Fitz Jenő (szerk.): The Celts in Central Europe - István Király Múzeum közelményei. A. sorozat 20. A Pannon konferenciák aktái 2. (Székesfehérvár, 1975)

K. Peschel: Zum Flachgräberhorizont de Laténekultur in Thüringen

ZUM FL AC H < iRÄ 15 KH H ORIZONT DER LATÈNEKULTUR IN TIlt'RINOEN Gegenstand dieser Skizze ist die ältere Latène­­kulturin einem Randgebiet. Während derStufe Laténe A bestehen im südlichen Mitteleuropa zwei Zonen der Latènekultur keltischer Prägung!1). Beide erstrecken sich annähernd westöstlich. Die erste beschreibt einen weiten Bogen, der vor den Salzburger Alpen seinen Ausgang nimmt, über Süd- und Westböhmen den Rand der Mittelgebirge begleitet, Main, Rhein und Mosel überschreitet und die Frühlatèneprovinz zwischen Aisne und Marne erreicht, um sich schliess­lich zur Loire hin wiederum nach Süden zu senken. Dieser nördliche Kreis ist vielfältig mit der Hall­­stattkultur verknüpft, und ihm gehören die bekannten reichen Grabausstattungen der Frühzeit an. Zwar herrschen gebietsweise Flachgräber vor, im ganzen überwiegt jedoch die Körperbestattung unter Hügeln(2). ABKÜRZUNGEN IIBA = Hamburger Beiträge zur Archäologie JMV = Jahresschrift für mitteldeutsche Vorgeschichte RAE = Revue archéologique de l’Est et du Centre-Est WZJ ; Wissenschaftliche Zeitschrift der Friedrich-Schil­ler- Universität Jena, Gesellschafts- und Sprach­wissenschaftliche Reihe (1) Dazu zuletzt W. Dehn, Probleme der Frühlatènekul­­tur. Actes du VIIe Congrès International des Sciences Préhistoriques et Protohistoriques, Prague, 21—27 août 1966, II, 1971, 799-801. (2) Einen schnellen Überblick ermöglicht U. Schaafe, Versuch einer regionalen Gliederung frühlatènezeit- Hoher Fürstengräber. Fundberichte aus Hessen, Beiheft I (Festschrift W. Dehn), 1969, 187-202. Dieser Zone steht, anfangs enger begrenzt, die keltische Flachgräberzivilisation gegenüber. Sie hat im Schweizer Mittelland eine starke und beständige Grundlage, tritt aber schon während der Frühzeit, Latène la nach D. V i o 11 i e r , beiderseits des oberen Rheins und an der Donau, im Osten noch in Mähren hervor. Dieser Kreis (3)mit eher gleichmäßig ausgestatteten Gräbern hat sich von der Hallstat t - grundlage völlig gelöst. Er bestimmt zunehmend auch in der nördlichen Zone den archäologischen Formen­vorrat und erreicht gegen Ende der älteren Latènezeit, während der Stufe Latène B2 seine weiteste Ausdehnung. Eine frühe Verflechtung beider Zonen scheint sich entlang einer Achse im Westen abzuzeichnen, deren Leitlinie der burgundische Korridor, der Lauf der Saône und sodann der obere Marnelauf bilden. Hier dürfte auch die Flachgräbergruppe wurzelhaft mit der Hallstattkultur verbunden sein. Der Wandel zeich­net sich ab in der Herausbildung der Drahtfibel und im nachfolgenden Wechsel der Bestattungsplätze, Merkmale des Neuen, die im östlichen Frankreich zufrühest erkannt werden können(4). Sie machen eine gegenüber dem nördlichen Kreis etwas spätere Kon­solidierung der Flachgräberzone wahrscheinlich. Der thüringische Raum hat Anteil an beiden archäo­logischen Gruppierungen. Die keltische Latènekultur greift hier, wenn man von der mittelschlesischen Siedlungsinsel absieht, am weitesten nach Norden. (3) Zusammenfassend U. Osterhaus, Z u verzierten Frühlatènewaffen. Fundberichte aus Hessen, Beiheft I (Festschrift W. Dehn), 1969, 135. (4) Cf. W. Dehn, o. c., 1971, 800; D. Bretz-Mahler, La civilisation de La Tone I en Champagne. Paris 1971, 223 — 225, PI. 142; K. Peschel, Fibeln mit Spiralfuß. Zeitschrift für Archäologie, VI, 1972, 8 — 9 (hier weitere Literatur). 203

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