Fitz Jenő (szerk.): The Celts in Central Europe - István Király Múzeum közelményei. A. sorozat 20. A Pannon konferenciák aktái 2. (Székesfehérvár, 1975)
P. Ratimorská: Besonderes angelegte Gräber auf keltischen Gräberfeldern der Slowakei und ihre gesellschaftliche Bedutung
zwei Gräber in Trnovec nad Váhom und zwei Gräber in Bajé — Vlkanovo(3). Die Skelettgräber der Krieger von Palárikovo (Gräber 44 und 46) mit dem kreisförmigen Gräben ringsum befanden sich am Südostrand des Gräberfeldes und zusammen mit weiteren bilden sie eine gewisse, nicht besonders abgesonderte Gräbergruppe. Außer der äußeren Bezeichnung durch den kreisförmigen Graben sind die Schächte dieser Gräber mit Holz ausgelegt (Abb. 2). Grab 46 wies über dem Skelett ein Urnengrab auf, das durch eine 15 cm dicke Schicht von ihm gestrennt war. Zweifellos liegen hier zwie gleichzeitige Bestattungen vor, deren gegenseitige Beziehung uns vorderhand nicht klar ist. Beinahe auf dem gegenüberliegenden Südwestrand des Gräberfeldes bilden das Kriegergrab 84 und das Frauengrab 86 eine andere Gräbergruppe; beide sind mit einem quadratischen Graben umgeben und sind in der gleichen Orientierung NW —SO angelegt. Seitlich von ihnen befindet sich noch das reiche Kindergrab 75 innerhalb eines kreisförmigen Grabens von 7 — 8 m Durchmesser. Zu der angeführten Gräbergruppe reihen wir noch das weitere Kriegergrab 77, das eine geräumige und tiefe Grabgrube (3 X 2 m, Tiefe 197 cm aufwies und Schwert, Lanze, Schild, Gürtelkette, ein Eisenmesser und zwei Eisenfibeln von der Wende des älteren zu mittleren Laténe—Zeit enthielt. Eine besondere Zurichtung der Grabgrube wurde nicht beobachtet. Das Frauengrab mit dem quadratischen Graben war geräumiger als die einfachen Gräber und seine Ausmaße betrugen 230x140 cm, Tiefe 180 cm und die Orientierung war NW—SO (Abb. 3, 5). In der Grubensohle befand sich ein rechteckig ausgehobener Schacht von ungefähr 255 X 75 cm Größe, der mit Holzbretten bis zur Höhe von 25 cm oberhalb der Sohle ausgelegt war (Abb. 4). Zu den Grabbeigaben gehörten zwei Brozne- und ein Lignitarmband, drei Eisen- und eine Broznefibel vom Mittellatène- Typus, bronzene Fußringe, eiserne Gürtelkette, fünf Gefäße und Schweineknochen. Ungefähr dieselben Ausmaße und dieselbe Orientierung hatte der Schacht des Männergrabes mit dem quadratischen Graben, doch wurde eine Holzverkleidung nicht festgestellt ( Abb. 6). Als Beigaben waren Schwert, Lanze, Schild, Giirtelkette, offener Bronzehalsring (aus zwei zusammengedrehten Drähten), zwei Eisenfibeln, vier Vasen, darunter eine selten vorkommende kelchförmige Fußase und Schweineknochen niedergelegt. Die Eisenfibel mit großem kugeligem Fuß datiert das Grab an den Beginn der mittleren Laténe —Zeit. Das Kindergrab mit kreisförmigem Graben (240 X 165 cm, Tiefe 95 cm) und der geleichen Orientierung wie die vorhergennanten (NW —SO) lieferte einen goldenen, einen silbernen und einen bronzenen Fingerring, Bronzearmringe, bronzene Fußringe, scheibenförmige Gürtelringe, Eisenfibeln in Bruchs(3) B. Benadik - E. Vlcek - C. Ambros, Keltische gräberjelder der Südwestslowakei. Bratislava, 1957, 15 — 88, Abb. 3, 6, 7, 25, 26; B. Benadik, Keltské pohrebisko v Bajci-Vlkanove. SlovArch, VIII, I960, 395-410, Abb. 2, 4, 5. stücken, fünf Gefäße, davon ein schuhförmiges, und Schweineknochen, darunter einen großen Wildschwein - hauer (Abb 7,8). An den quadratischen Graben des Frauengrabes 86schloß sich ein ähnlicher, doch unvollständiger Graben ohne Bestattung an. Er dürfte höchstwahrscheinlich einen kultischeFunktion gehabt haben (Abb. I). Den Bestandteil einer weiteren Gräbergruppe bildeten drei mit Holz verkleidete Gräber, die einen ungewöhnlichen Inhalt aufwiesen. Es ist das Doppelgrab 62 mit einer Körper- und einer Brandbestattung im geleichen Niveau und in derselben Grabgrube ( Abb. 9). In der geräumigen Grabgrube sah man wie bei den vorigen Gräbern, in der Sohle einen ausgehobenen Schacht und Wände wie auch Sohle waren bis zur Höhe von 25 cm mit Bolzbrettern ausgelegt. Die Langseiten des Holzeinbaues reichten bis zu den Breitseiten der Grabgrube. Auf der Grubensohle lag ein stark zersetztes Skelett (Tiefe der Grabgrube: 265 cm) und an seiner rechten Seite waren Keramik und Schweineknochen abgestellt. Die Grube des Brandgrabes hatte man bei linken Fußende ausgehoben. Als Beigaben gehörten zur Körperbestattung ein Glas- und ein Bronzearmring, zwei Bronzefingerringe, eine bronzene Halskette mit Glasperlen und einem Bernsteinenhänger, eine eiserne Gürtelkette, bronzene Buckelringe (Fußringe), Eisenfibeln, sichs Gefäße und Schweineknochen. Im Brandgrab befand sich ebenfalls eine eiserne Gürtelkette und broznene Buckelringe (Fußringe). Das Grab kann in die mittlere Laténe —Zeit datiert werden. Ein ähnliches Gepräge hatte das weitere Grab 64 mit beiläufig der gleichen Art des Holzeinbaues in der Grube (Abb. 10) Es handelt sich um einen Jugendlichen, Wahrscheinlich wieblichen Geschlechts. Den Grabinhalt bildeten vierzeln verschiedenartige Glasperlen, darunter eine in den Gräbern selten vorkommende Silbermünze des leierförmigen Typus (2. Jh. v.u. Z.), Glasarmringe, ein Fingerring, eine Bronzekette, eine eiserne Gürtelkette, ein Eisenmesser, eine Eisenfibel, vier Gefäße und Tierknochen. Das letzte Grab, in welchem ein Holzeinbau festgestellt wurde, ist Grab 67 (Erwachsener, wahrscheinlich Skelett einer Frau); die geräumige Grube maß 280x180 cm, Tiefe 320 cm, Orientierung NW-SO, der Kopf im SO ( Abb. 11). Die Holzverkleidung wurde bis 50 cm oberhalb der Sohle festgestellt und hatte die Ausmaße 245 x 160 cm, die Dicke des verwendeten Holzes betrug 6—12 cm. Eine Besonderheit bildet die Teilung der Grabgrube der Länge nach innerhalb der Holzverkleidung, und zwar in einem Drittel der Grubenbreite war eine 20 cm hohe Scheidewand. In dem umgrenzten Raum befanden sich Knochen von mehreren Schweinen und Keramik. Das Grab war gestört. Von den Beigaben fand man einen Glasarmring, bronzene Fußringe, eine Bronze- und zwei Eisenfibeln, einen mit roten Emaileinlagen, verzierten Bronzegürtel, sieben Gefäße und Schweineknochen. Die Fußringe mit drei Buckeln, die Fibel mit befestigtem Fuß und der Glasarmring verweisen das Grab an das Ence der mittleren Laténe—Zeit. 98