Fitz Jenő: Zur frage der Kaiserzeitlichen Hügelbräber in Pannonia Inferior - István Király Múzeum közelményei. A. sorozat 8. (Székesfehérvár, 1958)

die Lebensformen der Latènezeit aegepasst habe, krampfhaft an den Traditionen, der Sprache und den Riten der Hallstattzeit festhielt. „Gerade die kultischen Bräuche sind es, die in den Kreisen des traditionstreuen Volkes in einer Epoche wieder auflebten, als, mit dem ganzen Gebiet, auch die führende Schichte von gestern unter das Joch der neuen Eroberer gelangte. Vielleicht waren es die duldsameren, bes­ser organisierten Zustände der Römerherrschaft, die das illyrische Volk vorübergehend zu Atem kommen Hessen, da sich der etwas unnatürliche Vorgang der Wiedergeburt der Hügelbestattung anders kaum erklären liesse”.2' Doch auch dieser Überückungsversuch kann die an sich gekün­stelte Auffassung über den autochtonen, illyrischen Ursprung der Hüge'­­gräber nicht glaubhaft machen. Einerseits halten wir es für unvorstell­bar, dass die Illyrer, wenn sie sich so zäh an die hallstattzeitlichen Traditionen hielten, ihre angestammte Bestattungsweise unter den Kel­ten nicht fortgesetzt hätten, genauer gesagt, dass sie von diesen mit Gewalt daran gehindert worden wären. Aus dem Umstand, dass wir aus dem Beginn der Latènezeit keine oder nur ganz vereinzelte Hügelgräber besitzen” lässt mit grosser Wahrscheinlichkeit vermuten, dass zur Zeil der keltischen Eroberung die hiesigen Illyrer selbst von diesem Bestat­tungsbrauch schon mehr oder weniger abgekommen waren.26» Anderseits lässt es sich kaum vorstellen, dass eine aufgelassene Volkssitte ein hal­bes Jahrtausend lang so lebhaft im Gedächtnis fortlebt, dass eine poli­tische Aenderung, die überigens ohne Umwälzung vor sich ging, zu ihrem Wiederaufleben führen könnte. Der Widerspruch erhöht sich noch durch die Tatsache, dass Á. Kiss die Hügélbestaittunig in Ostpannomien im Anschluss an K. Sági nicht einem Helotenvolk der Kelten, sondern den Eraviskern zuschreibt, die er für Illyrer hält.27 Mit unserer Feststellung, dass sich dlie Tumulusibestattung wegen unlösbarer Widersprüche nicht an die bodenständige illyrische Bevölke­rung knüpfen lässt, ist an sich schon die zitierte Ansicht widerlegt, der­­zufolge die ostpannonischen Tumulusgräber von den Eraviskern her­­rü'hrten. Doch sprechen auch andere Beobachtungen gegen diese Gleich­setzung. K. Sági hat versucht, sowohl die Sitte der Wagenbestattung, als auch jene der Tumulusgräber auf die illyrischen Eravisker zurück­zuführen.25 Die Verbreitung dieser beiden Totenbräuche ist jedoch, ,wie neuestens L. Barkoczi darauf hingewiesen hat,2’ nicht nur inkongruent, sondern lässt sich auch topographisch mehr oder weniger unterscheiden. In einem anderen Artikel gelang es K. Sági auf Grund der Grabsteine mit Wagenreliefs das Stammesgebiet der Eravisker überzeugend zu um­grenzen.30 Dieses Gebiet erstreckte sich südlich von Szentendre und vom Kamm des Vértas-Gebirges ungefähr bis zur Linie von Bölcske. Die Feststellungen K. Ságis wurden neuestens auch durch die Forschungen über die Frauentracht der Eravisker betätigt.3' Demgegenüber sind Hügel­8

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