Fitz Jenő (szerk.): The Celts in Central Europe - István Király Múzeum közelményei. A. sorozat 20. A Pannon konferenciák aktái 2. (Székesfehérvár, 1975)

F. Schwappach: Zur Chronologie der östlichen Frühlaténe-Keramik

Tab. I: Gliederung der Siedlungsfunde von TuchomëHce — Knëzivka bei Prag. E. Soudská I F. Schwappach Hütte 1965* 1966** 1968*** 8/59 I. Horizont Phase III LT A/B Phase III B LT Aj Mitte 4. Jh.5. Jh. LT A, 9/59 II. Horizont Phase IV LT B Phase IV B LT A,/B Ende 3. Jh. 10/59 111. Horizont Phase V 2. .!h. Spätes 5./ Frühe 4. Jh. LT A., * E. Soudská ARoz, XVII, 1965, 342 ff. ** Id., PA, LVII, 1966, 535 ff. *** Td., Berichten van de Rijksdienst voor het Oudheidkundig Bodemonderzoek XVIII, 1968, 131 ff. daß wir bis heute keine Schnabelschuhdarstellungen kennen, die jünger sind als frühes 4.Jahrhundert(13 14 15), ist aufgrund der Formmerkmale der Keramik aus Hütte 10/59 kein anderes als ein LT A2-zeitliches Datum zu gewinnen. Die Schulterschale (Taf. IX,11) kann keinesfalls so spät wie 2. Jahrhundert sein. Xahverwandt ist eine Schale, die zu den Funden aus Grab 3 von Hradistë zählt (Taf. IX,14)(U). Bemer­kenswerterweise ist auch in diesem Ensemble eine Schnabelschuhdarstellung enthalten, hier allerdings in Fibelform (Taf. IX,17)(U). Die übrigen Funde von Hradistë, von denen ich in Taf. IX eine kleine Auswahl wiedergeben kann, sind ganz unzweifelhaft der Stufe LT A zuzuweisen)16). Es ist deshalb abschließend festzuhalten, daß die von Soudská vorgelegte Keramikgliederung nicht eine Zeitspanne vom Beginn des Frühlatène bis hin zum 2. Jahrhundert umfassen kann, sondern mehr oder weniger ausschließlich auf die Stufe LT A zu beziehen ist. Immerhin erschei ntmir aber bemerkens­wert, daß Soudskás Abfolge jene Formensequenz widerspiegelt, die wir im vorhergehenden erarbeitet haben. So hilfreich unsere „Randformenchronologie” bei der Datierung der Keramik sein kann, sie sollte stets nur in Verbindung mit den anderen oben genannten Kriterien von Form und Machart gesehen werden und zur Anwendung kommen. Auch ist zu berück­(13) Cf. F. Schwappach, PA, LVIII, 1967, 320 ff. ; ferner /,. B. E. Soudská, ARoz., XX, 1968, 451 ff. und weitere Xeufunde vom Dürrnberg: E. Pennin­oer, Der Dürrnberg bei Hallein I, 1972, Taf. 49, B (Grab 49) ; F. Moosleitner - L. Pauli - E. Penninoer, Der Dürrnberg bei Hallein II, 1974, Taf. 135,6 (Grab 70/2/; 138,36 (Grab 71/2). (14) J. Siblik, PA, XXII, 1908, 343 ff. (15) Ibid., 349, Abb.4, h; F. Schwappach, PA, LVIII, 1967, 320 ff. (16) J. Siblik, o. r., 349, Abb. 4. sichtigen, daß durchaus fließende Übergänge beste­hen, daß ältere Formen selbstverständlich neben jün­geren Neuentwicklungen einherlaufen und mit diesen folglich auch in einem Funde vergesellschaftet sein können (cf. die Taf. X—XXII). Im übrigen sei noch einmal ausdrücklich vermerkt, daß die aufgezeigte Entwicklung der Keramik ausschließlich für den öst­lichen Frühlatènekreis Geltung hat. Man kann dem­nach, um es in anderen Worten zu wiederholen, öst­liche Kriterien nicht auf Gefäße westlichen Gepräges übertragen. Dies zu wissen ist gerade dann unerläß­lich, wenn wir Vasen zur Beurteilung vor uns haben, die zwar aus östlichen Funden stammen, die aber nicht den dort erwachsenen und gültigen Gestaltungs­prinzipien unterliegen. Es ist beispielsweise im LT B-zeitlichen Grab 16/2 vom Dürrnberg (Taf. XX,3, 5; XXI,6 — 8) eine Fülle von Gefäßen östlichen Charakters vertreten. Das hohe kelchförmige Fußgefäß (Taf. XX,4) indessen ist hier ganz singulär, denn es spiegelt westlichen Ein­fluß, wenn auch nicht unbedingt westliche Herstel­lung, wider/17). Man wird folglich zur Datierung nicht mittels unserer für den Osten erstellten Kriterien schreiten dürfen. Aber es gibt im östlichen Frühlatènebereich nicht nur gelegentliche keramische Mischinventare, son­dern ganze Landstriche, in denen während der Stufe LT B so gut wie kein Geschirr östlicher Formgestal­tung mehr auftritt. Inbesondere in weiten Teilen Mährens und Polens sowie Nord- und Mittelböhmens wurden in dieser Zeit westlich anmutende Hochfor­men getöpfert)18). Östliche Formentradition lebte (17) In diesem Sinne äußerten sich schon E. Penninger- M. Hell, Germania, XXXVIII, 1960, 375. (18) Cf. z. B. die Funde bei J. Filip, Keltövé ve stfední Evropë. Praha, 1956; J. Poulik, Das keltische Grä­berfeld von Brünn-Malmeritz. Zeitschrift des Mäh­rischen Landesmuseums NF, II, 1943, 49 ff. ; J. Meduna, Sborník ÖSA Brno, II, 1962, 167 ff. ; In., PA, LIII, 1962, 87 ff. ; Id., PA LXI, 1970, 225 ff. ; Z. Wozniak, Osadnictwo Geltyckie w Polare, 1970. 8 Alba Regia

Next

/
Oldalképek
Tartalom