Kralovánszky Alán (szerk.): Székesfehérvár évszázadai. I. Az államalapítás kora - István Király Múzeum közelményei. A. sorozat 13. (Székesfehérvár, 1967)

Kovács Éva: A székesfehérvári királyi bazilika XI. századi kincsei

Éva Kovács DIE SCHÄTZE DER KÖNIGLICHEN BASILIKA VON STUHLWEISSENBURG (SZÉKESFEHÉRVÁR) IM XI. JAHRHUNDERTEN (Auszug) Stephan d. H. hat lür die königliche Basilika von Székesfehérvár, seine geliebte Stiftung und Begräbnisstätte, sicherlich hinlängliche Sorge getragen. Diese Ba­silika war nach ihm Jahrhunderte hindurch die Krönungskirche der ungarischen Könige und gleichzeitig ein Mittelpunkt des Kultes des Stifters. Dies ist aus der ziemlich summarischen Aufzählung der Legenda Maior und der späteren Bilder­chronik klar ersichtlich. Der Autor der Legenda Maior betont hauptsächlich die grosse Zahl der Paramenta, sowie die die Altäre verzierenden goldenen Tafeln und das Ciborium. Von der Ausstattung der Stephanszeit ist ein einziges authen­tisches Stück erhalten geblieben, das später als Krönungsmantel gebrauchte Messgewand. Der Stil dessen gewährt uns einen gewissen Stützpunkt über die goldenen Tafeln der Altäre: eine Stilverwandtschaft lässt sich nämlich zwischen diesem Messgewand und dem Antependium der von Heinrich II (Schwager von Stephan d. H.) gegründeten Baseler Stiftung feststellen. (Nach den jüngsten For­schungen sei dieses Antependium nicht für Basel, sondern für die Benediktiner von Bamberg Michaelsberg verfertigt.) Der in der Umgebung seines Schwagers ausgebildete Stil, die dortigen Institutionen und überhaupt das bayerische Beispiel waren für Stephan in vielen Beziehungen massgebend. Den Stil des Mantels haben Elemente von Reichenau und Regensburg in eigenartiger Mischung gefärbt. Trotzdem scheint uns der Standpunkt der deutschen Fachliteratur betreffs dieses Mantels zu vereinfachend, soweit man ihn einstimmig aus Süddeutschland abstammen lässt. M. E. muss auf Grund der geschichtlichen Umstände mit einer hiesigen Werkstatt oder mit mehreren Werkstätten gerechnet werden. Diese be­gannen gewiss ihre Tätigkeit unter der Leitung fremder Meister, wohl ein Viertel­jahrhundert vorher. Der Autor der Bilderchronik beschreibt mit auffallender Detaillierung zwei Rationalia, in deren Saum reines Gold von 74Mark und Edel­steine hineingewebt seien. Wahrscheinlich irrtümlich berichtet er aber, dass Papst Benedikt auf die Bitte von Stephan diese Rationalia mit dem Privileg versehen habe, dass ein jeder, der diese umhängt, das Recht habe, während der Messe den König zu salben. Der Irrtum, bzw. die Tendenz sind offenkundig: dem ungarischen König kann nicht jedermann die Krone aufsetzen, dies war das Vorrecht des Erzbischofs von Esztergom. Die Rationalia sind nicht erhalten geblieben. Mit Wahrscheinlichkeit gehört aber zur Ausstattung der Basilika von Székesfehérvár ein weiteres Stück: der Kragen des Krönungsmantels, der m E. ursprünglich ein amictus-parura (Kasel) war. Die Entstehung dieses kragenförmigen Paramentums wurde früher mit der Umgestaltung des Messgewandes zum Mantel in Zusammenhang gebracht. Diese 163

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