). RAE, XVIII, 1967, 103, Pl. I, 7, 9. - Allgemein K. Peschel, o. c., Zeitschrift für Archäologie, VI, 1972, 6 mit Anm. 2. (24) Cf. z.B. W. Jörns, Fundberichte aus Hessen, IV, 1964, 189 — 191, Abb. 8, 11 (Oberramstadt, Kr. Darmstadt, Grab 2); D. Bretz-Mahler, o. c., 1971, PI. 71, 2. (25) Cf. z. B. W. Jorns, Fundberichte aus Hessen, IV, 1964, 189 — 191, Abb. 8,3 (Oberramstadt, Grab 3); MZ, XXXII, 1937, 138-139, Abb. 5,1 (Buden­­heim, Kr. Mainz); H.-J. Engels — L. Kilian, Das Hügelgräberfeld von Miesau, Kr. Kusel. Mitteilungen des Historischen Vereins der Pfalz, LXVIII, 1970, 163 und Abb. 7,1 (Hügel 12, Grab 1), 165 und Abb. 8,4 (Hügel 13, Grab 4); Trierer Zeitschrift, XI, 1936, 214, Abb. 8 (Farschweiler, Kr. Trier); P.-P. Bonenfant, Sept tombelles de La Téne I en Ardenne. Archaeologia Belgica, LXXXIII, 1965, 32 — 37, fig. 19,2 (Saint-Marie-Chevigny, Hügel 7) ; P. Mouton, Le tumulus de Dom marien (Haute Marne) et les tertres funéraires du Montsaugeonnais. RAE, VI, 1955, 21, fig. 4, 435; J.-P. Millotte,Carte archéologique de la Lorraine. Paris 1965, Pl. XVI; Id., Le Jura et les Plaines de Saône aux âges des métaux. Paris 1963, PL LXXV, 13,14. - Ähnlich Th. Voigt, Latènezeitliche Halsringe mit Schälchenenden zwischen Weser und Oder. JMV, LII, 1968, 146. 208

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