Fitz Jenő (szerk.): Gorsium Forschungen. I. - István Király Múzeum közelményei. A. sorozat 19. (Székesfehérvár, 1974)
D. Gabler: Sigillaten auf dem Gebiet des Palatiums von Gorsium
stammt. Auch die Datierung der spätesten Erzeugnisse von Banassac dürfte problematisch sein. In Bezug auf die Chronologie der Natalis-Gruppe vertrat auch P. Karnitsch die Ansicht, ihre Tätigkeit sei auf die ersten zwei Jahrzehnte des 2. Jh. zu setzen<31). Laut B. Hofmann soll sich die Werkstatt noch unter Hadrian betätigt haben<32). Diese Hypothese wird auch durch die Beobachtung von G. ß o g e r s bestätigt, der auf den Waren mit Eierstab A von Banassac die Einfluß des Töpfers Cinnamus von Lezoux nachweisen konnte.<33) Zwischen der Tätigkeit der beiden Meistergruppen ist also kaum eine zeitliche Lücke von einigen Jahrzehnten anzunehmen, sie mußten vielmehr zeitlich näher zueinander gewesen sein. Bei den Ausgrabungen 1968/69 kamen in Győr, am Széchenyi Platz, verhältnismäßig viele Sigillaten von Banassac zum Vorschein/34* Unter und über der Fußbodenniveau der Gebäude, die mit Traian- und Hadrian- Mürzen zu datieren sind, haben wir ausschließlich solche Sigillaten gefunden ; weiter oben kam nur Lezoux-Ware aus der Zeit des Antoninier zum Vorschein, aus der Schicht unmittelbar vor den Markomannenkriegen. Nach den Ergebnissen von B. H o f m a n n wird es verständlich, warum in Pannonien die Lezoux-Ware aus der Zeit von Traian-Hadrian bzw. die zeitgenössida ostgallische Ware so selten ist. Auch im Material von Tác sind nur 2 Heiligenberger Sigillaten (aus der Werkstatt des Ianuarius) zu finden (24—25), während die Einfuhr der Lezoux-Ware mit Hadrian begann. Offenbar hat die Werkstatt Banassac diesen Teil Pannoniens bis zur Zeit Hadrians mit ihren Waren beliefert, die von den massenweise hergestellten Lezoux-Prcdukten aus der Zeit von Hadrianus-Antoninus vom Markt verdrängt wurden. Wieso konnte sich Banassac in Pannonien und Noricum — im Unterschied zu den westlichen Provinzen des Imperiums — erfolgreich gegen die Konkurrenz der früheren Werkstätten von Lezoux bzw. Ostgallien behaupten? In Beantwortung dieser Frage möge man daran denken, daß die noch immer gefällig aussehenden (glänzende, gute Glasur), massenweise hergestellten und weniger investitionsbedürftigen (bis zur Unkenntlichkeit entstellte Verzierungen, offenbar aus beschädigten Formschüsseln oder mit solchen Stempeln gemacht) spät-südgallischen Sigillaten niedriger im Preis gestanden und somit auch für weniger zahlungskräftige Schichten erschwinglich gewesen sein dürften. Im unverzierten Material fanden wir keine näher bestimmbaren Sigillaten, vermutlich kommen unter den Tassen der Form Drag. 27 oder Drag. 33 auch die Produkte dieser Werkstätten vor. Von den gestempelten Stücken wurde ein Gefäß (Form Drag. 33, Zeichen ROMANIM) in La Graufesenque hergestellt. (31) Karnitsch Ovilava, 31. (32) Hofman,39. (33) G. Rogers, Acta RGB F, XI/XII, 1969-70, 98- 101. (34) Nicht veröffentlicht. F. Oswald setzt die Tötigkeit des Meisters in die Zeit von Nero-Vespasian (?)(s5), aufgrund des bisher gefundenen Materials ist aber anzunehmen, daß Romanus eventuell auch während der Regierung des Domitianus gearbeitet hat, oder daß der Meister unserer Tasse Nr. 12 lediglich der Namensvetter des Töpfers von La Graufesenque war. 3. Sigillaten aus Mittelgallien (Lezoux) Auf dem Gebiet des Gebäudes I, vor allem in den Sälen 9 und 20 sowie in den Blöcken G/3, G/4, K/l, K/2, H/7, M/5 kamen 94 Sigillaten aus Lezoux — fast 29 Prozent des Materials — zum Vorschein. Es ist nicht in jedem Fall überzeugend nachweisbar, ob es sich um Stücke von 94 verschiedenen Gefäßen handelt. Vielfach können die Bruchstücke desselben Gefäßes mit Bestimmtheit ermittelt werden, falls sie als das Werk desselben Töpfers bestimmt werden konnten, und außerdem in Bezug auf Eormvariation, Dicke, Engobe, Bruchfläche, Fundort und Schichtenangaben identisch oder ähnlich sind. Hierbei kann eines oder das andere dieser Kriterien auch unterschiedlich sein.<3f,) Trotz aller Übereinstimmung läßt sich jedoch die Zusammengehörigkeit etwa eines winzigen Bruchstückes mit Eierstab und eines Sohlenteiles einwandfrei feststellen. Wir haben z. B. sieben, wahrscheinlich zusammengehörige Stücke des Gefäßes Nr. 54 gefunden und anhand dessen das ganze Dekorationssystem des Gefäßes im großen und ganzen klargestellt. Ungewiß ist andererseits die Zusammengehörigkeit der Stücke Nr. 98 und 102. Trotzdem wird das statistische Gesamtbild durch die Unbestimmbarkeit dieser Stücke nicht einmal modifiziert, denn dieser Unsicherheitsfaktor kann aus quantitativen Gründen vernachläßigt werden. In Bezug auf die Form dürften sämtliche Stücke zum Typ Drag. 37 gezählt werden ; in einzelnen Fällen ist die Formbestimmung des Bruchstückes ungewiß bzw. können die Formvarianten infolge der geringen Größe des Bruchstückes nicht identifiziert werden. Die Bestimmung der Werkstatt kann nur bei dem Stück Nr. 100 problematisch sein, welches aufgrund gewisser Dekorationselemente mit dem Meister „kleines S” (Small S Potter) der CGP in Verbindunggebracht werden könnte, während zugleich einige Motive mit dem Cinnamus-Kreis verwandt zu sein scheinen der im pannonischen Material besonders stark vertreten ist. Terrisse identifiziert den Meister „kleines S” mit Satus (Cettus)<37), der in Martres-de-Veyre arbeitete ; somit wäre es also nicht ausgeschlossen, daß unser Material, außer Produkten von Lezoux, auch Erzeugnisse von anderen mittel(35) Oswald Index, 266. (36) Aus genau zusammenpassenden Teilenverschiedener Engobe, bestehende Modestus Schüssel veröffentlicht Th. Voigt, AuF, 1/61, Taf. 6 b. (37) I. R. Terrisse, Les céramiques sigillées gallo-romaines des Martres-de-Veyre, Gallia, Suppl. XIX, 1968, 52. 52